Weilheim und Umgebung

„Er hat immer zugehört“

Nachruf Mit dem plötzlichen Tod von Bernd Mauch verliert die Grundschule Neidlingen einen Traumpädagogen.

Umfrage Wahlen 2009Nr. 9Bernd Mauch
Umfrage Wahlen 2009Nr. 9Bernd Mauch

Neidlingen. „Für mich war er der Fels in der Brandung“, sagt Kerstin Deuschle. „Ob wegen der Schule oder mit privaten Anliegen, er hat immer zugehört. Ich hatte nie das Gefühl, dass er der Chef ist.“ Die junge Lehrerin wird ihren plötzlich verstorbenen Schulleiter Bernd Mauch vermissen. Auch Kollegin Sabine Milling beschreibt ihn als „einen wunderbaren Menschen“. Er habe die Grundschule Neidlingen zu dem gemacht, was sie heute sei.

Anzeige

Der neue Kletterparcours auf dem Schulhof ist auch ein Symbol für Mauchs Sportbegeisterung: Seit 1969 war er beim Basketball des VfL Kirchheim aktiv. Er baute den Senioren-Basketball auf, war bis 2015 mehrfacher Jugendtrainer, Mitorganisator, Moderator, gute Seele der Basketball-Camps und seit 2007 stellvertretender Abteilungsleiter. Eine weitere Leidenschaft galt den Trickfilmen, die er in den Ferien mit seinen Schülern gedreht hat und für die er mit ihnen mehrere Auszeichnungen bekam.

Bernd Mauch war stolz auf seine Schule. Mit 62 Jahren war er zwar der Älteste im Team. „Er hätte sich vorstellen können, noch etwas weiterzumachen“, sagt Sabine Milling zum nahenden Ruhestand. „Man hatte nie das Gefühl, dass ihm seine Arbeit lästig ist.“

Pfarrerin Ute Stolz, die als Religionslehrerin zum Kollegium gehört, beschreibt Bernd Mauch als „absolut integren, sehr entspannten, entgegenkommenden und freundlichen Chef“. Mit seinem ausgeglichenen Wesen habe er eine riesige Gelassenheit ausgestrahlt. Aktuell habe Bernd Mauch das Zirkusprojekt vor Pfingsten geplant. „Er hat sich darauf gefreut.“ Die Tür zum Büro des Schulleiters sei immer offen gestanden, außer bei persönlichen Gesprächen. „Er war an jedem von uns interessiert.“ Bernd Mauch sei gerne zur Schule gekommen, sei jedoch auch gerne für seine Familie da gewesen.

„Bei ihm war kein Kind abgeschrieben“, sagt Ute Stolz. Der Pädagoge habe sich jedem Schüler zugewandt, auch den Schwächeren. „Auf seine vierte Klasse war er gerade besonders stolz, weil die so gut ist.“ Noch eines hat die Pfarrerin an ihrem Schulleiter geschätzt: Er war ein Mann, was an Grundschulen Seltenheitswert hat. „Die Jungs waren so froh an ihrem männlichen Vorbild.“

„Ich mochte ihn sehr“, sagt Bürgermeister Klaus Däschler, „er war ein sehr guter Mensch.“ 2005 war Mauch als Neidlinger Schulleiter eingesetzt worden. „Er war ein Pädagoge, der andere mitnahm“, sagt Klaus Däschler. „Er war ruhig und zurückhaltend. Er war sorgfältig, bewies aber gleichzeitig Leichtigkeit. Er war ein Vorbild für Eltern und Kinder.“Peter Dietrich