Weilheim und Umgebung

Die Zeller sollen über die Stadionpläne abstimmen

Streitfrage Bürgerentscheid ist am 7. April. Der TSG Zell legt genügend Unterschriften im Bürgerbegehren vor.

Zell unter Aichelberg. Es ließ sich im Gemeinderat nicht lösen. 1 179 Unterschriften, davon 33 ungültig, hat der TSG Zell für sein Ziel gesammelt, einen Kunstrasenplatz mit zehnkampffähigen Anlagen am Zeller Berg zu schaffen. Für ein Bürgerbegehren wären nur 182 Unterschriften nötig gewesen. Die hohe Zahl brachte dem TSG aber erst mal nichts. Der Gemeinderat blieb mit acht gegen fünf Stimmen bei seiner Ablehnung, die er im Oktober getroffen hatte.

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Jetzt also der Bürgerentscheid - am 3. April. „Wir denken nicht, dass der Gemeinderatsbeschluss vom 25. Oktober dem Mehrheitswillen der Bürger entspricht“, sagte Dietmar Hanschitz, einer der Vertrauensleute des Bürgerbegehrens. Der TSG-Vorsitzende Dierk Kubert führte an, dass die Fläche am Zeller Berg seit fast 50 Jahren für eine Sportplatzerweiterung bestimmt sei, „das hat der Gemeinderat durch alle Epochen durchgehalten“. Aktuell seien beide Rasenplätze sanierungsbedürftig. Ein Kunstrasenplatz könne die Trainingsmöglichkeiten wesentlich entzerren und erweitern.

Unterstützung für die Pläne, ein Stadion mit Leben zu füllen, kam vom TSV Bad Boll. Dessen Vorsitzender Gerhard Ueding nannte es „attraktiv“, mit dem Nachbarverein eine Leichtathletik-Kooperation aufzubauen. Ueding ermunterte die Zeller ausdrücklich, einen Kunstrasenplatz zu bauen. Die Bad Boller Fußballer „genießen die ganzjährige Spielstätte“.

Vertrauensmann Hanschitz berichtete von vielen Anregungen, die beim Unterschriftensammeln gekommen seien. Ein Jogging-Pfad um das Gelände, Beachvolleyballfeld und Boule-Bahn, Möglichkeiten für Behindertensport oder integrierte Tennisanlagen: „Die Zeller Bürger sind hinter dem Projekt, sie wollen sich einbringen.“ An Argumenten sei alles ausgetauscht, befand Michael Dreher (Freie Wähler). „Wir stehen weiterhin zur kleinen Lösung.“ Die stehe heute gar nicht zur Debatte, wandte Bürgermeister Werner Link ein, und sie sei überhaupt nicht realistisch. „Nur die große Lösung hat keinen Invest für die Gemeinde und den TSG.“

Nicht nur Zustimmer

Es werde so dargestellt, als hätten nur Zustimmer für die Stadionpläne das Bürgerbegehren unterschrieben, wandte Martin Holl (Freie Wähler) ein. „Wir haben den Eindruck, dass sehr viele unterschrieben haben, die auch dagegen sind.“ Die Bürger hätten für den Bürgerentscheid gestimmt, bekräftigte Eberhard Binder (Bürgerforum). Bürgermeister Link merkte an, die Fragestellung ändere sich beim Bürgerentscheid nicht. Er könne nur appellieren, das Unterschriftenpaket zu akzeptieren. Geld koste ein Bürgerentscheid auch, das seien 20 000 Euro. Binder war empört: „Wir sind nicht schuld an den 20 000 Euro. Dafür muss der TSG geradestehen. Wenn Sie unser Votum akzeptieren, dann brauchen wir keinen Bürgerentscheid. Es ist gemein, es dem Gemeinderat anzulasten.“ Jürgen Schäfer