Weilheim und Umgebung

Eine Ehrung, ein Abschied und ein Comeback

Gemeinderat Gerda Schrägle sitzt seit 20 Jahren im Ratsrund. Martina Herrlinger geht, Dr. Ulrich Mors rückt nach.

Gerda Schrägle (rechts). Foto: pr
Gerda Schrägle (rechts). Foto: pr

Weilheim. Anerkennung, Freude und Wehmut - all das gab es in Weilheim in der ersten Gemeinderatssitzung nach den Sommerferien. Die SBV-Stadträtin Gerda Schrägle wurde für zwei Jahrzehnte Gemeinderatstätigkeit geehrt. Ihre Fraktionskollegin Martina Herrlinger sagte nach 13 Jahren aus beruflichen Gründen Adieu. Auf ihrem Platz sitzt nun Dr. Ulrich Mors.

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1997 rückte Gerda Schrägle für Hans Riek in den Weilheimer Gemeinderat nach. Vier Mal wurde sie nun schon wiedergewählt, seit 2009 ist sie Stimmenkönigin der SBV. „Es ist ein großes Vertrauen, das Ihnen die Bürger ausgesprochen haben“, stellte Weilheims Bürgermeister Johannes Züfle klar. Die Diplom-Finanzwirtin glänze durch ihr besonderes Gespür für Zahlen: „Haushaltsanalysen und Steuerrecht sind Sternstunden für Sie.“ Auch für Bildung, Kinderbetreuung und Vereinssport habe sich die Gruppierungssprecherin der SBV immer besonders eingesetzt, ebenso wie für mehr Transparenz und Bürgernähe.

„Ausdauer, Beharrlichkeit und Weitblick zeichnen Sie aus“, sagte Johannes Züfle. Zudem habe Gerda Schrägle das Miteinander über Gruppierungsgrenzen hinweg vorangetrieben und auch mal die eigene Meinung revidiert. Martin Pfauth bezeichnete seine Fraktionskollegin als „Triebfeder, Prellbock, Sündenbock und Stachel im Fleisch der Verwaltung“. Sie verfüge über hohe Nehmerqualitäten: „Rückschläge und Tiefschläge steckst du weg, stehst auf und machst weiter.“

Dass sie auch nach 20 Jahren vor Energie sprüht, daran ließ Gerda Schrägle keinen Zweifel: „Es gibt noch so viel zu tun - packen wir‘s an“, sagte sie und äußerte einen großen Wunsch: „Es wäre schön, wenn sich das Gremium irgendwann so zusammensetzen würde wie die Bevölkerung: nämlich zu mindestens 50 Prozent aus Frauen.“

Drei Frauen sind jetzt noch im Weilheimer Gremium übrig. SBV-Stadträtin Martina Herrlinger legte ihr Amt aus beruflichen Gründen nieder. Nach einem Studium übernahm sie einen neuen Job als Stationsleiterin in der Klinik Nürtingen. Sie ziehen zu lassen, erfülle ihn mit Wehmut, sagte Johannes Züfle. Mit Martina Herrlinger verliere Weilheim eine engagierte, erfahrene Stadträtin, die mit Weitblick und Unvoreingenommenheit agiert habe. „Unsachlichkeiten waren Ihnen ein Graus“, so Züfle. Für Gesundheit, Kinder und Familie habe sich Martina Herrlinger besonders engagiert. „Die Menschen standen für dich im Vordergrund“, sagte Gerda Schrägle und zitierte ihre Fraktionskollegin: „Du hast immer gesagt: Hardware ist das eine, Software wichtiger.“

Für Martina Herrlinger ist Dr. Ulrich Mors nachgerückt. Johannes Züfle sprach von einem „Comeback“ nach 13 Jahren. Der Weilheimer Arzt hatte bereits von 1994 bis 2004 im Gemeinderat gesessen.Bianca Lütz-Holoch

Fotos: PR
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Martina Herrlinger (Mitte) und Dr. Ulrich Mors (rechts). Foto: pr
Martina Herrlinger (Mitte) und Dr. Ulrich Mors (rechts). Foto: pr