Weilheim und Umgebung

Feinschmecker klopfen Köchenauf die Schulter

Essen Was für ein Gaumenschmaus: Rund 130 Gäste haben es sich beim Genießer-Abend vom Verein „Schmeck‘ die Teck“ gut gehen lassen. Von Sabine Ackermann

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Schon im Foyer der Weilheimer Limburghalle machten die liebevoll präsentierten regional erzeugten Lebensmittel auf sich aufmerksam. „Das Schöne im Verein ist das Miteinander“, verrät die Geschäftsführerin Anne Rahm des Vereins „Schmeck‘ die Teck“, der derzeit rund 30 Betriebe zählt. Dazu gehören unter anderem Angelika Kuch vom Sulzburghof Unterlenningen und die Brennerei Thomas Rabel vom gleichnamigen Owener Berghof. Alle stellten im Laufe des Abends ihre Produkte vor. Eine besonders „flammende“ Rede über ihr Wirken hielt Beate Bientzle, Konditormeisterin aus Lenningen. Neu im Kreis der „Teckschmecker“ erzählte sie von ihren gesundheitlichen Einschränkungen wie ihrer Mehl-Allergie und einem Bandscheibenvorfall, die sie letztendlich in die Pralinenwerkstatt brachten. Und wie ihre selbst gemachten „nicht allzu süßen“ Kreationen schmecken, probierten die Gäste unverzüglich.

Nicht nur geschmacklich, auch optisch war das Vier-Gänge-Menü eine kulinarische Rundreise durch die Teck-Region. Schlachtplattenwrap mit kleinem Linsen-Gemüsesalat, Senfschaum und Ackersalat - schon die Vorspeise offenbarte die Fantasie der beiden Küchenmeister und Vertreter der Meistervereinigung Baden-Württemberg. Gemeint sind damit Harald Hartmann vom Restaurant Zähringer Stuben in Weilheim sowie Udo Kälberer, der den Gasthof Teckkeller in Kirchheim betreibt. Einem Schaumsüppchen von Kartoffel und Winterlauch mit Ravioli, folgte anschließend ein Geschmackserlebnis ganz in Weiß. Richtig was los auf dem Teller war beim Hauptgang: Zum zarten Bürgermeisterstück vom Weiderind gesellten sich ein kleines Kalbsragout in kräftiger Soße vom Hägen-Sherry mit Kürbistarte sowie saftigem Sellerie-Kräutergemüse. Rund 20 Stunden lang entwickelte davor das Muskelfleisch aus der Rinderkeule beim 58-Grad-warmen Sous-vide-Garen sein natürliches Aroma. „So ist das für uns total stressfrei“, verrät Udo Kälberer, der nach getaner Arbeit endlich mit den Gästen plauderte.

Und weil das Dessert für viele Gourmets ein Muss ist, beendete das Dreierlei aus „Zwetschge-Whisky-Schokolade“ den Genießer-Abend - freilich nur, was die Kochkunst betrifft. Denn gleichfalls als ein Genuss entpuppte sich die Sangeskunst der A-cappella-Gruppe „chiliDales“ aus Owen. „Reggae di uff?“ fragten sie. Das Publikum verneinte lautstark. Die zehn Herren unterhielten den Raum mit rhythmischem Gesang und lustigen Choreografien. Ein regionaler Glücksgriff, der den Abend bereicherte.

Auch Ines Christmann-Jacoby, die Ansprechperson für die „Nachhaltige Stadtentwicklung“, kam zu Wort. Sie lud alle Interessierten zum Stand der „Agenda 2030 - Globale Ziele“ ein. „Gratulation, war top“, lobte anschließend Walter Autenrieth, kurz bevor er sich nach fast fünf Stunden Anwesenheit auf den Heimweg machte. Da war er nicht der Einzige. Immer wieder kommen die Feinschmecker an den Tisch, klopfen ihrem Udo auf die Schulter oder umarmen ihn mit einem „Lecker war‘s“. Ohne Frage, der 47-jährige Kirchheimer ist der etwas extrovertiertere von den beiden Köchen.

Seit vielen Jahren kennt er seinen Freund und Kollegen Harry Hartmann. „Wir arbeiten beim Genießer-Abend Hand in Hand, und haben uns schon Wochen vorher gemeinsam eine neue Menüfolge überlegt.“ Generell sei es ein kameradschaftliches Miteinander, ganz ohne Neid oder Missgunst. Ganz im Gegenteil. Man helfe sich gegenseitig aus, berichtet Udo Kälberer, der beim Vorbereiten in seiner Küche auch schon mal gerne seine Lieblingsserie schaut.

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