Weilheim und Umgebung

Er bringt neue Ideen zur Feuerwehr

Engagement Der 26-jährige Manuel Schumacher aus Weilheim gestaltet die Jugendfeuerwehr mit innovativen Ansätzen. Nun ist er für den Ehrenamtspreis nominiert. Von Daniela Haußmann

Manuel Schumacher (Mitte) hat ein Video gedreht, um neue Mitglieder zu rekrutieren. Der Plan ging auf: Innerhalb kurzer Zeit ver
Manuel Schumacher (Mitte) hat ein Video gedreht, um neue Mitglieder zu rekrutieren. Der Plan ging auf: Innerhalb kurzer Zeit verdoppelte sich die Zahl der Jungfeuerwehrleute von 15 auf 30.Foto: Daniela Haußmann

Manuel Schumacher brennt für die Feuerwehr, und das schon seit seinem 13. Lebensjahr. Retten, löschen, bergen, schützen - die Werte, die hinter dem Motto der Floriansjünger stehen, sind dem 26-Jährigen in Fleisch und Blut übergegangen. Verantwortung übernehmen, sich gesellschaftlich engagieren und für das Wohl anderer starkmachen, sind ethische Grundsätze, die Manuel Schumacher bei der Freiwilligen Feuerwehr Weilheim mit ganzem Herzen an junge Menschen weitergibt. Nicht zuletzt deshalb haben ihn seine Kameraden vor vier Jahren zum Jugendwart gewählt.

Video bringt mehr Mitglieder

Mit seinen damals 22 Jahren brachte Schumacher, der nun für den Ehrenamtspreis nominiert ist, frischen Wind in die Abteilung. Mit neuen Ideen und kreativen Konzepten begeisterte er jede Menge Schüler für die Jugendfeuerwehr. Der gelernte Schreiner entwarf auf die Altersgruppe zugeschnittene Flyer, die er mit Kollegen in der Schule und in Geschäften verteilte. Er lud zum Infotag ein, und ein selbst gedrehtes Video, in dem zu sehen war, wie künftige Einsatzkräfte den Ernstfall probten, wurde online gestellt. Binnen kürzester Zeit verdoppelte sich die Zahl der Jugendfeuerwehrleute von 15 auf fast 30. Der Funke der Begeisterung war erfolgreich übergesprungen. Und das tut er noch immer, denn Manuel Schumacher lässt sich einiges einfallen, um die Faszination an der Feuerwehr am Leben zu halten.

Bei ihm gibt’s keinen Frontalunterricht, sondern Action. „Natürlich müssen die Jugendlichen wissen, worauf es beim Innenangriff ankommt, wie die Eigensicherung oder die Löschwasserversorgung sichergestellt wird“, betont Manuel Schumacher. Er findet aber, dass sich die Theorie am besten einprägt, wenn sie lebendig vermittelt wird. Wettbewerbe, bei denen die Jugendlichen in Rekordzeit möglichst viele Armaturen beliebig zusammenschrauben, sorgen dafür, dass sie Geräte und deren Funktion spielerisch und mit Begeisterung kennenlernen. Aber auch Geschicklichkeitsspiele peppen die alle 14 Tage stattfindenden Übungsabende auf.

So heben die Jugendlichen beispielsweise mit Hebeeisen Paletten an, auf denen ein voller Wassereimer steht. „Herausschwappen darf aus dem natürlich nichts“, lacht Manuel Schumacher. „Alle Aufgaben sind so angelegt, dass sie sich nur in der Gruppe bewältigen lassen.“ So werden Kameradschaft, Zusammenhalt und Teamwork gestärkt. Ohne diese drei Dinge kommt keine Feuerwehr aus. „Gerade im Einsatz müssen sich die Truppmitglieder aufeinander verlassen und zusammenarbeiten können“, erklärt Schumacher. „Schließlich ist es unsere wichtigste Aufgabe, Menschen und Tiere aus höchster Not zu retten.“ Eine Verantwortung, die er den Jugendlichen früh vermittelt.

Der erlebnisorientierte Ansatz in der Jugendarbeit kommt an. Lene Ulmer jedenfalls findet, dass „Herr Schumacher ein cooler Lehrer ist“. „Die Übungen sind bei ihm immer abwechslungsreich“, findet die 11-Jährige. „Toll ist auch, dass wir vor Kurzem einen kleinen Radausflug zum Grillen gemacht haben.“ Ein Highlight, das laut Manuel Schumacher den Spaß an der Feuerwehr genauso fördert wie den Gruppensinn.

Das „Wir“ zählt

Ein Beispiel dafür sind Janick Alber und Chan Ay. Die beiden Jugendfeuerwehrleute sind oft lange vor Übungsbeginn am Gerätehaus, um mit anderen Mitgliedern Zeit zu verbringen und sich auszutauschen. Adrian Wiedmann findet es gut, dass die Möglichkeit besteht, einmal im Jahr eine fremde Feuerwehr zu besuchen. „2017 waren wir in Kirchheim, dieses Jahr geht’s nach Nürtingen“, freut sich der 15-Jährige.

Manuel Schumacher ist mit seinen Schützlingen auch schon im Feuerwehrauto zur Eisdiele gefahren. Ihm ist bewusst, dass Vereine und Organisationen jungen Menschen heutzutage stets von Neuem etwas bieten müssen, um attraktiv zu sein. Dazu braucht es Leute, die selbst „Feuer und Flamme“ sind und andere zum „Brennen“ bringen. Manuel Schumacher ist so ein „Brandstifter“. Das zeigt die Mundpropaganda, durch die die Weilheimer Jugendfeuerwehr jährlich vier bis fünf neue Mitglieder gewinnt. In der Zähringerstadt müssen sich die Floriansjünger vorerst keine Sorgen um den Nachwuchs machen.

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