Weilheim und Umgebung

Eine Königin wird herausgeputzt

Renovierung der Stehle-Orgel in der Kirche Sankt Franziskus in Weilheim

Nach fast 30 Jahren benötigt die Orgel in der Franziskuskirche Weilheim eine Frischekur. Nun, rechtzeitig zu Weihnachten, bricht das Instrument sein Schweigen.

Pünktlich zu Weihnachten erschallt die frisch sanierte Orgel in der Franziskuskirche.Foto: pr
Pünktlich zu Weihnachten erschallt die frisch sanierte Orgel in der Franziskuskirche.Foto: pr

Weilheim. Schon fast dreißig Jahre thront die Orgel gegenüber des bunten Geyer-Ostfensters. 1986 von der Firma Stehle erbaut, erfüllen ihre siebzehn Register seither in Gottesdiensten und Konzerten den großen Kirchenraum mit Klang, zur Freude der Franziskusgemeinde, die damals den finanziellen Kraftakt zur Anschaffung einer mechanischen Pfeifenorgel leistete. Entstanden ist ein sorgfältig gebautes Instrument, das eine gute Ausgangsbasis für die derzeitige Restaurierung bietet. Diese Restaurierung besteht zuerst aus einer großen Grundreinigung, da sich nach der Innenrenovierung der Franziskuskirche feiner Staub in den Ritzen der Pfeifen festsetzte, sodass immer wieder einige Pfeifen aufgrund der Verschmutzung ihren Ton aufgaben.

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Die Akustik des Kirchenraumes änderte sich durch die Baumaßnahmen so stark, dass die Orgel nun klanglich angepasst werden muss. Das Instrument verfügt über kein eigenständiges tiefes Pedal-Register. Dadurch fehlt der Orgel jedoch ein tragfähiges Fundament. So bekommt sie nun zusätzlich zwei neue Pedalregister und eine Schwebung 8 im Schwellwerk. Orgelbaumeister Markus Hilbel, Inhaber der Orgelbaufirma Stehle, baut mit seinen Mitarbeitern das gesamte Pfeifenwerk aus. Sie reinigen es und tauschen Verschleißteile aus. Die Klaviaturen und die Spieltrakturen werden nachreguliert. Zahlreiche Helfer vom Chor der Franziskuskirche restaurierten drei Tage lang die Gehäusetüren, die nun wieder perfekt schließen.

Die große Herausforderung für Markus Hilbel ist jedoch die sogenannte Intonation der Orgel. Hierbei bestimmt der Orgelbauer die Ansprache, Lautstärke und Klangfarbe der Pfeife. Jedes Register soll charaktervoll und ausdrucksstark sein und sich dabei dennoch gut im Gesamtklang mischen.

Nach zwölf arbeitsreichen Wochen und 32 Gottesdiensten mit E-Piano bricht die Orgel ihr Schweigen. Sie wird erstmals wieder am 24. Dezember um 22 Uhr in der Christmette erklingen. Der Chor der Franziskuskirche gestaltet die Messe mit der Orgelsolomesse „Missa Sancti Joannis de Deo“ B-Dur von Joseph Haydn zusammen mit Ernst Leuze an der Orgel, Christine Euchenhofer (Sopran) und einer Streichergruppe. Die Leitung hat Kirchenmusikerin Petra Elze. Nach Weihnachten beginnt in einem zweiten Bauabschnitt der Einbau der neuen Bass-Register. Bis Ende Februar sollen die Arbeiten abgeschlossen sein.

Zu den bunten Glasfenstern gesellt sich dann die Farbigkeit eines Instrumentes mit 20 klangschönen Registern. Das wird die Orgel im kommenden Jahr bei mehreren Konzerten unter Beweis stellen. Sie soll wieder strahlen – optisch wie klanglich.pe

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