Weilheim und Umgebung

Gemeinsame Sache Genießerdorf

Kulinarische Schätze lockten die Gäste der Lesung zu den Marktständen

Neues ausprobieren - sich beispielsweise mal an Ziegenkäse wagen - ein gutes Tröpfchen genießen und mit Erzeugern oder dem Nachb
Neues ausprobieren - sich beispielsweise mal an Ziegenkäse wagen - ein gutes Tröpfchen genießen und mit Erzeugern oder dem Nachbarn plaudern, diese Möglichkeit bot das Genießerdorf in der Limburghalle. Foto: Deniz Calagan

Weilheim. Während die einen magisch von den Pralinen angezogen wurden, steuerten die anderen zielsicher die Stände mit den guten

Tröpfchen an. Davon gab es gleich mehrere – vom bodenständigen Most über die Limburg-Weine samt Täles-Secco bis hin zu Hochprozentigem wie Edelbrände und Schwäbischer Whisky. Holzofenbrot, Nudelkreationen, Kartoffeln und Mehl fanden ebenso ihre interessierten Käufer wie Walnussöl, Ziegenkäse und -wurst, Honig, Marmelade und Wurstwaren. Damit die Gäste sich zurechtfanden, gab es einen Einkaufsführer, der alle Marktbeschicker samt ihrer Angebote auflistete. Viele Besucher nutzten die Möglichkeit, mit den Erzeugern ins Gespräch zu kommen und so mehr über Herkunft und Verarbeitung der angebotenen Lebensmittel zu erfahren. Und natürlich durften Kräuter im Genießerdorf nicht fehlen.

In „Kräuter der Provinz“ von Petra Durst-Benning geht es darum, etwas Neues zu wagen, gewohnte Pfade zu verlassen – und Träume wahr werden lassen. Die Figuren im Roman rund um Bürgermeisterin Therese nehmen dafür allen Mut zusammen und machen mit viel Schwung und Elan, neuen Ideen und (wieder-)entdecktem Selbstvertrauen aus dem verschlafenen Maierhofen im württembergischen Allgäu ein Genießerdorf – denn das ist ihre Vision. Diesem Leitgedanken folgte die gesamte Premierenveranstaltung. „Wir haben die Autorenlesung hier in Weilheim neu definiert“, sagte Petra Durst-Benning sichtlich stolz. Zum „Wir“ gehören Ellen Keller-Bitzer, Leiterin der Weilheimer Stadtbücherei, und Sandra Schöne vom Stadtmarketing Weilheim. Und so war es nur selbstverständlich, dass Moderator Martin Seidler die beiden vor Tatendrang strotzenden Frauen ans Rednerpult bat. Es war vom konspirativen Treffen der drei in einer gemütlichen Weilheimer Gaststätte zu hören. Es lieferte den Impuls, passend zum Romangeschehen ein Genießerdorf in der Limburghalle entstehen zu lassen. „Wir planen seit rund einem Jahr, sprühen vor Ideen und arbeiten Hand in Hand. Das wird nicht unsere letzte gemeinsame Veranstaltung sein“, versprach Sandra Schöne.

Das Genießerdorf war nicht nur passender Rahmen für die Lesung, sondern gleichwertiger Part. Ein liebevoll gestalteter Marktplatz, der im hinteren Teil der Limburghalle aufgebaut war, machte Lust auf den guten Geschmack und zeigte die Vielfalt ehrlich hergestellter Produkte aus der Region.

Über die Doppelpremiere freute sich auch Bürgermeister Johannes Züfle. Den vielen Durst-Benning-Fans außerhalb Weilheims stellte er kurz und prägnant sein Städtchen vor – inspiriert durch die Lektüre des Romans, in dem es um starke Charaktere geht. Auf der Suche nach dem Charakter seiner Stadt kam er auf drei „Gs“: Die Geologie verkörpert die Limburg mit ihrem harten Gesteinskern, dem Überbleibsel des einstigen Vulkans. Es folgte die Geschichte. „Wir sind Zähringerstadt und somit mit Freiburg und der schweizerischen Hauptstadt Bern verbunden“, erklärte der Schultes. Der Grund: Die Stammburg des Geschlechts, heute das Haus Baden, krönte die Limburg. Zum Schluss nannte er den Genuss. „Der hat auch ein bissle mit der Limburg zu tun. Auf der Südseite gibt es Weinberge, und die restlichen Hänge sind Streuobstwiesen“, sagte Johannes Züfle und nannte eine Zahl: Auf Weilheimer Markung stehen rund 50 000 Obstbäume, deren vielfältige Erzeugnisse reichlich Absatz fanden.

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