Weilheim und Umgebung

Freibad öffnet erst im August

Verzögerung In Weilheim dauert die Sanierung des Freibads mindestens vier Wochen länger als vorgesehen. Das Planungsbüro räumt Fehler ein. Von Bianca Lütz-Holoch

Mit dem Sprung in die neuen Becken klappt es vor den Sommerferien nicht mehr: Die Sanierung des Weilheimer Freibads dauert mindestens vier Wochen länger als geplant. Das hat nun das von der Stadt beauftragte Bäder-Planungsbüro bekannt gegeben. „Wenn wir ab jetzt alles durchziehen können, werden wir zum 2. August fertig“, sagt Ingenieur Markus Beck vom Büro Fritz Planung. Dass die reguläre Winterpause nicht ausreicht, um alle Becken und Gebäude zu erneuern, hatte von Anfang an festgestanden. Vorgesehen gewesen war aber, dass das Bad Ende Juni oder Anfang Juli wieder eröffnet.

Allerdings hat es einige Probleme beim Bau und in der Planung gegeben. Das schwerwiegendste: „Uns ist ein Fehler im Bauzeitenplan unterlaufen“, so Beck. Bemerkt habe man ihn erst im März. „Das geht auf unsere Kappe“, räumt der Planer ein. Betroffen ist nach Auskunft der Stadt Weilheim die Badewassertechnik.

Verzögert hatte sich bereits der Start der Arbeiten im Herbst. „Die Baugenehmigung lag uns - anders als erwartet - erst Ende Oktober vor“, so Beck. Dann folgten Schwierigkeiten beim Untergeschoss des Technikgebäudes. Weil das Grundwasser an der Stelle höher stand, als eine Fachfirma in einem geologischen Gutachten angenommen hatte, mussten unerwartete Vorkehrungen getroffen werden. Bei Nässe können die Wände einer Baugrube abrutschen und müssen abgeschrägt oder mit Stützen versehen werden. Das Problem: Abstützen ist teuer, für eine Schräge gibt es auf dem beengten Grundstück keinen Platz. „Wir konnten uns glücklicherweise mit den Nachbarn darauf einigen, dass wir in der Bauzeit ihre Grundstücke nutzen dürfen“, zeigt sich Markus Beck erleichtert.

„Den Zeitverlust durch den späteren Start konnten wir durch Umschichten wettmachen“, berichtet der Ingenieur. „Die Verzögerungen an der Baugrube haben wir aufgeholt, indem doppelte und dreifache Mannschaften auf der Baustelle waren und zum Teil auch samstags gearbeitet haben.“ Nicht ausgleichen lasse sich jedoch der Fehler im Zeitplan. „Die Firma hat schon zusätzliche Mitarbeiter auf die Baustelle geschickt, aber mehr Leute hat sie einfach nicht“, geht Weilheims Stadtbaumeister Jens Hofmann auf die Gründe ein.

Das Kinderbecken ist gesetzt und die ersten Spielgeräte stehen: Es geht vorwärts, wenn auch nicht schnell genug.Fotos: Jean-Luc
Das Kinderbecken ist gesetzt und die ersten Spielgeräte stehen: Es geht vorwärts, wenn auch nicht schnell genug. Fotos: Jean-Luc Jacques

Dennoch gibt es auch gute Nachrichten: „Bei den Kosten sieht es so aus, als würden wir eine Punktlandung hinlegen“, sagt Markus Beck. Unterm Strich dürften gut vier Millionen Euro stehen. Tag für Tag geht es auf der Baustelle vorwärts: Die Edelstahlbecken sitzen, das Technikgebäude wächst in die Höhe, und im Kinderbereich stehen die ersten Spielgeräte. Nach Ostern wartet außerdem noch ein Highlight: Per Schwertransport werden die Filter geliefert und mit dem Kran abgeladen.

Im Weilheimer Gemeinderat waren die Reaktionen auf die Verzögerung unterschiedlich. „Der Zeitplan war schon immer sportlich“, zeigte sich Joachim Naasz (FWV) nicht allzu überrascht und fügte hinzu: „Auch bis Anfang August ist das noch ein Kraftakt.“ Rainer Bauer (UWV) machte zwar klar, dass er den Aufschub nicht gutheißt. Er gab aber auch zu bedenken, dass Weilheim kein Einzelfall ist und Kirchheim beim Freibad ebenfalls in Verzug geraten sei. Gerda Schrägle (SBV) dagegen war verärgert: „Wir haben extra ein Bäder-Fachbüro beauftragt“, betonte sie. Sie habe kein Verständnis dafür, dass es diesem nicht gelinge, das eher kleine Bad pünktlich fertigzustellen. In die gleiche Kerbe schlug Bernd Kautter (UWV): „Man hätte ja ahnen können, dass es an der Lindach Probleme mit dem Grundwasserspiegel geben könnte“, sagte er.

Zwar wird der 2. August als Eröffnungstermin angestrebt, aber sicher ist noch nichts. „Voraussetzung ist, dass das Wetter mitspielt“, betont Markus Beck. Doch auch wenn noch weitere Verzögerungen kommen - fest steht für Weilheims Bürgermeister Johannes Züfle eines: „Wir wollen das Freibad auf jeden Fall dieses Jahr in Betrieb nehmen.“ Das Personal stehe in den Startlöchern, und das sanierte Bad solle nicht ungenutzt in die erste Winterpause gehen. „Eine kurze Öffnungsphase bietet die Möglichkeit, Kinderkrankheiten zu erkennen und auszumerzen, bevor wir in die erste lange Saison starten“, so der Rathauschef. Er stellt auch in Aussicht, das Bad bei gutem Wetter im September länger offen zu lassen als sonst.

Freibadsanierung Weilheim

Saisonkarten werden günstiger verkauft

Saisonkarten für das Weilheimer Freibad werden ab 1. Juli im Bürgerbüro verkauft. Sie sind angesichts der verkürzten Saison deutlich günstiger als sonst. Erwachsene zahlen dafür 20 Euro, Jugendliche zehn Euro.

Neu ab der kommenden Saison sind Tageskarten für Familien und Alleinerziehende sowie Zehnerkarten.

Geöffnet wird das Freibad künftig auch an Regentagen sein. Es hat täglich von 9 bis 20 Uhr offen, mittwochs schon ab 7 Uhr.

Das Lehrschwimmbecken bleibt dieses Jahr so lange in Betrieb, bis das Freibad eröffnet - schwimmen kann man dort auch in den Pfingstferien.bil

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