Weilheim und Umgebung

Eine Investition, die sich auszahlt

Rettungskräfte 344 000 Euro teuer, 14 Tonnen schwer und Allradantrieb – die Freiwillige Feuerwehr Holzmaden hat ein neues Löschfahrzeug bekommen. Bis zum ersten Einsatz dauert es aber noch etwas. Von Daniela Haußmann

Holzmadens Bürgermeisterin Susanne Irion und Stefan Heymann übergeben Feuerwehrkommandant Thomas Polster den Schlüssel für das L
Holzmadens Bürgermeisterin Susanne Irion und Stefan Heymann übergeben Feuerwehrkommandant Thomas Polster den Schlüssel für das Löschfahrzeug LF 10.Foto: Daniela Haußmann

Allen Grund zur Freude haben die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Holzmaden: Nach rund fünf Jahren Planung und über zwölf Monaten Wartezeit haben sie nun von Bürgermeisterin Susanne Irion den Schlüssel für das neue Löschfahrzeug (LF) überreicht bekommen. Das circa 344 000 Euro teure LF 10 wird künftig das LF 8 ersetzen, das mit den Rettungskräften 32 Jahre lang zuverlässig in jeden Einsatz rollte. „Vielen von uns wird es in guter Erinnerung bleiben“, versicherte Kommandant Thomas Polster. „Schließlich sind nicht wenige von uns mit dem Oldie zum Standesamt gefahren.“

Am Sonntag drehte das alte Gefährt in der Urzeitgemeinde seine letzten Runden. Dutzende der etwa 500 Besucher, die die Fahrzeugübergabe verfolgten, nutzten die Gelegenheit, einmal in einem echten Feuerwehrauto mitzufahren. „Das LF 8 wird unserem Fuhrpark allerdings nicht als Oldtimer erhalten bleiben, sondern verkauft“, berichtete Thomas Polster. Bernhard Dittrich war sich jedenfalls sicher, dass sich das neue Fahrzeug ebenfalls lange bewähren wird. „Ich denke, dass Sie für die nächsten 25 Jahre optimal für den Einsatz gerüstet sind“, so der Kreisbrandmeister. Der Vertreter des Landratsamtes Esslingen betonte, dass die 90 000 Euro, die die Urzeitgemeinde für die Anschaffung vom Land erhalten hat, mehr als ein Tropfen auf den heißen Stein sind.

Immer wieder taucht laut Susanne Irion die Frage auf, „ob derartig teure Anschaffungen sein müssen“. Für die Bürgermeisterin jedenfalls hat der Brand von Notre Dame gezeigt, dass sich Investitionen in die Feuerwehr im Ernstfall auszahlen. Thomas Polster wies darauf hin, dass die Holzmadener Wehr zuletzt 1997 ein Neufahrzeug beschafft hat. „Der Mannschaftstransportwagen, den wir 2003 gekauft haben, war gebraucht“, so der Kommandant, der sich sicher ist, dass das LF 10 die Schlagkraft der Rettungskräfte deutlich erhöht.

Mit dem 14 000 Kilo schweren und 299 PS starken Mercedes Benz Atego 1530 können im Einsatz sogar 360 Meter Schlauchreserve während der Fahrt verlegt werden. „Wenn beispielsweise der nächste Hydrant mehrere Straßen entfernt liegt oder mehr Wasser benötigt wird, das über größere Distanz zum Einsatz gelangen muss, ist diese zusätzliche Schlauchlänge hilfreich“, erklärte Thomas Polster. Zur Ausstattung des LF 10 gehört auch ein Allradantrieb und ein Automatikgetriebe. Das neue Fahrzeug verfügt über einen 1 600 Liter großen Löschwassertank. „Der sorgt dafür, dass wir schneller zum Innenangriff übergehen können“, sagte Sebastian Kneile. „Außerdem haben wir jetzt einen Lichtmast, der schätzungsweise 2 000 Watt stark ist.“ Damit lässt sich dem Gruppenführer zufolge die Einsatzstelle in einem 15 bis 20 Meter großen Radius optimal ausleuchten.

Bis das LF 10 aber offiziell für den Einsatz bereitsteht, dauert es allerdings noch. „Denn jeder von uns muss sich mit dem Feuerwehrauto erst einmal vertraut machen“, betonte Thomas Polster. „So lange werden wir noch mit dem alten Fahrzeug in den Einsatz fahren.“ Pfarrer Andreas Taut sprach für die Kameraden ein Gebet - damit diese auch stets unversehrt aus ihren Einsätzen zurückkommen.

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