Weilheim und Umgebung

Die Sache mit den Bienchen ist bei den Reben gar nicht nötig

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Obstbäumen kann der Wein keine Konkurrenz machen - zumindest nicht in der Blütezeit. Man muss schon ganz genau hinsehen, um die Weinblüten zu erkennen. Vom Weitem sehen sie aus wie winzige hellgrüne Trauben, aus der Nähe lassen sich dann kleine gelbe Fädchen erkennen. Doch auch wenn die Reben in der Blütezeit optisch wenig hermachen, so haben sie doch eine ganz besondere Fähigkeit: „Die meisten Weinreben befruchten sich selbst“, erläutert der Weilheimer Hobby-Wengerter Rainer Bauer, der an der Limburg Spätburgunder anbaut. Zur Blütezeit springt ein kleiner „Deckel“ von den Knospen ab. „Bei dieser Explosion streifen die fünf Härchen der Blüte am Stempel entlang“, so Rainer Bauer - die Befruchtung ist vollzogen. All das passiert dieses Jahr übrigens gut zwei Wochen früher als üblich. „Normal blüht der Wein Mitte Juni.“ Rückschlüsse lässt das auch auf die Lese zu. Sie könnte schon Ende August starten. „Es heißt, rund 100 Tage nach der Blüte kann gelesen werden“, sagt Rainer Bauer - vorausgesetzt, dass die Bedingungen so gut bleiben wie sie sind. „Dieses Jahr läuft es bisher optimal“, so der Hobby-Weingärtner. bil/Foto: Carsten Riedl

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