Weilheim und Umgebung

Ein schwäbischer Doppel-Null-Geheimagent

Agentennacht des Vereins „Kino Kunst Kultur“ rund ums Weilheimer Rathaus war ein Erfolg

Anfang November kommt der neue James-Bond-Film „Spectre“ in die deutschen Kinos. Bereits am vergangenen Wochenende konnten Interessierte Agentenflair bei der M I 6-Night des Vereins Kino Kunst Kultur Weilheim schnuppern – mit einem schwäbischen Daniel Craig, geschüttelten Martinis und rotem Teppich.

Weilheim. Auf dem Weilheimer Marktplatz geht ein Blitzlichtgewitter nieder. Vor den Blumenkübeln parkt ein Auto – allerdings kein gewöhnliches. Ein knappes Dutzend Fotografen versammeln sich vor dem Lotus Esprit Turbo. Noch sitzt niemand drin, doch bald machen es sich Persönlichkeiten aus Politik und Film in dem Zwilling des kultig-kupferfarbenen Agenten-Dienstfahrzeugs bequem, mit dem Roger Moore 1981 „In tödlicher Mission“ durch den Schnee preschte. Die Titelmelodie aus „007 jagt Dr. No“ kündigen prominenten Besuch an, und sonnenbebrillte Bodyguards stehen parat. Es war ein furioser Auftakt der M I 6-Night, den der Weilheimer Vereins Kino Kunst Kultur Weilheim rund ums Rathaus veranstaltete. Die zweite Veranstaltung des Vereins entpuppte sich wiederum als Erfolg. „Wir sind begeistert über die Resonanz und wie man sieht, die Leute haben richtig Spaß“, freut sich der Vorsitzende Marc Schindel.

So ließ sich auch Weilheims Stadtoberhaupt im Lotus vor seine Wirkungsstätte chauffieren, um anschließend lässig bei zwei Damen eingehakt über den roten Teppich zu schreiten. Frei nach dem Motto: „Sag niemals nie“, denn „Man lebt nur zweimal“. „Sportlich, sehr tief und witzig-spritzig“, habe er sich in dem restaurierten Flitzer gefühlt, sagte Bürgermeister Johannes Züfle.

Und dann kam er: Daniel Craig. Natürlich schritt nur ein Double über den roten Teppich in Weilheim. Mit stählernem Blick, unbeweglicher Miene und umrahmt von Weiblichkeit meisterte er seinen ersten Auftritt in der Funktion eines schwäbischen Doppel-Null-Geheimagenten jedoch mit Bravour. Die Hobby-Paparazzi waren unterdessen heiß auf den ultimativen Schnappschuss. Schließlich konnte jeder vier Bilder einreichen, von denen Vorstand und Beirat des Vereins die besten prämierten. Auswahl an Motiven gab es rund um das Weilheimer Rathaus ja zu Genüge. Ob Herren im edlen Zwirn, Damen in schillernder Abendgarderobe, Bondgirls, den typischen Martini – geschüttelt, nicht gerührt –, ein Büffet voller Leckereien oder die vom James-Bond-Club-Deutschland mitgebrachten 007-Sammlerstücke und Requisiten jeglicher Couleur

Ein weiteres Glanzlicht war die Lesung aus dem Buch: „Der Spion, den wir lieben – Ein Agent im Wandel der Zeit“. Darin spürt James-Bond-Kenner und Journalist Eric Zerm den Erfolgsgeheimnissen der berühmten Filmreihe nach und berichtete, wie sich die Figur über Jahrzehnte in 24 Kinostreifen auch anhand der verschiedenen Darsteller verändert hat. Spannende 007-Einblicke garantiert.

„And the Winner is…Goldfinger“, hieß schließlich noch die Nachricht. Nicht nur für Almut und Sepp Laub aus Weilheim oder Gudrun Duley aus Köngen ist das der beste Bondfilm schlechthin. Viele der Anwesenden fanden vor allem Gerd Fröbe als Bösewicht sehr gut. Insofern war es keine Überraschung, dass just der 50 Jahre alte und dritte Teil der James-Bond-Filmreihe, basierend auf dem gleichnamigen Roman von Ian Fleming, das Rennen machte.

Nach rund zwei Stunden Unterhaltung, konnten sich nun die Besucher im Sessel zurücklehnen und den Klassiker gemeinsam auf der Großbildleinwand im Rathaus-Foyer genießen – ein gelungener Abschluss für einen vielseitigen und spannenden Abend.

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