Weilheim und Umgebung

Forschen ist in der Kita erwünscht

Betreuung Kathrin Krapf wird Leiterin der neuen Kindertagesstätte in Weilheim. Einen Schwerpunkt möchte sie dort auf die Naturwissenschaften setzen und wirbt um „experimentierfreudige“ Erzieherinnen. Von Bianca Lütz-Holoch

Sie ist die Frau am Steuer der neuen Weilheimer Kindertagesstätte: Kathrin Krapf.Foto: Carsten Riedl
Sie ist die Frau am Steuer der neuen Weilheimer Kindertagesstätte: Kathrin Krapf.Foto: Carsten Riedl

Im Januar soll die neue Kindertagesstätte in Weilheim eröffnen. Wachsen wird bis dahin aber nicht nur das Gebäude. Wenn die ersten Kinder in der Schellingstraße betreut werden, muss auch organisatorisch und inhaltlich alles fix und fertig sein: Es braucht eine Konzeption und eine Betriebserlaubnis, Spielmaterial und vor allem natürlich Personal. Die erste Mitarbeiterin hat die Stadt Weilheim bereits gefunden: Kathrin Krapf wird Leiterin der neuen Kita. Anfang Juli - also ein halbes Jahr vor der Eröffnung - tritt die 32-Jährige ihren Job an.

„Ich freue mich sehr auf diese Herausforderung“, sagt Kathrin Krapf. „Mich reizt das Gestalterische und dass ich in einer ganz neuen Einrichtung Ideen einfließen lassen kann, die ich seit Jahren im Kopf habe.“ Einen Schwerpunkt in der Kita Schellingstraße möchte sie auf die Naturwissenschaften legen. „Die gehen leider allzu oft unter“, bedauert sie. Dabei ließe sich bei Kindern gerade in dem Bereich mit wenigen Dingen viel erreichen. „Man kann technische und wissenschaftliche Phänomene erlebbar und im wahrsten Sinne des Wortes begreifbar machen“, sagt die 32-Jährige, die in Ebersbach Erzieherin gelernt und in Esslingen Soziale Arbeit studiert hat. So können die kleinen Forscher etwa spielerisch herausfinden, welche Dinge schwimmen und welche untergehen und ganz nebenbei lernen, dass das mit der Dichte der Stoffe zusammenhängt. „Wenn man Stufen mit Zahlen beschriftet, bekommen die Kinder schon früh Kontakt zur Mathematik“, nennt Kathrin Krapf ein weiteres Beispiel.

Sorge, dass andere Bereiche wie Sprache, Bewegung oder Selbstständigkeit zu kurz kommen, brauchen Eltern nicht zu haben: „All das vermitteln wir auch“, sagt die künftige Kita-Leiterin. Grundlagen für ihre Arbeit seien schließlich der Orientierungsplan und das Weilheimer Handbuch.

In Weilheim ist Kathrin Krapf keine Unbekannte. 2013 wurde sie Leiterin der Kita in der Weilheimer Lerchenstraße. Als 2016 ihre Tochter auf die Welt kam, ging sie für eineinhalb Jahre in Elternzeit und kehrte in Teilzeit zurück. Seit Oktober 2018 ist sie wieder in Elternzeit. Vor vier Monaten kam ihr Sohn auf die Welt. „Im Juli steige ich mit 30 Prozent ein und stocke im Januar auf 50 Prozent auf“, sagt die zweifache Mutter, die mit ihrem Mann und den Kindern in Ebersbach wohnt. „Es ist toll, dass es mir die Stadt ermöglicht, Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen“, freut sie sich.

Fünf Gruppen mit Ganztagsbetreuung und verlängerten Öffnungszeiten wird die Kita einmal haben. Im Januar eröffnen zunächst vier Gruppen, zwei für Unter-Dreijährige, zwei für Über-Dreijährige. Zwei Erzieherinnen aus der übergangsmäßig eingerichteten Hepsisauer Krippe wechseln in die Schellingstraße. „Also müssen wir noch acht volle Stellen besetzen“, sagt die Weilheimer Hauptsamtsleiterin Daniela Braun. Weil auch Teilzeitkräfte erwünscht sind, rechnet sie damit, zehn bis zwölf Erzieherinnen einzustellen - eine Herausforderung bei der aktuellen Lage auf dem Arbeitsmarkt.

„Ich glaube, dass es sehr attraktiv sein kann, in einer neuen Kita anzufangen“, zeigt sich Kathrin Krapf zuversichtlich. Wichtig ist es ihr, Mitarbeiter zu haben, die teamfähig sind, gut harmonieren, liebevoll mit Kindern umgehen - und Interesse daran haben, mit dem Nachwuchs zu forschen und zu experimemtieren. „Besonderes Fachwissen braucht es aber nicht“, so Krapf. Entsprechende Fortbildungen für die Erzieherinnen, etwa von der Stiftung „Haus der kleinen Forscher“, sind vorgesehen. Auch die Ausstattung der Kita wird an den naturwissenschaftlichen Schwerpunkt angepasst.

INFO: Bewerben können sich Erzieherinnen und Erzieher noch bis zum 17. Mai per E-Mail an bewerbungen@weilheim-teck.de

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