Weilheim und Umgebung

Es kommt - wenn auch abgespeckt

Wohnflächen Der Stadt Weilheim ist es nicht gelungen, alle Eigentümer der Grundstücke im Gebiet des künftigen Neubaugebiets Gänsweide III zum Verkauf zu bewegen. Nun wird eben drumherum geplant. Von Bianca Lütz-Holoch

Zwischen der Gänsweide II, die derzeit bebaut wird, und der Kelterstraße soll das Baugebiet Gänsweide III entstehen. Bleiben die
Zwischen der Gänsweide II, die derzeit bebaut wird, und der Kelterstraße soll das Baugebiet Gänsweide III entstehen. Bleiben die Eigentümer eines Grundstücks bei ihrem Nein, würde die begonnene Verbindungsstraße eine Sackgasse bleiben. Foto: Carsten Riedl

Gerade erst wachsen die Häuser im Weilheimer Neubaugebiet „Gänsweide II“ in die Höhe. Doch schon jetzt ist klar: Die Bauplätze reichen längst nicht aus. Es gibt noch viel mehr Bedarf. Darum plant die Stadt Weilheim bereits die nächste Erweiterung des Wohngebiets am Fuße der Limburg. Ganz einfach ist das nicht. Denn bevor es Ende des Jahres konkreter wird, sollen sich alle Grundstücke im künftigen Baugebiet im Besitz der Kommune befinden. Zwar ist eine Infoveranstaltung mit den Eigentümern nach Angaben der Stadt „sehr harmonisch“ verlaufen. Aber gibt es auch Ausnahmen: „Die Eigentümer von zwei Grundstücken sind nicht verkaufsbereit“, sagt Reiner Völlm von der Weilheimer Bauverwaltung. Dass das ganze Baugebiet daran scheitert, wollen Stadt und Gemeinderat sich aber nicht gefallen lassen. Sie haben deshalb beschlossen, einfach um die beiden Grundstücke, die nicht verkauft werden, herumzuplanen und eine abgespeckte Variante des Wohngebiets zu verwirklichen.

Ein Entwurf des Planungsbüros für eine alternative Variante liegt bereits vor. „Es würden drei bis vier Bauplätze verloren gehen“, räumt Reiner Völlm ein. Denn eines der beiden Grundstücke liegt mitten im künftigen Baugebiet und blockiert zudem noch die geplante Anschlussstraße an das Baugebiet Gänsweide II. „Die Fläche würde dann einfach grün bleiben“, erläutert Völlm. „An irgendeiner Stelle brauchen wir sowieso eine Grünfläche im Baugebiet.“ Die Straße würde dann von beiden Seiten aus jeweils zur Sackgasse.

Mit dieser Lösung kann die Stadt leben. Fest stünde aber auch, dass das grüne Grundstück in der Mitte des Gebiets nie mehr bebaut werden kann. „Wer jetzt nicht mitmacht, kann auch nicht im Nachhinein kommen - das muss den Eigentümern klar sein“, betont Weilheims Bürgermeister Johannes Züfle.

Die Stadtverwaltung will in den kommenden Wochen noch einmal das Gespräch mit den Grundstücksbesitzern suchen. Stimmen sie dem Verkauf doch noch zu, geht es mit dem ursprünglichen, großen Entwurf weiter. Bleibt es bei dem Nein, kommt die kleinere Variante.

25 bis 30 Bauplätze könnten in der Gänsweide III entstehen. Geplant sind - wie schon bei den beiden vorigen Abschnitten - größere Grundstücke für Einfamilienhäuser im oberen Bereich Richtung Limburg sowie dichtere Bebauung und Mehrfamilienhäuser im unteren Bereich. Ganz so großzügig wie in den beiden anderen Teilen der Gänsweide geht es im dritten Abschnitt aber nicht zu: „Sechs Ar große Grundstücke wird es nicht mehr geben“, sagt Reiner Völlm.Klar ist auch: Alternativen zur Gänsweide III existieren in Weilheim nur wenige. In anderen potenziellen Bereichen für Neubaugebiete ist die Verkaufsbereitschaft der Grundstückseigentümer noch geringer.

Um der großen Nachfrage nach Wohnraum gerecht zu werden, ohne ständig neue Flächen zu verbrauchen, hat die Stadt Weilheim zum wiederholten Mal eine Offensive zur Innenentwicklung gestartet. Fachleute der Kommunalentwicklung bieten Eigentümern von leer stehenden Häusern und unbebauten Grundstücken kostenlose Beratungsgespräche an.

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