Weilheim und Umgebung

Erfahrungen sammeln fern der Heimat

Milena Hitzer aus Neidlingen leistet in einem Kinderheim in Chile Freiwilligendienst

Seit Mitte August lebt die 18-jährige Neidlingerin Milena Hitzer für sieben Monate in der chilenischen Küstenstadt Viña del Mar – der mit rund 300 000 Einwohnern viertgrößten Stadt des Landes. Die Abiturientin leistet dort Freiwilligendienst im örtlichen Kinderheim.

Erfahrungen sammeln fern der Heimat
Erfahrungen sammeln fern der Heimat

Neidlingen. Wie für so viele in ihrem Alter stand für Milena fest, dass sie nach dem Abitur nicht direkt mit einer Ausbildung oder einem Studium starten, sondern stattdessen ins Ausland gehen möchte – „um ein wenig Abwechslung ins alltägliche Leben zu bringen und neue Lebenserfahrung zu sammeln“, wie sie selbst erklärt.

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„Mein Traum, nach dem Abi nach Südamerika zu gehen, entstand schon vor mehreren Jahren“, erzählt Milena weiter. So habe sie im Spanischunterricht in der Schule einiges über den Kontinent gelernt und auch ein spannendes Buch über einen Freiwilligen in Peru gelesen. „So habe ich erstmals von der Möglichkeit erfahren, in Südamerika als Freiwillige zu arbeiten. Außerdem haben mir einige Bekannte von ihren Reisen dorthin erzählt“, berichtet die 18-Jährige.

Sie habe sich vorab gut auf die große Reise vorbereitet – die erste so weit weg von zu Hause, und das auch noch ganz alleine. Die Organisation, für die sich Milena entschied, nennt sich Chile Inside und vermittelt ganz unterschiedliche Auslandsaufenthalte wie beispielsweise Praktika, Work and Travel sowie Einsätze als Au Pair und im Freiwilligendienst. „Der große Vorteil ist, dass man seinen Aufenthalt im Gegensatz zu den kirchlich und staatlich geförderten Organisationen sehr flexibel gestalten kann“, begründet Milena ihre Wahl.

Als die Abreise nach Chile immer näher rückte, sei sie schon aufgeregt gewesen: „Eine Sorge, die jetzt im Nachhinein aber völlig unbegründet war, war die Sprache. Ich hatte in der Schule zwar fünf Jahre lang Spanisch, war aber dennoch unsicher, ob ich das gut genug hinbekomme.“ Gleich nach ihrer Ankunft besuchte sie daher einen zweiwöchigen Sprachkurs, über den sie auch sämtliche neuen Freunde aus unterschiedlichen Ländern – darunter auch Chilenen – kennenlernte. „Es war wirklich die beste Entscheidung, einen solchen Kurs zu machen.“ Regelmäßig unternimmt die 18-Jährige etwas mit der neuen Clique, sei es ein gemeinsamer Kochabend oder Ausflüge. Auch mit ihren WG-Mitbewohnern versteht sich Milena bestens. Die meisten von ihnen sind Einheimische. „Eine große Herausforderung ist natürlich, dass ich hier völlig auf mich gestellt bin und meinen Alltag ohne die Hilfe meiner Eltern organisieren muss“, sagt die junge Frau. „Aber genau das war mein Ziel – dass ich durch den Auslandsaufenthalt selbstständiger werde und mich weiterentwickle.“

Eigeninitiative ist auch bei ihrem Einsatz in einem örtlichen Kinderheim gefordert. Montags bis donnerstags hilft Milena dort mit. Derzeit leben dort zehn Kinder im Alter von eineinhalb bis sieben Jahren. Neben Milena sind noch zahlreiche andere Freiwillige im Heim beschäftigt – einer der Gründe, weshalb sie zu Beginn etwas unterfordert war. „Es gab einfach nicht viel zu tun. Meine Anwesenheit fühlte sich so unnütz und sinnlos an.“ Mittlerweile habe sich das nach den Anlaufschwierigkeiten aber gebessert. „Ich spiele mit den Kindern, unternehme Ausflüge mit ihnen und helfe den Jüngsten beim Mittagessen. Mein Ziel ist es, etwas Abwechslung in ihren Alltag zu bringen.“ So sei es für sie bereits ein Erfolgserlebnis, wenn sie den Kindern ein wenig Spaß bereiten könne, wenn diese sich über ihre Anwesenheit freuen. „Ich persönlich freue mich, wenn ich ihnen etwas Gutes tun kann, und wenn das nur Kleinigkeiten sind.“

Noch bis Januar ist Milena im Kinderheim beschäftigt. Bis zu ihrer Rückreise im März bleibt ihr so ausreichend Zeit, auf Reisen noch mehr von Südamerika kennenzulernen. „Ideen habe ich dafür schon viele. Vielleicht geht es gen Süden nach Patagonien oder in den Norden zur Atacamawüste, nach Peru, um den Machu Picchu zu besteigen“, überlegt Milena. „Viele schwärmen auch von Bolivien und Argentinien – Möglichkeiten gibt es also genug. Vielleicht besucht mich auch meine Familie über Weihnachten, und wir reisen gemeinsam ein wenig in Chile.“

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