Weilheim und Umgebung

Förderschüler müssen nicht pendeln

Sonderpädagogik An der Weilheimer Limburg-Förderschule gibt es wegen Lehrermangel nächstes Schuljahr keine Klassenstufe 5 und 6. Das Gute: Alle betroffenen Schüler können in Regelklassen wechseln. Von Bianca Lütz-Holoch

Die frühe Förderung trägt Früchte. Das zeigt die Entwicklung in Weilheim.Symbolbild: Jean-Luc Jacques
Die frühe Förderung trägt Früchte. Das zeigt die Entwicklung in Weilheim.Symbolbild: Jean-Luc Jacques

Manchmal birgt eine schlechte Nachricht auch eine gute in sich. Das zeigt das Beispiel Limburg-Förderschule in Weilheim. Ende April war bekannt geworden, dass es im kommenden und eventuell auch im darauffolgenden Schuljahr nicht möglich sein wird, Förderschüler der Klassen 5 und 6 in Weilheim zu unterrichten. Der Grund: akuter Sonderpädagogenmangel und Änderungen im Bildungsgang.

Jetzt gibt es aber erst einmal Entwarnung: „Das Problem hat sich gelöst“, sagt Dr. Corina Schimitzek, Leiterin des Staatlichen Schulamts Nürtingen. Zwar besteht nach wie vor Lehrermangel, und es sind keine Kapazitäten vorhanden, um Fünft- und Sechsklässler an der Limburg-Förderschule zu unterrichten - aber es gibt auch keinen Bedarf. „Den neuesten Gutachten zufolge können die fünf Schüler, die die Klassen 5 und 6 hätten besuchen sollen, in die Regelschule wechseln“, berichtet Corina Schimitzek. „Es müssen im kommenden Schuljahr also keine Weilheimer Förderschüler in Kirchheim unterrichtet werden.“ Die Kinder besuchen künftig voraussichtlich die Werkrealschule am Bildungszentrum Wühle.

Aus Sicht der Schulamtsleiterin ist diese Entwicklung der Beweis dafür, wie sinnvoll die Förderung von Kindern mit Lernproblemen im Grundschulalter ist. „Man kann damit die Basis für den Weg zurück in die Regelschule schaffen“, sagt Dr. Corina Schimitzek. Sie hebt aber auch hervor, dass es immer auf die einzelne Förderschule und die Lehrer ankommt: „Die Arbeit speziell am Weilheimer Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentrum ist beeindruckend gut“, lobt sie.

Allerdings gibt es noch eine weitere schlechte Nachricht: Marion Serwe, Rektorin der Limburg-Förderschule, verlässt Weilheim und wechselt an eine größere Schule nach Laichingen. „Aber um Gerüchten gleich vorzubeugen: Die Stelle wird wieder ausgeschrieben“, betont Schimitzek.

Drei Fragen an Schulamtsleiterin Dr. Corina Schimitzek

Scheckübergabe Stiftung KreissparkasseBurkhard Wittmacher - Dr. Corina Schimitzek
Scheckübergabe Stiftung KreissparkasseBurkhard Wittmacher - Dr. Corina Schimitzek

1.Gibt es tatsächlich einen Engpass bei Sonderpädagogen?

Wir haben eine angespannte Lehrersituation - an den Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentren ebenso wie an den Grundschulen.

2.Woher kommt dieser Mangel - stellen Sie zu wenig Lehrer ein?

Nein, an den Einstellungen liegt es nicht. Zum einen gibt zu wenig Lehrkräfte, die bestimmte Schwerpunkte studiert haben. Auch wurde der Bildungsgang umgestellt. Zum anderen hat das Kultusministerium auf den prognostizierten Schülerrückgang reagiert - der gar nicht eingetreten ist. Und nicht zuletzt haben die öffentlichen Einrichtung stets einen Bewerbermangel, wenn es der Wirtschaft gut geht.

3.Gibt es Lösungsansätze für dieses Problem?

Das Land hat bereits Maßnahmen ergriffen. So gibt es mehr Studienplätze. Aber bis sich das auswirkt, dauert es. Schneller erfolgsversprechend ist ein anderer Schritt: Künftig können sich Kollegen aus dem Grund- und Haupt- und Werkrealschulbereich an den Sonderpädagogischen Zentren weiterqualifizieren, sodass sie das Know-how haben, um auch an Förderschulen zu unterrichten.bil

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