Weilheim und Umgebung

Freibad wird ab Herbst saniert

Baubeschluss Ende September soll der Umbau des Weilheimer Freibads starten. Wenn alles glatt läuft, können die Badegäste im Sommer 2019 schon in die neuen Becken springen. Von Bianca Lütz-Holoch

Ein Bild, das bald der Vergangenheit angehört: Das marode Weilheimer Freibad bekommt neue Edelstahlbecken, einen separaten Klein
Ein Bild, das bald der Vergangenheit angehört: Das marode Weilheimer Freibad bekommt neue Edelstahlbecken, einen separaten Kleinkindbereich und neue Wasserattraktionen. Foto: Carsten Riedl

Jetzt steht es endgültig fest: Das Weilheimer Freibad wird für rund 4,2 Millionen Euro saniert. Einen entsprechenden Baubeschluss hat der Gemeinderat einstimmig gefasst. Noch in diesem Monat möchte die Stadt den Bauantrag einreichen. „Unser Ziel ist es, Ende September mit der Sanierung zu beginnen und das Freibad im Juni oder Juli 2019 wieder zu eröffnen“, sagt Weilheims Bürgermeister Johannes Züfle.

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Seit vielen Jahren gibt es in Weilheim Diskussionen darum, wie es mit dem stark sanierungsbedürftigen Freibad weitergehen soll. In der Vergangenheit hatte es schon die unterschiedlichsten Pläne gegeben: So war vor 18 Jahren vorgesehen gewesen, ein neues, größeres Freibad bei den Tennisplätzen am Kirchheimer Weg zu bauen. Daraus wurde nichts - ebenso wenig wie aus der jüngeren Idee, das Freibad zu schließen und als Ersatz ein Garten-Hallenbad zu bauen.

Stattdessen bekommt Weilheim jetzt ein komplett erneuertes Bad an alter Stelle, das alle Generationen ansprechen soll und ganz besonders den Bedürfnissen von Familien angepasst ist. Nichtschwimmern und Kindern steht besonders viel Wasserfläche zur Verfügung. Neben dem Schwimmerbecken mit fünf Bahnen entsteht ein Nichtschwimmerbecken mit Attraktionen wie einer Breitrutsche und Wasserspielen. In gebührendem Abstand zum tiefen Wasser können die jüngsten Badegäste im Kleinkindbereich planschen. Er besteht aus zwei unterschiedlich tiefen, durch eine Rutschfläche miteinander verbundene Becken. Auch Gebäude, Technik und Umkleiden werden auf den neuesten Stand gebracht.

Nichtsdestotrotz müssen die Badegäste einige Abstriche hinnehmen. Grund sind die Kosten: Die Sanierung wird ohnehin schon 1,4 Millionen teurer als zunächst geplant. „Statt eines Kiosks wird es nur einen Stellplatz für einen Foodtruck sowie Snack- und Getränke-Automaten geben“, sagt Johannes Züfle. Ein neuer Kiosk, in dem auch Pommes und Würste zubereitet werden dürfen, hätte noch einmal 400 000 Euro mehr gekostet. Dem Sparzwang zum Opfer gefallen ist darüber hinaus das Kassenhäuschen am Eingang. Stattdessen wird ein vollautomatischen Drehkreuz mit Kassenautomat den Einlass regeln.

Auch wenn der Baubeschluss einstimmig gefallen ist - Bedenken aus dem Gemeinderat zu verschiedenen Punkten gibt es noch immer (siehe Kasten). Auch für Bürgermeister Johannes Züfle steht fest: „Der Planungsprozess läuft noch. Wir suchen weiter nach Optimierungsmöglichkeiten.“

Offene Fragen zu Kiosk, Drehkreuz und Nichtschwimmerbecken

Einige Details in den Plänen für die Freibadsanierung bereiten den Weilheimer Gemeinderäten noch Kopfzerbrechen.

Kiosk: Dass es keinen Kiosk mehr, sondern nur Stellflächen für einen Imbisswagen und Automaten geben soll - damit mag sich Karl Mohring (FWV) nicht abfinden: „Warum kann man den alten Kiosk nicht einfach renovieren?“ Dazu sagt Bauamtsleiter Jens Hofmann: „Die Auflagen haben sich verschärft.“ Insbesondere wenn Speisen wie Pommes zubereitet werden sollen, ist eine teure Küchen-Ausstattung Pflicht.

Kassenautomat: Sorgen gibt es bei der FWV auch, ob ein voll automatisiertes Drehkreuz zu Stoßzeiten ausreicht. „Wir sind überzeugt davon“, betont Jens Hofmann. Das Freibad in Wendlingen habe gute Erfahrungen damit gemacht. Zur Not müsse nachgerüstet werden.

Wassertiefe: „Arg tief“ findet Rainer Bauer (UWV) die Maximaltiefe von 1,35 Meter im Nichtschwimmerbereich. „Bisher waren es nur 85 Zentimeter.“ Ihm geht es auch um die Haftung. Dazu sagt Jens Hofmann: „Ob 85 Zentimeter oder 1,35 Meter - das macht von der Aufsicht und der Haftung her keinen Unterschied.“ Üblich sind solche Tiefen in Nichtschwimmerbecken übrigens auch anderswo, etwa in den Freibädern in Kirchheim und Nürtingen.

Attraktionen: Ob allzu viele Attraktionen im Nichtschwimmerbecken sinnvoll sind, hinterfragt Gerda Schrägle (SBV): „Wenn es so unruhig ist und viele Wellen entstehen, kann ja keiner schwimmen lernen.“ Darauf entgegnet Bäder-Architektin Heike Klügel: „Nichtschwimmerbecken sind heute vor allem Erlebnisbecken für jedes Alter.“ Und wenn Schulklassen Schwimmen üben möchten, können die Wasserspiele abgestellt werden.bil