Weilheim und Umgebung

Falsche Wahlflyer aufgetaucht

Wahl In Weilheim haben Unbekannte gefälschte Handzettel verteilt. Der vermeintliche „Kandidat“ hat Strafanzeige erstattet.

Weilheim. Sie sind am Wochenende in Briefkästen gelandet, an einer Bushaltestelle, einer Gasthaustür und in einer Bank aufgetaucht: Zettel, die aussehen wie Wahlplakate und mit dem Namen und dem Konterfei von Dr. Walter Sigel bedruckt sind. „Sie sollen offenbar den Eindruck erwecken, ich wolle bei der Neuwahl am kommenden Sonntag gewählt werden“, sagt Dr. Walter Sigel, Amtsgerichtsdirektor a. D. und Vorstandsmitglied der Bürgerdemokratischen Fraktion Weilheim (BDF), die im vergangenen Jahr aus der Bürgerinitiative pro Limburghalle hervorgegangen ist. Die Zettel stammen jedoch nicht von ihm, betont der Weilheimer: „Ich habe auch keinen Verdacht, wer dahinter steckt und fühle mich missbraucht.“

Über das mögliche Motiv der Täter hat Sigel sich jedoch Gedanken gemacht: „Es geht vermutlich darum, bei der Bürgermeisterwahl am Sonntag Stimmen abzuziehen - von welcher Seite auch immer.“ Aus diesem Grund hat er gestern nicht nur Bürgermeister Johannes Züfle und dessen Herausforderer Hendrik van Woudenberg kontaktiert. „Ich habe zudem Strafanzeige bei der Polizei erstattet“, sagt Dr. Walter Sigel. Die Sache werde an die Staatsanwaltschaft weitergeleitet: „Es könnte der Tatbestand der Wählertäuschung zum Zug kommen“, weiß der Jurist. Sollte die Wahl am Sonntag knapp ausgehen und sollten dann auch noch Stimmen auf Dr. Walter Sigel entfallen, wäre das möglicherweise folgenreich: „Dann könnte jemand, der Interesse daran hat, an Wahlanfechtung denken“, so Sigel.

Wegen Verletzung seiner Persönlickheitsrechte möchte der Jurist aktuell nichts unternehmen. „Das ist für mich zweirangig“, sagt er. Dennoch sei ihm die Aktion mit den gefälschten Plakaten natürlich „ein ganz großer Dorn im Auge“. „Es entsteht der Eindruck, dass ich mich am Schluss noch in die Wahl einmischen wolle.“ Auch wenn es im Vorfeld Anfragen ihm gegenüber gegeben habe, sei es für ihn noch nie ein Thema gewesen, sich als Bürgermeisterkandidat in Weilheim aufstellen zu lassen. „Mit 68 Jahren bin ich doch gar nicht mehr wählbar“, sagt Sigel. „Und außerdem habe ich nicht das Bedürfnis, nach einem erfüllten Berufsleben als Richter und Jurist noch eine solche Aufgabe zu übernehmen.“ Bianca Lütz-Holoch

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