Weilheim und Umgebung

Ein wahres Fest für Jazz- und Swingfreunde

Konzert Der Chor „Salto Vocale“ und die Jazzband „Michael Stauss & Friends“ sind in Weilheim aufgetreten.

Der Frauenchor begeisterte die Zuhörer. Foto: Gabriele Böhm
Der Frauenchor begeisterte die Zuhörer. Foto: Gabriele Böhm

Weilheim. „Was ist Jazz?“, fragte Nicole Mütschele, Erste Vorsitzende des Chores Salto Vocale. Er hat unter dem Motto „We got rhythm“ im voll besetzten Neuen Löwensaal in Weilheim gastiert. Mütschele verlas - mit einem guten Schuss Humor - eine lange Liste von Fachausdrücken, um dann zu dem Schluss zu kommen: „Jazz muss man einfach spüren.“ Das gelang mit einem großartigen Chor und der Stuttgarter Jazzband „Michael Stauss & Friends“.

Der 30-köpfige Frauenchor „Salto Vocale“ unter der Leitung von Andreas Baumann brachte mit Hits wie „Sing, sing, sing“, „New York, New York“ oder dem aktuellen „Let‘s get loud“ von Gloria Estefan pure Lebensfreude auf die Bühne. Schöne Stimmen, abwechslungsreiche Choreographien und viel Rhythmusgefühl rissen das Publikum mit und brachten überall Fußspitzen zum Wippen. Unterstützt wurde der Chor von Teilen der Band, Michael Stauss am Piano und Joe Kukula am Schlagzeug. Das Zusammenspiel zwischen Sängerinnen und Musikern funktionierte: Man konnte förmlich die „Vibrations“ spüren, die beide Gruppen verbanden.

Bei „Don‘t worry ‘bout a thing“ aus den 70er-Jahren meisterte der Chor die chromatischen Abstiege, die dem Stück seinen Pep verleihen. „Summertime“ aus „Porgy and Bess“ animierte zum Zurücklehnen und Genießen. Temperamentvoll und mit einem knackigen „Yeah!“ am Schluss wurde „Crazy little thing called love“ präsentiert - ein Song, der Freddy Mercury tatsächlich in der Badewanne eingefallen war. Betont lässig und mit Sonnenbrillen auf der Nase sang der Chor den „Peroxide Swing“. Da war es schwer, auf dem Stuhl sitzen zu bleiben.

Die Jazzband von Michael Stauss gibt es seit 15 Jahren. Den Pianisten und Arrangeur sowie den Schlagzeuger hatte das Publikum schon kennengelernt, beim rein instrumentalen Teil des Konzerts kamen noch Andy Lawrence an der Trompete, Jürgen Häussler mit Saxofon und Querflöte sowie Christian Brinkschmidt am Bass hinzu. Das leichte, beschwingte „Shiny stockings“ des Count Basie Orchestra und „Sack of woe“ aus dem Jahr 1960 zeigten in den ersten Minuten die Qualität der Band. Bejubelt wurden die Solopassagen der einzelnen Instrumente. Sie verdeutlichen, wie gut die Musiker sie beherrschen.

Immer wieder gab es Pfiffe und Bravorufe. So kamen das Latin-Jazz-Standard-Stück „Morning“ mit Flöte statt Saxofon und das stimmungsvolle Medley „Over the Rainbow / What a wonderful world“ sehr gut an. Trompeter Andy Lawrence sang sich in die Herzen der Zuhörer, als er bei „Mister Sandman“, Glen Millers „Moonlight Serenade“ und „I got rhythm“ von George Gershwin seine Stimme erklingen ließ. Kurz: Ein Abend, der zu einem wahren Fest für Swing- und Jazzfreunde wurde. Gabriele Böhm

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