Weilheim und Umgebung

Freude über den digitalen Fortschritt

Bildung Der Medienentwicklungsplan der Grundschule Bissingen ist abgesegnet. Im neuen Schuljahr beginnt nun die Umsetzung mit neuen Tablets, Soundsystemen und Programmen. Von Thomas Zapp

Stephanie Scheufele, die neue Rektorin der Bissinger Grundschule, und Bürgermeister Marcel Musolf sind glücklich über die neue D
Stephanie Scheufele, die neue Rektorin der Bissinger Grundschule, und Bürgermeister Marcel Musolf sind glücklich über die neue Digitalisierungsoffensive. Foto: Jean-Luc Jacques

Der Medienentwicklungsplan zur Umsetzung der Digitalisierung bereitet so mancher Schule im Landkreis Kopfzerbrechen. Glücklich kann sich schätzen, wer seinen Plan abgegeben und die Bewilligung der Gelder in der Tasche hat. Die Grundschule Bissingen gehört zu diesen glücklichen Schulen. Die neue Rektorin Stephanie ­Scheufele und ihr Kollegium können mit Beginn des neuen Schuljahres bereits mit der Umsetzung starten. „Landkreisweit ist die Bissinger Grundschule eine der ersten, die von der Planung in die vollständige Umsetzung der Medienentwicklung eingestiegen ist“, freut sich Bürgermeis­ter Marcel Musolf.

Die Voraussetzungen für eine sinnvolle Nutzung der neuen Medien hat die Gemeinde schon in den vergangenen Jahren geschaffen. So sind die Klassenräume mit WLAN ausgestattet und es gibt eine digitale Lernwerkstatt. „Bereits in diesem Schuljahr können moderne Tablets, funkgesteuerte Sound- und Mikrofonsysteme sowie in jedem Klassenzimmer fest installierte digitale Präsentationseinheiten die bestehende Raumausstattung ergänzen“, freut sich der Schultes. Vom Tablet und Laptop bis hin zum Drucker sind die Geräte miteinander verbunden und können dann von den mobilen Endgeräten der Lehrerinnen und Lehrer gesteuert werden. Die rund vierzig Tablets sind dabei so eingerichtet, dass jede Änderung zeitgleich auf allen Geräten gezeigt wird.

Rund 40 000 Euro stehen der Gemeinde dafür zur Verfügung. Ein Viertel stammt aus der Digitalisierungsoffensive im Rahmen der Corona-Soforthilfen, drei Viertel kommen aus den Fördermitteln des Digitalpaktes. Die Arbeiten zur Umrüstung befinden sich bereits in vollem Gange und werden nach Angaben der Gemeinde voraussichtlich bis zu den Herbst­ferien abgeschlossen sein.

Einbindung in den Unterricht

Stephanie Scheufele ist gespannt, was die digitale Zukunft bringen wird: „Wir freuen uns, dass wir nach einem recht aufwändigen und langwierigen Prozess nun auch tatsächlich mit der Umsetzung des Projektes ,Digitale Schule Bissingen‘ beginnen können.“ Es geht dabei nicht nur um die technische Ausrüstung, sondern auch um die Einbindung der digitalen Möglichkeiten in den Unterricht.

Als Pilotprojekte sollen Schüler an verschiedene Formen der digitalen Präsentation herangeführt werden, auch die Nutzung von Tablets ist schon im Anfangsunterricht geplant. So können selbst Erstklässler die Welt der Zeichen, Zahlen und Buchstaben spielerisch und kreativ mit digitalen Hilfsmitteln lernen. Aber auch in den anderen Klassenstufen werden digitale Werkzeuge das Üben und Forschen, Gestalten und Kommunizieren erweitern. Auch die außerschulische Kommunikation wird sich verändern: Digitale Pinnwände als Kommunikations- und Präsentationsformen werden in einzelnen Klassen bereits erprobt.

Bürgermeister Marcel ­Musolf freut sich über den nächsten Schritt der Digitalisierung: „Unsere Kinder und die ­Lehrkräfte finden nun Voraussetzungen, die digitalen Unterricht und den ­Medienumgang für alle Schülerinnen und Schüler auf dem richtigen Niveau ermöglichen. Klar ist aber auch, dies ist ein wichtiger Meilenstein, dem aber weitere Entwicklungsschritte in Zukunft folgen müssen.“ Der Plan sei aber nicht statisch, sondern werde ständig ein „Update“ erfahren.

Aber was bringt die Digitalisierung konrket? ­Stephanie Scheufele sieht die Chance, „den einzelnen Schüler auf seinem ganz eigenen Lernweg besser und zielgenauer unterstützen zu können.“ Die Individualisierung sei geeignet, Selbstverantwortlichkeit aufzubauen sowie effektive und zielgenaue Unterrichtsangebote zu entwickeln, Talente zu fördern und Lernrückstände zu verringern, glaubt sie. Aber: Auf bewährte ‚analoge‘ Formen der Welterfahrung und Wissensvermittlung werde man auch künfitg nicht verzichten, versichert sie. Und eins könne ohnehin nicht digital ersetzt werden: Gemeinschaftsbildung und soziales Lernen.

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