Weilheim und Umgebung

Die Köpfe hinter dem Jubiläum

Stadtjubiläum Das Weilheimer Festjahr stellt eine organisatorische Mammutaufgabe dar. Seit drei Jahren trifft sich der Ausschuss zum Planen und Austauschen. Von Bianca Lütz-Holoch

Planung und Austausch gehören zur Arbeit des Festausschusses: Mit dabei sind unter anderem Christl Heilemann, Bernd Bauer, Johan
Planung und Austausch gehören zur Arbeit des Festausschusses: Mit dabei sind unter anderem Christl Heilemann, Bernd Bauer, Johannes Züfle, Sandra Schöne, Daniela Braun (vorne von links) sowie Jesse Burgmann, Kurt Linsenmayer, Karl Bölz und Siegfried Lehmann (hinten von links). Foto: Markus Brändli

Es ist Montagvormittag. Um den Tisch im kleinen Sitzungssaal des Weilheimer Rathauses nimmt einer nach dem anderen Platz. An den Wänden hängen große Pläne, auf dem Tisch liegen Flyer und Unterlagen zum Jubiläumsjahr: Der Festausschuss tagt. „Das ist unser 15. Treffen“, sagt Weilheims Bürgermeister Johannes Züfle. Getroffen hat sich das Gremium zum ersten Mal im November 2016. Am Anfang stand die Frage: Wie sollen 1 250 Jahre Weilheim und 700 Jahre Stadtrechte überhaupt gefeiert werden? Dass es kein Festwochenende auf der grünen Wiese geben soll, sondern ein vielseitiges Programm im Herzen der Stadt, stand schnell fest. Eine Vorlage oder ein Vorbild gab es in dem Sinne nicht: „Das hier ist eine echte Weilheimer Lösung“, sagt Johannes Züfle.

Besprochen wird im Ausschuss eigentlich alles, was mit dem Stadtjubiläum zu tun hat, ob es nun darum geht, wer die riesigen Zelte am Festwochenende auf- und abbaut, welche Karten für die Comedynacht im Juli besonders gut gehen oder ob beim Festumzug Bonbons gestreut werden dürfen. Den Überblick hat Sandra Schöne. Sie koordiniert und organisiert hauptamtlich das Jubiläumsjahr für die Stadt Weilheim, unterstützt von Vertretern der Stadt, des Gemeinderats, der Gastronomie und den Vereinen. Gearbeitet wird im Ausschuss und in Projektgruppen.

„Für den Auf- und Abbau der Festzelte haben sich 125 Leute gemeldet“, berichtet Kurt Linsenmayer, der im Ausschuss das städtische Hochbauamt und gleichzeitig die Stadtkapelle vertritt. Insgesamt fünf Tage sind für diese Mammutaufgabe veranschlagt. „Dreieinhalb Tage für den Aufbau und eineinhalb Tage für den Abbau.“

Riesige Dimensionen hat auch die Tafel, an der sich die Teilnehmer des Festumzugs in der Limburghalle in die historischen Gewänder hüllen werden. „Wir haben 400 laufende Meter Tische“, informiert Sandra Schöne. Gebraucht werden im Vorfeld auch die Maße aller Teilnehmer wie Kopfgröße, Halsweite und Schrittlänge. „Das sind sensible Daten, die werden im Anschluss natürlich vernichtet“, betont sie. Auch Pferde sollen am Umzug teilnehmen - die erforderliche Nervenstärke weisen allerdings nur wenige Tiere auf: „Der Reitverein hat vier Pferde zugesagt, die das aushalten“, so Schöne. Gewünscht hatte sie sich eigentlich ein paar mehr. Und noch eine Frage taucht auf: Dürfen beim Umzug Bonbons gestreut werden? In der Frage ist sich das Gremium schnell einig: „Das ist doch kein Karnevalsumzug, Bonbons haben da nichts verloren“, so der Tenor.

Was das Musiknächtle im September angeht, hat Sandra Schöne an diesem Vormittag gute Nachrichten zu verkünden: „Die Gaststätte zur Post wird sich auch noch mit einer Beatles-Party beteiligen.“ Klar ist für die Mitglieder des Ausschusses aber auch, dass die Teilnahme den Gaststätten im Stadtzentrum vorbehalten bleiben muss. Ein größerer Radius würde zu viel zusätzlichen organisatorischen Aufwand bedeuten. „Für die Kontrolle der Eintrittskarten und die Sicherheit sind städtische Mitarbeiter zuständig“, sagt Johannes Züfle. Mehr als die Betreuung der Innenstadt könnten sie nicht schultern.

60 städtische Mitarbeiter übernehmen bereitwillig Dienste im Festjahr, etwa am Festwochenende, beim Theater in der Peterskirche und beim Musiknächtle. „Die Listen haben sich schnell gefüllt“, freut sich Johannes Züfle über die große Bereitschaft.

Und noch eine spannende Info gibt Sandra Schöne bekannt. „Der Renner bei der Comedy-Nacht sind ,Hillu‘s Herzdropfa‘ - die Karten sind schon ausverkauft.“ Platz zwei auf der Beliebtheitsskala belegen „Helge und das Udo“, auf Platz drei liegt Werner Koczwara.

Es ist nicht das letzte Mal, dass der Festausschuss im Jubiläumsjahr zusammenkommt. Der nächste Termin steht schon. „So ein Fest schweißt zusammen“, lautet das Resümee von Johannes Züfle.

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