Weilheim und Umgebung

Es brennt im ehemaligen Gasthaus Lamm

Vor zahlreichen Besuchern zeigt die Freiwillige Feuerwehr Holzmaden bei einer Schauübung ihr Können

Die Feuerwehr Holzmaden hat in der Ortsmitte am ehemaligen Gasthaus Lamm eine anspruchsvolle Übung durchgeführt. Dabei wurden Menschen gerettet und Brände gelöscht. Außerdem wurde ein Übergreifen der Flammen auf das Nachbargebäude verhindert. „Seien sie stolz auf die gezeigte Leistung“, betonte Kreisbrandmeister Bernhard Dittrich.

Das ehemalige Gasthaus Lamm in der Holzmadener Ortsmitte diente der Feuerwehr als ideales Übungsobjekt für eine Schauübung.Foto:
Das ehemalige Gasthaus Lamm in der Holzmadener Ortsmitte diente der Feuerwehr als ideales Übungsobjekt für eine Schauübung.Foto: Rainer Stephan

Holzmaden. Kommandant Thomas Polster begrüßte vor Einsatzbeginn rund 150 Zuschauer übers Mikrofon, erläuterte das Übungsszenario und kommentierte dann permanent den Ablauf. Übungsannahme war, dass es im Wohn- und Geschäftsgebäude zu einem Brand im Erdgeschoss gekommen war. Ein Mann konnte sich aus dem Gebäude retten. Zwei weitere Personen wurden im verrauchten Bereich des Erdgeschosses vermisst.

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Eine Probandin befand sich im ersten Obergeschoss und machte sich auf der Westseite des Gebäudes am Fenster bemerkbar. Vier Kinder waren im zweiten Obergeschoss eingeschlossen. Keine Person war unmittelbarer Gefahr ausgesetzt. Allen blieb jedoch der Rettungsweg über das verrauchte Treppenhaus verwehrt.

Nach der Alarmierung traf der Mannschaftstransportwagen zuerst am Einsatzort ein. Sogleich nahmen Einsatzleiter Max Dopatka und sein Assistent Wolfgang Berger die Lageerkundung vor und wirkten beruhigend auf den aus dem Erdgeschoss Geflüchteten ein. Der unter Schock stehende Mann erlitt kurze Zeit später eine Herzattacke. Die Sanitäter leiteten sofort eine Herz-Lungen-Wiederbelebung ein. Dafür fand der im angrenzenden Musikerhaus stationierte und für jeden Bürger zugängliche Defibrillator Verwendung. Auf der Hauptstraße wurde das Löschgruppenfahrzeug in Stellung gebracht. Unter Atemschutz nahmen zwei Trupps die Suche nach den im Erdgeschoss eingeschlossenen Personen mit Strahlrohren in Angriff. Daneben wurde eine „Riegelstellung“ aufgebaut, die ein Übergreifen der Flammen auf das Nachbargebäude verhindern sollte. Später folgte der Einsatz eines Hochdrucklüfters zur gezielten „Entrauchung“ des Gebäudes.

Das Tragkraftspritzenfahrzeug wurde an der Westseite des Gebäudes in der Schulstraße positioniert. Die Mannen brachten eine Steckleiter in Stellung, während andere die Wasserversorgung aufbauten. Schon bald führten die Einsatzkräfte das im ersten Stock eingeschlossene Mädchen an der Leiter herunter und übergaben es den Helfern der DRK-Bereitschaft Weilheim zur medizinischen Versorgung. „Dieses vorbildliche und unkomplizierte Miteinander der beiden Rettungsorganisationen hat sich bei der Hauptübung wieder bestens gezeigt“, sagte Kommandant Polster.

Als willkommener Gast zeigte sich die Feuerwehr Weilheim. Mit seiner Drehleiter fuhr der hilfsbereite Nachbar über die Kirchheimer Straße an und übernahm von der Nordseite aus die Rettung der vier Kinder, die vom zweiten Obergeschoss winkten und um Hilfe riefen. Nach der geglückten Rettung entlüfteten die Weilheimer noch den darunter liegenden Saal.

Weitere Einheiten kümmerten sich um die Koordinierung und Brandbekämpfung oder fungierten als Sicherungstrupp. Derweil sorgte die Jugendfeuerwehr für die Absperrungsarbeiten. Dem professionellen Vorgehen der Feuerwehrleute war umfänglicher Erfolg beschieden, sodass sich die Trupps alsbald den Aufräumarbeiten zuwenden konnten.

Bei der „Manöverkritik“ im Feuerwehrhaus dankte Kommandant Polster seinem Stellvertreter Max Dopatka für die Ausarbeitung der Übung und Küchenchef Horst Kirschmann für die Verpflegung der Manöverteilnehmer. Polsters spezieller Dank galt Hauseigentümer Gerd Beißer für die Überlassung des Übungsobjekts. Kreisbrandmeister Dittrich gratulierte zur gelungenen Übung und hob das perfekte Zusammenspiel heraus. Auch Bürgermeisterin Susanne Jakob war voll des Lobes und ging noch kurz auf anstehende Investitionen ein. Mit der Einladung zum verdienten Abendessen wurde in den geselligen Teil übergeleitet.