Weilheim und Umgebung

Gemeinde tischt neue Idee auf

Andere Organisation des Mittagessens für Holzmadener Schüler – Vorerst keine Lösung für Kindergarten

Donnerstags gibt es in der Holzmadener Grundschule ein warmes Mittagessen. Die Nachfrage steigt, doch der zuständige Förderverein stößt an seine Grenzen.

Einmal pro Woche können Holzmadener Grundschüler und Kindergartenkinder im Vereinsraum zu Mittag essen. Das Angebot soll von Sep
Einmal pro Woche können Holzmadener Grundschüler und Kindergartenkinder im Vereinsraum zu Mittag essen. Das Angebot soll von September an für Schulkinder auf zwei Mittage ausgedehnt werden.Foto: Carsten Riedl

Holzmaden. Ehrenamtliche tischen Holzmadener Grundschülern und gut einer Handvoll Kindergartenkindern donnerstags zwischen 13 und 14 Uhr ein warmes Mittagessen auf. Der Bedarf ist da, das Angebot auf zwei Wochentage auszudehnen. Der Erste Vorsitzende des Fördervereins Kindergarten und Grundschule, Jochen Wagner, spricht von bis zu 47  Kindern, die einer Umfrage zufolge Interesse bekunden. Weil die Ehrenamtlichen das Angebot im nächsten Schuljahr nicht mehr schultern können, möchte die Gemeinde in die Bresche springen. Bisher hatte sich die Kommune zwar nicht an der Organisation, wohl aber an den Kosten beteiligt.

Geplant ist, die Kernzeitenbetreuung von September an um eine Stunde zu erweitern. Kinder, die am Mittagessen teilnehmen, könnten künftig allerdings erst von 8 Uhr an, statt wie bisher bereits ab 7.30 Uhr, betreut werden, damit die zulässige Zahl von sechs Stunden pro Tag nicht überschritten wird. Abhängig von den Anmeldungen geht die Verwaltung davon aus, dass neben einer Küchenkraft ein oder zwei Betreuerinnen benötigt werden. Die Personalkosten taxiert die Kommune auf maximal 7 350 Euro jährlich. Der Betrag, den die Gemeinde aufbringen muss, liegt zwischen 2 700 und 4 400 Euro. Die übrigen Kosten werden voraussichtlich über einen Zuschuss beziehungsweise über Elternbeiträge gedeckt. Im diesjährigen Haushalt sind 7 000 Euro bereitgestellt.

Während sich die Eltern von Grundschulkindern auf ein besseres Angebot freuen können, werden Kindergartenkinder von September an wohl vorerst auf das Mittagessen im Vereinsraum verzichten müssen. Dafür braucht es eine Betriebserlaubnis des Kommunalverbands für Jugend und Soziales Baden-Württemberg (KVJS). Der Grund: Der Verband unterstellt, dass es sich bei dem Angebot um eine verdeckte Ganztagesbetreuung handelt. Die dafür benötigten sanitären Einrichtungen beziehungsweise die Betten für einen Mittagsschlaf fehlen im Kindergarten jedoch. „Räumlich ist das aufgrund der hohen Belegung derzeit nicht machbar“, so die Bürgermeisterin Susanne Jakob. Auf den Einwand von Gemeinderätin Heike Schwarz (FWV), die neue Organisation des Mittagessens sei bezüglich der Kindergartenkinder ungerecht, erklärte die Rathauschefin: „Die Regelung muss rechtlich sauber sein. Dass Kindergarten und Schule zusammen essen, ist so nicht vorgesehen.“

Susanne Jakob stellt jedoch in Aussicht, dass sich auch im Kindergartenbereich etwas tut. Da im Sommer 2017 zwischen 24 und 26 Kinder eingeschult werden, könnte sich die räumliche Situation entschärfen. Im Laufe dieses Kindergartenjahres möchte die Gemeinde deshalb ausloten, ob die Kleinkindbetreuung ausgebaut oder eine Ganztagesgruppe eingeführt werden soll.

Einstimmig beschloss der Gemeinderat, die Kernzeit in der Grundschule um eine Stunde zu erweitern. Er beauftragte die Verwaltung, die Stellen zu besetzen beziehungsweise auszuschreiben, die Entgelte für die Kernzeitbetreuung zu überarbeiten und einen Lösungsvorschlag für das Mittagessen vorzulegen.

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