Weilheim und Umgebung

Grünzug bremst Gewerbe

Konflikt Die Gemeinde Aichelberg und der Verband Raum Bad Boll fordern klare Signale von der Region für ihr interkommunales Gewerbegebiet. Von Manuela Augustesen

Zwischen der Autobahn (links im  Bild) und der Straße nach Holzmaden (rechts) sieht die Gemeinde Aichelberg den idealen Platz fü
Zwischen der Autobahn (links im Bild) und der Straße nach Holzmaden (rechts) sieht die Gemeinde Aichelberg den idealen Platz für ein Gewerbegebiet. Foto: Carsten Riedl

Der Sachstand zum angestrebten großen Gewerbegebiet bei Aichelberg: „Alles offen“ lautet das ernüchternde Fazit nach drei Jahren Vorarbeit für eine Umsetzung und Aufnahme des Standortes entlang der A8 in den Flächennutzungsplan. Ein Standort mit vielen Vorteilen - interkommunales und nachhaltiges Herangehen, offen für die Option Logistik, mit geplanten 13 Hektar regional bedeutsam und verkehrstechnisch ideal angebunden.

Warum es nicht weitergeht? Der mögliche Standort liegt in einem regionalen Grünzug, die Standort­entwicklung ist somit abhängig von einer Entscheidung im Verband Region Stuttgart, eine Teiländerung des Regionalplans einzuleiten.

Die Gemeinde Aichelberg und der Verband Raum Bad Boll fordern klare, konkrete Signale und Transparenz aus Stuttgart. „Wir werden auf die lange Bank geschoben“, zieht der Verbandsvorsitzende, Hattenhofens Bürgermeister Jochen Reutter, Bilanz zur aktuellen Gemengelage. „Unbegreiflich und nicht nachvollziehbar“, findet es der Aichelberger Schultes, „dass nicht schon längst ein positives Signal aus Stuttgart gekommen ist“. Im Aichelberger Gemeinderat hat er auf die Vorleistungen verwiesen. In diesem Jahr sei eine artenschutzrechtliche Prüfung sowie eine Brutvogelkartierung erfolgt. Das Ergebnis dieser Vorprüfung „bestätigt zweifelsfrei“ die Realisierbarkeit eines interkommunalen Gewerbegebiets unter Berücksichtigung gewisser Schutzmaßnahmen.

Der Verband Raum Bad Boll sieht sich bekanntlich der Nachhaltigkeit verpflichtet. Wenn grünes Licht aus Stuttgart komme, so Eisele, werde man darüber nachdenken, wie sich Synergien im Zusammenspiel mit anderen ortsansässigen Firmen erzeugen lassen könnten.

Eisele kündigt an, dass er mit Unterstützung von Landrat Edgar Wolff einen weiteren Vorstoß unternehmen werde, den Verband Region Stuttgart für die Einleitung eines Regionalplanänderungsverfahrens zu gewinnen, um „diese nach wie vor bestehende erste große Hürde endlich zu nehmen“.

Ideen fürs neue Gebiet

Synergien Der Aichelberger Bürgermeister sieht viele Möglichkeiten für Synergien in einem Gewerbegebiet auf seiner Markung: gemeinsame Abfallentsorgungssysteme, Einkaufsgemeinschaften, Tausch- und Leihsys­teme, zentrales Parkhaus, gemeinschaftliche Tagungsräume.

Baurecht Baurechtliche Vorgaben und Gestaltungsvorschriften für die Gebäude im Sinne der Nachhaltigkeit sollen zum Thema werden: Nutzung von wiederverwertbaren Baustoffen, Verwendung erneuerbarer Energien, Minimierung von Erschließungsflächen, Dach- und Fassadenbegrünung.

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