Weilheim und Umgebung

Gemeinde stellt Projekt zum Altwerden auf die Beine

Soziales Neidlingen gründet für das „Betreute Wohnen“ gemeinsam mit einem privaten Geldgeber eine GmbH.

Hier soll „Betreutes Wohnen“ möglich werden. Foto: Jean-Luc Jacques
Hier soll „Betreutes Wohnen“ möglich werden. Foto: Jean-Luc Jacques

Neidlingen. Das „Betreute Wohnen“ im Neidlinger Ortskern soll ein langfristiges Angebot sein. Also werden die Wohnungen nicht an die Bewohner verkauft, damit in ein paar Jahren nicht ein Enkel darin wohnt, sondern sie bleiben langfristig im Eigentum der Gemeinde und werden vermietet. Allerdings gehören sie nicht der Gemeinde alleine, denn ein privater Investor beteiligt sich mit einer Million Euro an dem Projekt. Namen wurden im Gemeinderat keine genannt, allerdings der Hinweis gegeben, es handle sich um Familienmitglieder eines Traditionsunternehmens, das mit 2700 Mitarbeitern in 68 Ländern tätig sei, und es bestehe eine tiefe Verbundenheit mit der Gemeinde Neidlingen. Da ist die Auswahl nicht übertrieben groß.

Auf Anfrage der Gemeinde Neidlingen hatte sich kein sozialer Träger bereit erklärt, diese Einrichtung selbst zu konzipieren, für eine eigene Investition der sozialen Träger ist die Anlage zu klein. Das DRK wird aber die Verwaltung der Wohnanlage übernehmen und bietet deren Bewohnern, sollte dies notwendig werden, einen Platz im DRK-eigenen Pflegeheim an.

Die aktuelle Kostenberechnung für den Neubau gegenüber dem Gasthof Lamm liegt bei 3,6 Millionen Euro. Die Gemeinde beteiligt sich mit liquiden Mitteln in Höhe von 1,639 Millionen Euro und den beiden Grundstücken Weilheimer Straße 3 und Mühlstraße 1 im Rahmen eines Erbbaurechtsvertrags. Eine Million Euro kommen vom privaten Investor. So bleibt in etwa eine weitere Million, für die ein Kredit aufgenommen wird. Diese Kreditaufnahme übernimmt die neue „Betreutes Wohnen Neidlingen GmbH & Co. KG“, welche die Gemeinde mit dem privaten Investor gründet. Gewinne aus dem Projekt werden zuerst zur Tilgung des Darlehens verwendet. Ist das Darlehen getilgt, wird die Investitionseinlage der Gemeinde nach und nach an den Kernhaushalt zurückgeführt.

Die liquiden Mittel der Gemeinde Neidlingen sind derzeit so hoch - sie liegen bei rund zehn Millionen Euro -, dass die Gemeinde die Investition tätigen kann, ohne ihre Pflichtaufgaben zu gefährden. Auch für den Fall, dass bei der Gewerbesteuer weitere Einbrüche drohen, ist das Polster noch dick genug. Der Gemeinderat beschloss die Gründung der GmbH & Co. KG einstimmig.

Viele Neidlinger lebten seit Generationen im Ort, begründete Bürgermeister Klaus Däschler das neue Angebot. Manche würden gerne ihr großes Anwesen gegen eine kleinere und altersgerechte Wohnung tauschen, aber sie wollten auf keinen Fall aus Neidlingen weg. So verfolge die Gemeindeverwaltung das Projekt „Betreutes Wohnen“ schon seit einigen Jahren. Das Gebäude in der Weilheimer Straße, das nun abgerissen wird, hat die Gemeinde 2016 gekauft, das Grundstück in der Mühlstraße 2017. Nun ist das Projekt einen großen Schritt weitergekommen.Peter Dietrich

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