Weilheim und Umgebung

Gute Prognosen für Bertoldwein

Weinlese Dem Frost zum Trotz sind Ertrag und Qualität der Trauben im Weilheimer Anbaugebiet Limburg auch in diesem Jahr gut. Von Bianca Lütz-Holoch

Ohmdens Bürgermeister Martin Funk und Weilheims Bürgermeister Johannes Züfle verkosten gemeinsam mit Werner Kauderer und Rainer Bauer vom Verein der Weinbergbesitzer (von links) den preisgekrönten Bertoldwein. Foto: Carsten Riedl

In Weilheim ist die Weinlese in vollem Gange - drei Wochen früher als sonst. Außergewöhnlich früh hatte Weilheims Bürgermeister Johannes Züfle deshalb auch Amtskollegen und Gäste zur traditionellen Weinbergbegehung an der Limburg geladen.

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Foto: Carsten Riedl

Die gute Nachricht verkündete Werner Kauderer, Vorsitzender des Vereins der Weinbergbesitzer, gleich zu Beginn des Rundgangs: „An der Limburg haben wir fast Vollertrag.“ Während am Weilheimer Egelsberg der Frost Ende April für massive Ausfälle bei Acolon, Dornfelder und Müller-Thurgau gesorgt hat, ist das höher gelegene Anbaugebiet an der Limburg verschont geblieben. Sehen lassen kann sich auch die Qualität der Trauben: „Weil der Behang nicht so stark war, haben wir wieder viele Oechsle“, freute sich Kauderer: „Mit den Bertoldweinen sind wir zufrieden.“

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Die gefürchtete Kirschessigfliege hat sich in Weilheim dieses Jahr nicht blicken lassen: „Es gab ja auch quasi keine Kirschen“, spielte Kauderer auf die miserable Obsternte an. Gerade deshalb hatten die Weinbergbesitzer jedoch verstärkt mit Bienen und Wespen zu kämpfen.

Ohmdens Bürgermeister Martin Funk und Weilheims Bürgermeister Johannes Züfle verkosten gemeinsam mit Werner Kauderer und Rainer
Foto: Carsten Riedl

Ein großer Tag steht den Hobby-Wengertern an der Limburg morgen ins Haus: „Da wird der Spätburgunder gelesen“, kündigte Werner Kauderer an. Weil daraus der rote Bertoldwein gekeltert wird, für den ausschließlich Limburg-Trauben verwendet werden, gibt die Weingärtnergenossenschaft Hohenneuffen-Teck dafür einen zentralen Termin vor. „Sonst ist das flexibler“, so Kauderer.

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Foto: Carsten Riedl

Edle Tropfen hoch vier

Foto: Carsten Riedl

Weilheim. Zur Weinbergbegehung in Weilheim gehört traditionell eine - maßvolle - Verkostung von Weinen aus dem vergangenen Jahr. Rainer Bauer, Weinbergbesitzer, Assistant Sommelier und Fachberater für deutschen Wein, bot vier verschiedene Sorten an und gab Hintergrundinformationen dazu.

Quasi zum Pflichtprogramm zählen die beiden Weilheimer Ortsweine, ein Silvaner und ein Spätburgunder. „Da sind Trauben von Württembergs höchstem Rebstock an der Limburg drin“, sagte Rainer Bauer beim Ausschenken des weißen Bertoldweins. Der Silvaner hat 2016 eine bronzene Preismünze erhalten, der rote Bertoldwein eine silberne. „Das ist ein super Wein, auch aus Sicht des deutschen Weininstituts“, bezog sich der Hobby-Wengerter auf den Weilheimer Spätburgunder, der im Ausland „Pinot Noir“ heißen würde. Ins Glas kam zudem ein Rivaner, der seinen Namen lediglich „aus marketingstrategischen Gründen“ trägt. Drin stecken Müller-Thurgau-Trauben, in Deutschland mengenmäßig die Nummer zwei. Noch beliebter ist der Riesling. Auf Platz drei abgerutscht sind die Silvaner-Trauben, die bis vor 100 Jahren in der Region fast ausschließlich angebaut und bereits vor über 350 Jahren urkundlich erwähnt wurden. Zum Abschluss gab es einen im Eichenfass gereiften Lemberger - mit 13,5 Prozent Alkohol und seiner dunklen Farbe eher schwer. „Er ist optimal zum Zwiebelrostbraten“, empfahl Rainer Bauer. Bianca Lütz-Holoch