Weilheim. Die Bilanz nach neun Monaten ist rundum erfreulich. „Das Recircle-System läuft bei uns in Weilheim sehr gut – sogar besser als erhofft“, freut sich Sina Schmid, bei der Stadtverwaltung Weilheim für das Thema Nachhaltigkeit zuständig. Nicht nur die Zahl der Kunden, die ihren Mittagstisch „to go“ in die Mehrweg-Pfandschüsseln statt in Einwegboxen packen lassen, wächst. „Auch immer mehr Gastronomen interessieren sich dafür“, sagt Sina Schmid. So ist jetzt aus dem Trio in Weilheim nun ein Quartett geworden. Neben dem Burgmann‘s, der Ratsstube und der Gaststätte zur Post, die von Anfang an dabei waren, nimmt jetzt auch die neu eröffnete Brasserie am Recircle-Pfandsystem teil.
Als sich die drei Weilheimer Gastronomen im vergangenen Juli dem Mehrwegsystem des Schweizer Unternehmens Recircle anschlossen, um Verpackungsmüll zu vermeiden, waren sie Vorreiter in der Region rund um die Teck. Die große Nachbarstadt Kirchheim folgte im November. Dort nehmen mittlerweile 15 Gastronomen und Metzgereien teil. Auch in anderen Gemeinden führen immer mehr Unternehmen die auberginefarbenen Pfandboxen ein.
Hygiene ist gewährleistet
Dem Erfolg von Recircle in Weilheim hat die Pandemie übrigens keinen Abbruch getan. „Es nehmen viel mehr Leute als sonst Essen mit“, begründet Sina Schmid. Auch die Hygiene ist kein Problem. Das Essen wird immer in frischen Boxen ausgegeben, die zuvor – genau wie Porzellanteller – in einer Industriespülmaschine gespült wurden. Für die Kunden fallen pro Box zehn Euro Pfand an. Wer die Schüssel abgibt, bekommt das Pfand zurück dann, wenn die Schüssel kaputt ist.
Die Mehrwegschüsseln bieten die Gastronomen aus Überzeugung an. Finanziell profitieren sie davon nicht. Zwar fallen die Kosten für Einwegmaterial weg. Dem gegenüber stehen jedoch Lizenz- und Nutzungsgebühren sowie der zusätzliche Aufwand für Spülen und Handling. bil
Interessierte können sich bei Fragen zum Thema Mehrweggeschirr per E-Mail an die Stadt wenden:
s.schmid@weilheim-teck.de