Weilheim und Umgebung

Eine Gemeinde sagt „Danke“

Auszeichnung „Nicht geschimpft ist gelobt genug“ reicht den Holzmadenern nicht.

Stellvertretend für alle Ehrenamtlichen wurden die Teams des Sponsorenlaufs und des Kinderbasars geehrt. Foto: Monika Läufle
Stellvertretend für alle Ehrenamtlichen wurden die Teams des Sponsorenlaufs und des Kinderbasars geehrt. Foto: Monika Läufle

Holzmaden. Der Herbst ist oftmals die Jahreszeit, in der man einfach „Danke“ sagt und daran erinnert, dass etwas nicht selbstverständlich ist, nur weil es tagtäglich vorhanden ist. Dies gilt nicht nur für Lebensmittel und eine gute Ernte, sondern auch für die ehrenamtliche Arbeit. Weil das Prinzip „nicht geschimpft ist gelobt genug“ eben nicht genug ist, veranstaltet die Gemeinde Holzmaden alle zwei Jahre eine Bürgerdankveranstaltung. Damit sollen all die Menschen geehrt werden, die viel Zeit und Energie einsetzen, um andere Menschen zu unterstützen.

130 Ehrenamtliche zu Gast

Die betroffenen Ehrenamtler wurden in die Gemeindehalle geladen. Doch bevor alle überhaupt zu den Plätzen in der Halle fanden, wurde bereits im Eingangsbereich bei Wein und Snacks ausführlich miteinander geplaudert. Zur Begrüßung ergriff dann mit leichter Verspätung Bürgermeisterin Susanne Irion das Wort, die die Anwesenden in ihrer Einstiegsrede lobte. „Es gibt kaum einen Bereich des alltäglichen Zusammenlebens, in dem wir kein ehrenamtliches Engagement finden.“ Gemeint waren damit an diesem Abend, gut an ihren Uniformen und Trachten zu erkennen, die Freiwillige Feuerwehr und der Schützen- und Musikverein. Darüber hinaus die Damen des Chors sowie zahlreiche Menschen, die sich in der Altenpflege, in Selbsthilfegruppen, in der Kirche, in der Politik oder für den Naturschutz engagieren.

Verdient hätte es jeder der 130 Gäste, namentlich begrüßt zu werden. „Ehrengäste sind Sie alle“, versicherte die Bürgermeisterin überzeugt. Stellvertretend für alle Anwesenden wurden allerdings drei Organisation herausgegriffen und geehrt. Gemeinsam haben diese, dass sie sich für die Kinder- und Jugendförderung engagieren.

Spenden helfen den Kindern

Auch die Veranstalter des Sponsorenlaufs auf dem Bätscherfest waren in der Halle zu Gast. Sie punkteten im Juli bei ihrem Event mit einem besonderen Schmankerl: Wer damals am Lauf teilnahm, suchte sich im Voraus einen Sponsor, der einen selbst gewählten Betrag pro gelaufener Runde spendete. Zwischen 10 Cent und 30 Euro wurden pro Runde bezahlt. Mit dem erlaufenen Geld wurde anschließend das Trampolin auf dem Schulhof gesponsert. Geehrt wurden auch die Damen, die seit 1997 den Kinderkleiderbasar organisieren. Alleine bei der letzten Veranstaltung wurden über 9 000 Artikel angeboten. Zehn Prozent des Erlöses floss in Projekte, die Holzmadener Kindern und Jugendlichen zugute kommen. So wurden in all den Jahren fast 30 000 Euro gesammelt. Mit dem Geld wurden unter anderem der Skaterplatz, Theaterbesuche für Schulkinder oder die Ausstattung des Computerraums bezahlt.

Andreas Mendyk war zwar nicht vor Ort, dafür aber dort im Einsatz, wofür er geehrt wurde - bei der Offenen Kinder- und Jugendarbeit. Einen besonderen Gast musste Bürgermeisterin Susanne Irion dann aber doch noch erwähnen: Gert Hauschild. Ihm wurde erst im Juli für seine außergewöhnlichen Verdienste in Kommunalpolitik, Rotem Kreuz, Sozialverband und der Kriegsgräberfürsorge das Bundesverdienstkreuz verliehen. Zusammen mit den anderen Gästen ließen die geehrten Teilnehmer den Abend gesellig ausklingen. Monika Läufle

Warum ehrenamtliches Engagement?

Ursula Heilemann (Chor): „Es macht Spaß, im Chor zu singen. Ich genieße mittwochs bei den Proben immer die Gemeinschaft.“

Lennart Dopatka (Freiwillige Feuerwehr): „Weil es Spaß macht. Ich habe schon in der Jugend angefangen und bin dabeigeblieben.“

Thomas Hauk (Schützengilde): „Ich bin schon viele Jahre dabei und inzwischen gehört es einfach zum Leben dazu. Ich bin mit 18 in den Ausschuss gewählt worden. Damals hat mir das geholfen, selbstständiger zu werden. Ich mache es aber auch, weil sich keine anderen mehr finden.“

Heike Habermann (Kinderkleiderbasar): „Es ist zwar sehr viel Arbeit, macht aber Spaß, und ich kann etwas in der Gemeinde bewegen.“

Jochen Wagner (Förderverein): „Ich möchte etwas für die Gemeinde tun, in der ich lebe. Außerdem bringt es mir Freude, im Team zu arbeiten und etwas zu gestalten. Es ist wichtig, sich in der heutigen Zeit ehrenamtlich zu engagieren.“ ml

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