Weilheim und Umgebung

Die Menschen nennen es Liebe

Konzert mit romantischen Liedern in der Weilheimer Peterskirche

Weilheim. Dass die Liebe etwas mit Freud und Leid zu tun hat, gehört wohl zum Erfahrungshorizont der meisten Erdenbürger. „Die Engel,

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die nennen es Himmelsfreud, die Teufel, die nennen es Höllenleid, die Menschen, die nennen es: Liebe!“ – so lautet ein Teil eines Gedichtes von Heinrich Heine.

Im Rahmen des Konzertkalenders der Peterskirche gestalteten die Weilheimer Kantorin Gabriele Bender (Sopran), die Bad Wörishofener Kantorin Tanja Schmid (Alt) und Dozentin Marie-Luise Göbel (Klavier) ein Programm, das Gesangsduette aus der Zeit der Romantik vorstellte. Das Motto „Die Engel, die nennen es Himmelsfreud“ drehte sich rund um die Liebe und ihre verschiedenen Stimmungen im Lauf der Tages- und Jahreszeiten.

Pfarrer Eckhard Schlatter begrüßte die Zuhörer und wies darauf hin, dass der Liederabend in der Peterskirche fast schon Tradition sei. Er stellte die Hauptakteurinnen vor, die bereits seit ihrer Studienzeit zusammen musizieren und sich nun dem Thema „Liebe“ mit all seinen Facetten widmeten, sei es das Glücksgefühl, die Verzweiflung, die Schwermut oder die Melancholie.

Im ersten Teil des Programms ging es um das Erwachen der Liebe im Wonnemonat Mai; die Musik stimmte fröhlich ein, war aber auch durchsetzt mit wehmütigen und traurigen Klängen. Alle Liedkompositionen stammten aus der Zeit der Romantik, in der die Gefühle der Liebe eng in Verbindung mit der Natur, den Jahreszeiten und der Blume als Symbol der Liebe gesehen werden.

Im zweiten Teil wurde die Musik gefälliger, sie wirkte beschwingter; im Vordergrund standen die Blumen, ihre Schönheit und glücksbringende Botschaft an die Menschen. Der Schlussteil beschäftigte sich mit Abend- und Nachtstimmungen, mit Wehmut und Sehnsucht. Sie mündeten in der Bitte um den göttlichen Beistand. Es kamen Vertonungen von Fanny Hensel, Felix Mendelssohn, Johannes Brahms, Robert Schumann und Max Reger sowie Charles Gounod und Ralph Vaughan Williams zu Gehör.

Immer wieder dazwischengeschaltet waren Gedichte, vorgetragen von Pfarrer Eckhard Schlatter, zum Beispiel „Was es ist“ von Erich Fried oder „Butterblumengelbe Wiesen“ von Christian Morgenstern. Sie bildeten eine harmonische Einheit mit der Musik, verliehen den Klavierstücken eine besondere Wirkung und ließen es zu, dass die Zuhörer ihren eigenen Gedanken nachsinnen konnten.

Am Klavier beeindruckte Marie-Luise Göbel aus Bayreuth, die Dozentin an der Musikhochschule Würzburg und an der Hochschule für Kirchenmusik in Bayreuth ist. Die Kantorinnen Tanja Schmid und Gabriele Bender waren als Alt und Sopran nicht zu übertreffen.

Romantische Liebeslieder und Liebesgedichte in der Peterskirche: ein besinnliches Ereignis, das bei den Zuhörern selbst zweifelsohne zahlreiche Erinnerungen, Liebesgefühle und Träume wach werden ließ.