Weilheim und Umgebung

Die „neue“ Lindach bei Weilheim hat sich gut entwickelt

Gewässer Gemeinsam mit Experten haben Schüler des Schlossgymnasiums den umgestalteten Abschnitt des Bachs untersucht.

Die Schüler haben gemeinsam mit Expoerten die Lindach unter die Lupe genommen. Foto: privat
Die Schüler haben gemeinsam mit Expoerten die Lindach unter die Lupe genommen. Foto: privat

Weilheim. Im Zuge der Bauarbeiten zu Stuttgart 21 ist die Lindach im Bereich unterhalb der Weilheimer Kläranlage verlegt worden. Großer Wert wurde dabei auf die Ökologie und eine möglichst naturgetreue Umleitung gelegt. Sechs Jahre nach dem Umbauprojekt haben Zehntklässler des Kirchheimer Schlossgymnasiums gemeinsam mit ausgewiesenen Experten nun die Wasserqualität in dem neuen Abschnitt des Bachs untersucht. Das Ergebnis ihrer arbeit: Die Lindach hat sich dort gut entwickelt. Es gibt aber auch einige Faktoren, die die Qualität des Wassers gefährden können.

Begleitet und unterstützt wurde die Klasse 10e nicht nur von Fachlehrer Sebastian Oßwald, sondern auch von dem für die Umgestaltung verantwortlichen Landschaftsarchitekten Peter Geitz, von der Biologin Dr. Beate Baier, die im Landratsamt Esslingen für Gewässer zuständig ist, und von dem Bauingenieur und Hydrologen Andreas Enzler.

In Gruppen untersuchten die Schüler zum Beispiel die Fließgeschwindigkeit der Lindach, ihre Chemie, die Botanik und kleine, wirbellose Tiere, die an der Sohle des Gewässers leben, sogenannte Makrozoobenthos.

Während die einen sich mit technischen Daten und Messungen beschäftigten, hatten andere alle Hände voll damit zu tun, kleinste Bachbewohner mit Netzen aus dem Wasser herauszufischen und ihre korrekten lateinischen Namen zu bestimmen. Eine ähnliche Aufgabe hatten die Schüler in der Gruppe Botanik, die Pflanzen suchten. Die Tiere wurden am Ende natürlich wieder zurück ins Wasser gebracht.

Um die ökologische Entwicklung der Lindach in dem Abschnitt auswerten zu können, wurden bei den verschiedenen Themengebieten die Indikatoren betrachtet, die auf den Zustand des Baches schließen lassen. Heraus kam, dass der Boden einen hohen Stickstoffgehalt und einen hohen pH-Wert besitzt, er ist also sehr basisch, was sich auch am Kalksteinvorkommen erkennen lässt. Der Wassergehalt der Erde um den Bach herum ist sehr hoch, in dem Hang, der ihn umgibt, dagegen sehr niedrig. Dies lässt sich durch den geringen Niederschlag in den Wochen vor dem Projekt und dem leichten Bewuchs an dieser Stelle erklären.

Gemeinsam mit Fachlehrer Sebastian Oßwald haben die Schüler die Lindach unter die Lupe genommen. Foto: privat

Dass der Bach verschieden tiefe und breite Flussbetten gebildet hat, die unter anderem unterschiedliche Strömungsgeschwindigkeiten besitzen, sorgt für mehr Lebensraum und Diversität unter den Tierarten. Die Untersuchungen der Schüler ergaben, dass das Wasser eine Güteklasse von eins bis zwei hat. Das bedeutet, dass es sauber und gar nicht bis kaum mit Schadstoffen belastet ist. Der Sauerstoffgehalt ist ebenfalls in einem sehr guten Bereich.

Zudem ist die Vielfalt der Pflanzen gewachsen, und der Fluss hat sich neue Laufwege geschaffen. In dem umgebauten Abschnitt hat die Lindach zudem genug Raum, um sich weiter selbst zu formen, ohne den Eingriff des Menschen. Aufgrund der Werte konnte mit Sicherheit festgestellt werden, dass die ökologische Verfassung des neu angelegten Bachabschnitte in einem sehr guten Zustand ist.

Gefährdet wird die momentan noch sehr gute Wasserqualität allerdings durch die nahe gelegene Kläranlage: Das geklärte Wasser enthält immer noch geringe Mengen an Chemikalien wie Ammoniak, Ammonium, Nitrat und Nitrit.

Am Schluss stand fest: Nicht nur das Umbauprojekt war ein voller Erfolg, sondern auch das Schulprojekt des Schlossgymnasiums. Es soll zukünftig mit weiteren Klassen durchgeführt werden. js/ls

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