Weilheim und Umgebung

Ein Hauch von Hollywood in Weilheim

Musik Die Stadtkapelle Weilheim präsentiert Highlights der Filmmusik in der Limburghalle und erntet viel Applaus.

Die Stadtkapelle Weilheim präsentiert Highlights der Filmmusik in der Limburghalle. Foto: Hans-Günther Driess

Weilheim. Zum Auftakt des kurzweiligen Konzertabends zeigt die Jugendkapelle ihr Können mit exaktem Spiel und ansprechenden, sauberen Klängen. Das hohe Niveau der Stadtkapelle, das auch bei Wertungsspielen in den letzten Jahren mit Auszeichnungen dokumentiert wurde, zeigt sich vor allem im anspruchsvollen Werk „Three Times Blood“. In diesem Werk für Blasorchester vertont der österreichische Komponist Fritz Neuböck drei Bilder des Malers Stefan Feuchtner - „Eisblut“, „Erdenblut“ und „Sonnenblut“ - als metaphorische Essenzen mit den drei Grundpfeilern des Lebens - Wasser, Erde und Licht.

Stefan Koch, der sein Orchester mit sicherem Dirigat führt, hat dieses Werk klug ausgewählt, um die unterschiedlichen Klanggruppen Holz, hohes Blech, tiefes Blech und Schlagwerk einzeln und im symphonisch anmutenden Zusammenklang in Szene zu setzen. Der Beginn in Moll wirkt bedrohlich, im Hintergrund sieht man Eisberge und Lawinenabgänge. Exotische Klänge folgen mit Flöte und afrikanischem Chorgesang, der mit einem Klangpolster sauber intonierter Holzbläser-Akkorde unterlegt wird.

Im „Titanic-Medley“ erklingt „My Heart Will Go On“ in unterschiedlichen Variationen. Ein­drucksvoll wird die Katastrophe mit rasanten Läufen und dynamischen Steigerungen musikalisch umgesetzt, wilde Ausbrüche in dissonanten Akkorden signalisieren den Aufschrei des Schreckens, ehe die Panik abebbt und ein dunkler Orgelpunkt der tiefen Blechbläser den Untergang und die Dunkelheit des Ozeans unter Wasser wiedergibt - im Hintergrund sieht man dazu die versinkende Titanic, Rettungsboote und verzweifelte Menschen in den Fluten. Die Stadtkapelle zeigt auch hier einen fulminanten symphonischen Sound. Julian Linsenmayer, Bariton, und Joachim Kamin, Tenorhorn, glänzen als Solisten.

Es ist mutig, die weltbekannte Titelmusik zum Film „Spiel mir das Lied vom Tod“ mit dem Blasorchester zu spielen. Fehlen da nicht die hohen Violinen, der große Klang eines Symphonieorchesters? Der Stadtkapelle gelingt dennoch eine klangschöne Interpretation. Das Medley des großen Meisters der Filmmusik Ennio Morricone wird zum Erlebnis, wenngleich der große Hall-Effekt, der im Original die Größe der Landschaft symbolisiert, nicht wiedergegeben werden kann.

In der finalen Jazznummer „John Williams Swings!“ demonstrieren Thomas Moll, Alt-Saxofon, Kurt Linsenmayer, Tuba, und Hannah Linsenmayer, Alt-Saxofon, ihre technischen Fertigkeiten und Musikalität. Es war ein begeisternder Konzertabend mit einem Hauch von Hollywood in Weilheim. Hans-Günther Driess

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