Weilheim und Umgebung

Ganz in Weiß – mit einem tollen Essen

Schlemmen unter freiem Himmel in Weilheims guter Stube

Das erste „Dîner en Blanc“ des Vereins Kino, Kunst, Kultur Weilheim feierte eine erfolgreiche Premiere. Über 100 durchweg begeisterte Besucher erlebten einzigartige Stunden unter den Kastanien der Peterskirche.

Ein außergewöhnliches Ambiente herrschte dank des ersten „Diner en Blanc“ unter den Kastanien neben dem Weilheimer Peterskirche.
Ein außergewöhnliches Ambiente herrschte dank des ersten „Diner en Blanc“ unter den Kastanien neben dem Weilheimer Peterskirche. Fotos: Sabine Ackermann

Weilheim. „Machen wir das nächstes Jahr wieder? Es war so schön!“ Ein Satz, der am Sonntagabend oft fiel. „Dîner en Blanc“? Was ist das eigentlich? Manche kannten es aus anderen Städten wie Berlin, München oder Karlsruhe – aber Weilheim? Nun, warum nicht, dachten sich Marc Schindel, Jens Reichardt sowie weitere Vorstandsmitglieder und Beiräte des erst Anfang August gegründeten Vereins Kino Kunst Kultur Weilheim, kurz „dreikw“ ge­nannt. „Wir hatten über 90 Anmeldungen, etliche sind noch spontan dazugekommen“, verrät Jens Reichardt, der mit weißem Hut, Anzug, Handschuhen und Schuhen scheinbar einem alten Musikfilm entsprungen ist. Viele kamen wohlbehütet, hatten sich schick gemacht – und sich sogar ins Brautkleid oder einen Renn-Overall geworfen. Der Fantasie in Sachen „weißer“ Kleidung waren keine Grenzen gesetzt. Und weil das erste „Dîner en Blanc“ direkt vor der Peterskirche stattfand, ließ man diese auch buchstäblich im Dorf. Will heißen: Blaue Ornamente im beigen Strickpulli oder die knallig orangefarbene Thermoskanne mit Blumenkohlsuppe waren kein Hinderungsgrund. Denn richtig viel Mühe hatten sich alle gegeben, allen voran die Vereinsschaffenden. Weiße Luftballons, kunstvoll unter Hussen und Tischdecken versteckte Biertischgarnituren, silberne Kronleuchter und ein Klavier am Kirchenportal, auf dem jeder, wie unter anderem Sandra Schöne, Sebastian Reich und Mayra Heidle, nach Lust und Laune spielen konnte – was will man mehr? Normalerweise „müssen“ die Gäste neben Essen und Getränken auch Geschirr, Gläser und Mobiliar mitbringen, doch beim ersten Mal war es anders. Fast jeder hatte ein Drei-Gänge-Menü dabei, alles sah lecker aus, viel Liebe, Mühe und edle Weine steckten dahinter. Vitello tonnato, Rindsgulasch mit Semmel- oder Kartoffelknödel, Kürbiscremesuppe sowie traumhafte Nachtisch-Kreationen gab es beispielsweise. Die Stimmung war von Beginn an grandios. „Tolle Kulisse, nette Leute, ansprechende Musik und endlich wieder in Ruhe ohne Hetze gemeinsam gepflegt essen“, lautete das allgemeine Credo. Als später die Wunderkerzen abgebrannt wurden, gab es gar spontanen Freudengesang. Selbst wenn sich manche auf dem Platz unter den Kastanien vor der Peterskirche nicht kannten – für Probierhäppchen an den Nachbartischen waren alle offen.

Als Dîner en blanc bezeichnet man auf Privatinitiative beruhende, über Netzwerke von Freunden und Bekannten organisierte Massenpicknicks weiß gekleideter Menschen an prominenten städtischen Orten. Ausgangspunkt des Phänomens war ausnahmsweise mal nicht die USA, sondern die Seine-Metropole Paris. Als Ursprung der Veranstaltung wird der Sommer des Jahres 1988 genannt, als ein gewisser François Pasquier seine überfüllte private Gartenparty spontan in den nahegelegenen Bois de Boulogne verlegt haben soll. Mittlerweile gibt es gleichartige Veranstaltungen weltweit auf allen Kontinenten, unter anderem auch in mehreren deutschsprachigen Städten.

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