Weilheim und Umgebung

Freundliche Lockenköpfe für Allergiker

Angelika und Werner Paech sind glücklich mit ihren beiden Curly Horses

Mit Curly Horses können auch Pferdeallergiker ihren Traum vom Reiten verwirklichen: Diese Pferderasse ist hypoallergen, da die Schuppen der lockigen Haare anders aufgebaut sind. Die Folge: Viele Allergiker berichten, dass unerwünschte Reaktionen ausbleiben.

Die Rettung für begeisterte Reiter mit Allergie: die gelockten Curly Horses aus Nordamerika. Foto: Judith Reischl
Die Rettung für begeisterte Reiter mit Allergie: die gelockten Curly Horses aus Nordamerika. Foto: Judith Reischl

Weilheim. Auch Werner Paech aus Weilheim reagierte allergisch. Er selbst musste sein Hobby Reiten aufgeben, als seine Pferdeallergie immer schlimmer wurde. Doch dann erinnerte sich das Ehepaar Paech an eine Pferderasse, die für Allergiker geeignet ist: die Curly Horses – gelockte Pferde. „Nach mehreren Besuchen bei der Züchterin war klar: Ich bin auf diese Pferde nicht allergisch“, erzählt Werner Paech. Die Pferderasse der Curly Horses ist – ähnlich wie die Hunderasse Pudel – antiallergen.

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Das Haarbild ist wirklich speziell: es ist lockig, speziell beim Winterfell ist es zu sehen, und reicht von großen Wellen bis zu kleinen Löckchen. Die Mähne verzwirbelt sich in richtige Dreadlocks. Und interessanterweise riechen die Curly Horses eher nach Wolle als nach Pferd. Das Fell der vierbeinigen Lockenträger ist zudem sehr talghaltig: Krault man ihnen durchs Haar, bekommt man beim Streicheln Talgablagerungen an den Händen.

Ursprungsland dieser Pferderasse ist Nordamerika. Schon die Indianer wurden auf diese robusten Pferde aufmerksam, die sie gezielt aus den Mustangherden heraus fingen. Dank ihres Lockenhaars widerstehen die Tiere auch sehr kalten Temperaturen. Zudem sind die Pferde ursprünglich eher klein, sie bringen es auf ein Stockmaß zwischen 1,45 und 1,55 Meter. Ob nun Rappe, Fuchs oder Schimmel, Curly Horses gibt es in allen Farben. Sie sind Allrounder: als Freizeit- und Wanderreitpferd, sie sind aber auch für Dressur geeignet. Mit der Fotojournalistin und Buchautorin Gabriele Kärcher kamen die Curly Horses nach Europa: Sie entdeckte die Pferderasse in den USA auf einer ihrer Reisen. Erst importierte sie die Pferde, später züchtete sie selbst.

Typisches Kennzeichen ist das gelockte Haar – wobei es auch Varianten mit glatten Haaren gibt. Aber eines haben sie gemeinsam: das Haar löst keine oder zumindest weniger allergische Reaktionen aus. Dass Pudel für Tierhaarallergiker weniger oder keine Probleme bereiten, ist inzwischen schon recht bekannt. Aber dass bei einem Curly Horse ebenso keine oder weniger allergische Reaktionen auftreten, dafür gab es erst im Jahr 2002 medizinische Beweise: Curly Horses haben nicht nur weniger allergene Proteine in ihren Schuppen, sondern diese sind auch qualitativ anders zusammengesetzt. Wer also eine echte Pferdeallergie hat und nicht auf Hafer, Getreide oder andere Allergene anspricht, auf die man rund um den Pferdestall trifft, hat gute Chancen, mit einem Curly Horse wieder reiten zu können.

Und so bietet Angelika Paech Pferdeallergikern „Schnupperstunden“ an, in denen die leidgeplagten Reiter ausprobieren können, ob sie auf die Curly Horses ebenso allergisch reagieren oder ob sie – wie Werner ­Paech – endlich wieder beschwerdefrei reiten können.

Freundliche Lockenköpfe für Allergiker
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