Weilheim und Umgebung

Die Natur hat sich was ausgedacht

Botanik Der Nabu Weilheim veranstaltet regelmäßig Führungen durch die Pflanzenwelt – auch am Sonntag.

Eine Lichtnelke. Symbolbild

Weilheim. Wer denkt, Pflanzen benötigen ein gut gepflegtes Beet, kennt das Zimbelkraut nicht. Das ursprünglich aus den Südalpen stammende Gewächs schafft es, Leben selbst in die kleinste Fuge zu bringen. Diese kleinen Überlebenskünstler benötigen nicht mal einen Wegesrand, die Mauer vor dem Platz der Peterskirche reicht völlig - das und einiges mehr wurde vielen Teilnehmern der botanischen Führung des Weilheimer Nabu am Kirschblütentag bewusst. Am kommenden Sonntag, 21. Mai, findet die nächste Führung statt.

Bei den warmen Temperaturen entfaltet die Natur ihre Strahlkraft. In exponierter Lage blühte bereits die erste Lichtnelke. Die Pflanzen am Wegesrand begeistern durch Farbe und Formen. Manche Pflanzen, wie der Aronstab, haben kleine Blüten, die sich in tütenförmigen Hochblättern befinden. Hinter diesen unscheinbaren Hochblättern verbirgt sich ein raffiniert ausgeklügelter Bestäubungsmechanismus. Hier hat sich die Evolution etwas Besonderes ausgedacht: Durch Öltröpfchen an der Innenseite des Blattes fallen Insekten, die durch einen aasartigen Geruch angelockt werden, in die Blüte. Die Insekten bestäuben zunächst die weiblichen Blüten. Die männlichen Blüten hingegen reifen mit einer geringen Zeitverzögerung. Andere Pflanzen sind in der Lage, mithilfe von Bakterien Stickstoff aus der Luft zu nutzen, wie die Zaunwicke und andere Schmetterlingsblütler, die vielfach als Unkräuter bezeichnet werden. Viele dieser sogenannten Unkräuter, wie auch die Knoblauchsrauke, der Giersch oder der Gundermann, haben einen hohen Vitamin- und Mineralstoffgehalt und erfreuen sich in der Wildkräuterküche zunehmender Beliebtheit. Zudem enthalten diese Pflanzen oft Bitterstoffe, die unseren handelsüblichen Gemüsepflanzen entzogen wurden. pm


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