Weilheim und Umgebung

Die letzte Ruhe wird teurer

Bestattungen In Bissingen werden die Gebühren für Beerdigungen erhöht. Dennoch decken die Einnahmen die Kosten nicht.

Symbolbild
Symbolbild.

Bissingen. Auf die beiden gepflegten Friedhöfe seiner Gemeinde in Bissingen und Ochsenwang ist Bürgermeister Marcel Musolf stolz. „Ein Friedhof soll Charakter ausstrahlen und ein Ort der Begegnung sein“, sagt das Gemeindeoberhaupt. Und das hohe Niveau sehe er in Bissingen gegeben, nicht zuletzt dank der vor sechs Jahren erweiterten und modernisierten Aussegnungshalle. Gleichwohl hat all das auch seinen Preis. Die Gemeinde hat nun die Gebühren für die kommenden fünf Jahre angehoben. Denn seit der bislang letzten Gebührenkalkulation 2015 hat sich in Bissingen im Bestattungswesen ein Defizit von 105 000 Euro angesammelt.

Grund genug für die Verwaltung, nun die Gebühren anzuheben, auch weil man größtenteils unterhalb der Gebühren der Nachbargemeinden liegt. Bislang hat Bissingen beispielsweise bei der Grabnutzungsgebühr lediglich eine Kostendeckung von 70 Prozent. Künftig soll sie bei 80 Prozent liegen, darauf hat sich der Gemeinderat einstimmig geeinigt.

Ein Reihengrab kostet damit künftig inklusive Grundgebühr 3643 statt wie bisher 2970 Euro. Das entspricht einer Erhöhung von mehr als 22 Prozent, die sich auch dadurch erklärt, dass sich immer mehr Menschen für eine Urnenbestattung ihrer Angehörigen entscheiden. Das macht die Kosten für die Erdbestattung relativ gesehen teurer. Schon jetzt ist der Unterschied deutlich: Für ein Urnenreihengrab sind künftig inklusive Nebenkosten und Nutzung der Aussegnungshalle 2695 Euro fällig satt wie bisher 2276 Euro. Aber immer mehr verzichten bei der Urnenbestattung auf die Aussegnungshalle, wie Kämmerin Carolin Muckenfuß erklärt. Ein Ende der Gebührenerhöung ist indes noch nicht abzusehen. „Wir sollten zügig auf eine Kostendeckung von 100 Prozent kommen, meint Ratsmitglied Rolf-Rüdiger Most von der FVW. Thomas Zapp

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