Weilheim und Umgebung

Eine „Best Agerin“ lässt sich feiern

Jubiläum Die Weilheimer Realschule wurde vor 50 Jahren gegründet. Nach dem Festakt steigt morgen das große Jubiläumsschulfest. Von Bianca Lütz-Holoch

Zu den Gratulanten gehörten die neue Konrektorin Susanne Barth, Realschulleiter Robin Fehmer, Schulrätin Verena Dutschk, Bürgerm
Zu den Gratulanten gehörten die neue Konrektorin Susanne Barth, Realschulleiter Robin Fehmer, Schulrätin Verena Dutschk, Bürgermeister Johannes Züfle und Ex-Schulleiter Winfried Rindle (v. l.).

Ein 50. Geburtstag muss gebührend gefeiert werden. Darum steigt am morgigen Samstag ein großes Jubiläumsfest an der Realschule in Weilheim. Jede Menge Glückwünsche von offizieller Seite gab es schon vorher bei einem Festakt in der neuen Schulmensa. Eine „Best Agerin“, eine Frau im besten Alter, sei die 50-jährige Realschule Weilheim, sagte Schulrätin Verena Dutschk als Vertreterin des Staatlichen Schulamts Nürtingen und warf einen Blick zurück. Begonnen hatte alles mit der Auslagerung einer Klasse der Kirchheimer Freihof-Realschule im Jahr 1966. Ein Jahr später wurde die Realschule Weilheim dann offiziell eingerichtet. Erlebt hat die Jubilarin schon einiges: Den Einzug ins neue Bildungszentrum Wühle im Jahr 1971 zum Beispiel und vier Schulleiter, die die Einrichtung geprägt haben.

„Heute hat die Realschule Weilheim über 550 Schülerinnen und Schüler in 20 Klassen und etwa 40 Lehrkräfte“, so Verena Dutschk. Ein besonderes Merkmal der Schule sei ihr Sozialprofil. Sie pflege zudem Bildungspartnerschaften mit Unternehmen und arbeite eng mit der benachbarten Werkrealschule zusammen.

Für die Zukunft stehe die Realschule Weilheim vor den gleichen Herausforderungen wie andere Schulen auch. Eine ist, den unterschiedlichen Voraussetzungen der Kinder gerecht zu werden. „Unterricht wird sich künftig noch mehr auf den individuellen Lernweg der Schüler einstellen müssen“, betonte Verena Dutschk: „Keine und keiner soll zurückbleiben, niemand soll verloren gehen.“

„Wissen ist die Ressource unserer Zukunft“, sagte Weilheims Bürgermeister Johannes Züfle. Nur mit gut ausgebildeten jungen Menschen könne sich Deutschland im internationalen Wettbewerb behaupten. Die Realschule Weilheim trage seit fünf Jahrzehnten dazu bei. „Sie ist ein Erfolgsmodell“, so der Bürgermeister. Heute habe die einst zweizügig geplante Schule stets drei bis fünf Züge. „Welche Bedeutung sie hat, kann man schon erfassen, wenn man an einem normalen Schultag die Vielzahl von Kindern sieht, die dem Schulgebäude zuströmen.“

„Die Menschen hier leben mit ihrer Realschule und interessieren sich auch für sie“, betonte Schulleiter Robin Fehmer. Als er vor acht Jahren - zunächst noch als Lehrer - nach Weilheim kam, sei ihm schnell die große Verankerung der Schule in Kommune und Elternschaft aufgefallen. Von eben jener konnte auch Ralf Stüber, Vorsitzender des Elternbeirats und des Fördervereins, berichten. „Viele Ex-Schüler sind jetzt Eltern von Kindern, die in die Realschule gehen“, merkte Stüber an. Welchen Status die Schule im Ort hat, zeige auch die hohe Zahl der Grundschüler, die sich nach der vierten Klasse für die Realschule entscheiden. „Mit der Realschule wurde in Weilheim eine solide Grundlage geschaffen - für eine Lehre, das Gymnasium, aber auch das Leben an sich“, so Stüber.

Das Wahlmotto der Schule „Miteinander lernen, füreinander da sein“ sei überaus passend, lobte Schulleiter Robin Fehmer. „Es charakterisiert nicht nur das Zusammenspiel zwischen Schülern und Lehrkräften.“ Auch die Eltern würden sich intensiv einbringen. Ein aktuelles Beispiel ist das Schulfest, das Martin Perraudin als zentraler Jubiläumskoordinator geplant hat, und bei dem 80 Eltern mit anpacken.

Keine reine Wissensvermittlung

Aber es hat sich auch einiges verändert in den vergangenen fünf Jahrzehnten. „Wo einst die reine Wissensvermittlung - bevorzugt am Vormittag - das Ziel war, bedeutet Schule heute mehr“, veranschaulichte Robin Fehmer. Immer öfter sind beide Elternteile berufstätig, und die Schule trägt dem Rechnung: „Mit Ganztag, Mittagessen und Aufenthaltsmöglichkeiten über Mittag“, so Fehmer. Auch räumlich hat sich einiges getan. Erst kam der Erweiterungsbau, dann die Pavillons - und zuletzt die Mensa mit Ganztagsbereich.

Keinen Blick zurück auf die vergangenen 50, aber dafür auf die vergangenen fünf Jahre warfen die beiden Schülerinnen Julia Steinberg und Mona Lehnert. Die Instrumentalklasse der Realschule und der Chor sorgten für Musik, und die Inline-Projektgruppe gab schon mal eine Vorschau auf das Programm, das die Gäste des morgigen Schulfests erwartet.

Eine Sache wird ab sofort übrigens anders sein: der Schulstempel. Ralf Stüber überreichte Robin Fehmer ein neu gestaltetes Exemplar - damit die Weilheimer Realschule künftig auch auf dem Papier einen modernen, zeitgemäßen Eindruck hinterlässt.

Mit Schwung in die Zukunft: Die Inline-Projektgruppe gratuliert der Realschule Weilheim zum 50. Geburtstag.Fotos: Jean-Luc Jacqu
Mit Schwung in die Zukunft: Die Inline-Projektgruppe gratuliert der Realschule Weilheim zum 50. Geburtstag.Fotos: Jean-Luc Jacques

Das Programm beim Jubiläumsschulfest

Am morgigen Samstag, 22. Juli, findet rund um die Realschule Weilheim ein Jubiläumsschulfest statt. Ab 14 Uhr sind Interessierte zu Aufführungen, Aktionen und Ausstellungen eingeladen. Um 19 Uhr startet das Ehemaligen-, Eltern- und Freundefest im Festzelt. In der Mensa gibt es Kaffee und Kuchen, draußen wird gegrillt.

Nachmittags wartet ein buntes Programm auf die Gäste. Die Inline-Projektgruppe tritt auf, es gibt Tanz, Rope-Skipping, ein Quiz und historische Szenen. Wer möchte, kann Stofftaschen bedrucken oder alte Schulhofspiele ausprobieren. Ausstellungen zeigen Highlights der letzten 50 Jahre, Klassenfotos und alte Schülerarbeiten.

Abends spielt im Festzelt die Schulband Hits der letzten 50 Jahre. Danach unterhält „All inclusive“ - ebenfalls einst Schülerband der Realschule Weilheim - mit Soul, Funk und Blues.

Den genauen Zeitplan rund ums Schulfest finden Interessierte online unter www.realschule-weilheim.de.tb

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