Weilheim und Umgebung

Frauenchor trifft Musikverein

Konzert Das Experiment von „Anima Musica“ und dem Neidlinger Musikverein war erfolgreich. Das Publikum in der Reußensteinhalle war begeistert vom Mix aus Opernmelodien und volkstümlicher Musik. Von Rainer Stephan

Der Neidlinger Musikverein und der Chor Anima Musica stehen gemeinsam auf der Bühne.Foto: Markus Brändli
Der Neidlinger Musikverein und der Chor Anima Musica stehen gemeinsam auf der Bühne.Foto: Markus Brändli

Fürwahr einen Glückstreffer landete, wer in der Reußensteinhalle war und das gemeinsame Konzert von „Anima Musica“ und dem Neidlinger Musikverein hören durfte. Zünftige Blasmusik vom Feinsten und schöne Liedgesänge waren Trumpf.

Zuerst hielten die bestens disponierten Sängerinnen mit den Stücken „A Liadl für di“, „Ging ein Mädchen Wasser holen“, „Weit, weit weg“ und „Trngala Rumjana“ Leckerbissen parat, die nach dem Geschmack der 350 Zuhörer waren. Gefühlvoll am Klavier begleitete Dirigentin Gabriele Gra­binger ihre „Anima Musica“, was „Seele der Musik“ in Deutsch bedeutet.

Miteinander von Gesang und Blech

Mit Spannung wurde dem ersten Gemeinschaftswerk des Abends entgegengefiebert, das Chor und Blasmusikorchester vereint mit dem Potpourri „Viva Belcanto“ darboten. Ein bunter Strauß großer Opernmelodien kam beim Miteinander von Gesang und Blech heraus. Schon bald zeigte sich, dass das von der Chorleiterin angestoßene Experiment „Anima meets Brass“ bestens funktionierte.

Der Musikverein unter der Leitung von Frank Zuber eröffnete mit der von Roland Kohler komponierten Weise „Glücksbringer“ den Aufführungsreigen. Die Stücke „Alb-Polka“, „Immer gut drauf“ und „Herz und Schwung“ folgten. Den von Polkas dominierten Ohrenschmaus trug das Orchester mit einem Optimum an Können und Musizierfreude vor.

Nach der Pause starteten Chor und Kapelle zusammen mit dem Stück „Immer wieder Blasmusik“ in den zweiten Konzertteil. Geradezu perfekt aufeinander abgestimmt präsentierten sich die Bühnenakteure: Die Einsätze und Übergänge klappten, laut und leise wechselten wohltuend und die Tempi stimmten.

Die Bandleader Grabinger und Zuber hatten ihre Schützlinge im Griff, was besonders bei den Stücken „Drei weiße Birken“ und „Rosamunde“ zum Vorschein kam. Mit viel Humor und allerlei Geschichten sagten die beiden das Programm an. Während der Kapellmeister auf seinen Lieblingskomponisten Kohler und dessen Kapelle „Neue Böhmische Blasmusik“ einging, reflektierte Gra­binger ihre Zeit als Frontsängerin in den 80er-Jahren.

Die Freunde klassischer Blasmusik kamen bei der „Südböhmischen Polka“ - mit schönem Klarinettenpart - und der Melodie „Fuchsgraben“ auf ihre Kosten. Bei Letzterer wurden Erinnerungen an den legendären Volksmusiker Ernst Mosch wach. Sodann gesellten sich bei „Schöne Stunden“ die 22 Sängerinnen hinzu, und der ganze Saal schunkelte beim Walzer mit.

Zur Höchstform lief das Projektorchester beim großen Finale auf. Egal ob „Rosenwalzer“, „Herz-Schmerz-Polka“, „Wenn der Wein blüht“ oder „Adieu, mein kleiner Gardeoffizier“, es wurde herrlich musiziert und gesungen, mal sentimental und tröstend, dann jubilierend und fröhlich; ein wahrlich bunter Mix von Glanzlichtern volkstümlicher Musik.

Als Lohn für den frenetischen Beifall gab es die Zugaben „Dem Land Tirol die Treue“ und „Bozner Bergsteigerlied“, bei denen viele Zuhörer begeistert mitsangen.

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