Weilheim und Umgebung

Feuerwehr bekommt ein grünes Dach

Umwelt In Bissingen haben die Brandbekämpfer bald mehr Platz und tun noch etwas für den Klimaschutz.

Bissingen. Das Bissinger Feuerwehrmagazin ist in die Jahre gekommen: „Im Laufe der Zeit haben sich sowohl die Vorschriften als auch das Feuerwehrwesen stark verändert“, sagt Bürgermeis­ter Marcel Musolf. Für das Gebäude aus den 70er-Jahren stehen nun Um- und Anbauten auf dem Plan, und die sollen ein grünes Dach bekommen. Da eine ­Solaranlage wegen der Statik nicht möglich ist und der geplante Anbau im Schatten des Hauptgebäudes liegen wird, will die Gemeinde nun mit der Begrünung ihren Beitrag zum Klimaschutz leisten. Die Mehr­kosten für das Gründach liegen zwischen 8000 und 10 000 Euro. Diese hat der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung mit einer Gegenstimme bei 13 Ja-Stimmen beschlossen.

Die Anbauten an der Westseite des Feuerwehrmagazins dienen vor allem dazu, mehr Platz für Umkleide- und Sanitärräume zu schaffen. Dabei soll vor allem die „Schwarz-Weiß-Trennung“ ermöglicht werden. Was es damit auf sich hat, erklärt Bissingens Bürgermeister Marcel Musolf: „Es geht um die Trennung von normaler Kleidung und Berufskleidung.“ Wenn also die Einsatzkleidung kontaminiert, dreckig oder nass ist, sollte sie getrennt aufgehängt und gelüftet werden können. Das geht nur mit Doppelspinden für jedes Mitglied der Feuerwehr, doch dafür fehlte den Bissinger Brandbekämpfern bislang der Platz. Auch eine Garage für den Mannschaftswagen soll an der Nordseite des Gebäudes noch entstehen sowie eine freistehende Garage für das historische Löschfahrzeug, die gleichzeitig als Lagerplatz dienen soll. Die für die Erweiterung notwendigen Flächen waren bereits 2019 erworben worden.

1,5 Millionen Baukosten

Die Gesamtkosten für alle Bauabschnitte belaufen sich für die Gemeinde auf rund 1,5 Millionen Euro und wurden bereits im Haushaltsplan 2020 berücksichtigt. Erfreulich für die Verwaltung und Bürgermeister Musolf ist dabei: Die Förderanträge beim Ausgleichstock und der Feuerwehrfachförderung sind bewilligt worden und spülen der Gemeinde Fördermittel in Höhe von 300 000 Euro in die Kasse. „Dennoch wird das Projekt den Haushalt in den nächsten Jahren erheblich herausfordern“, drückt Marcel Musolf auf die Euphoriebremse. Schuld ist hier einmal mehr: die Corona-Pandemie und ihre Auswirkungen auf die Gemeindeeinnahmen. Im Frühjahr soll es aber losgehen, die Baugenehmigung wurde bereits erteilt. Im ersten und zweiten Bauabschnitt werden der Anbau für die Umkleiden sowie die Garage an der Nordseite ausgeschrieben, wie es der Gemeinderat beschlossen hat: mit klimafreundlichen Gründächern. Thomas Zapp

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