Weilheim und Umgebung

Hang Drum unter Strom

Bodo Schopf spielt in der Hepsisauer Kirche

Hang Drum unter Strom
Hang Drum unter Strom

Weilheim. Die drei Kerzen am Adventskranz in der Hepsisauer Kirche zeugten von der Nähe der Weihnachtsfeiertage. Passend zum Konzertabend hatten Pfadfinder aus der

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Region das Friedenslicht aus Bethlehem, das sie in Stuttgart erhalten hatten, in die Kirche gebracht. Wer aber am Konzert von Bodo Scholz vorweihnachtliche Musik erwartet hatte, wurde eines Besseren belehrt.

Dieser begann sein Konzert direkt mit der Hang Drum und erklärte nach dem ersten musikalischen Erlebnis, dass die Hang Drum in der Schweiz erfunden wurde und dass „Hang“ im Schweizerdeutschen Hand bedeutet. Dieser besondere Klang der Hang Drum habe ihn so inspiriert, dass er ein Native-Future-Konzept entwickelt habe. Er verbindet somit die alten Instrumente der Ureinwohner verschiedener Kontinente mit neuzeitlichen und elektronischen Geräten.

Bodo Schopf zeigte aber auch, dass er nicht nur die „alten“, sondern auch die modernen Instrumente spielen kann. Ließ er in einem medidativen Stück die Udu, eine tönerne Trommel, mit der Hang Drum eine Symbiose bilden, zeigte er in „Motion and Dream“, dass er auch mit Looper und Fuß-Keyboard hervorragend umgehen kann. Die zahlreichen Konzertbesucher konnten durch die bunte und vielfältige Klangwelt für einige Momente dem Alltag entfliehen.

Bei der Vielfalt der Instrumente hätte das Konzert wohl einige Wochen dauern können. Bodo Schopf zeigte in seinem Konzert auch, was mit der Verbindung von Didgeridoo und akustischer Gitarre möglich ist. Besonders gefiel dem Publikum das Klangerlebnis „Thank you for another day“. Dieses Stück hatte Bodo Schopf auf Sardinien komponiert, als er an einem regnerischen Sonntag aus dem Fenster schaute. Passend zur Jahreszeit – jedoch nicht passend zum Wetter – gefiel in der Folge auch das Werk „Snowfall“.

Melancholisch zeigte sich Schopf mit „We lost a good friend“. Bei diesem Lied in Bob-Dylan-Manier zeigte er, dass er auch mit der Mundharmonika bestens umgehen kann. Den Zuschauern gefiel es und sie verlangte nach mehr. Pfarrerin Ute Stolz las dazu Texte, die unter die Haut gingen.

Mit seinen Klängen polarisiert Bodo Scholz. Beim erlebten Konzert jedoch waren sich Jung und Alt einig: Es war ein hervorragendes Klangerlebnis, bei dem der siebenjährige Enkel ebenso gespannt lauschte wie die 90-jährige Oma. Die Faszination der verschiedenen Instrumente und deren Klänge vermochte alle zu begeistern. Nicht umsonst hatte er schon Engagements unter anderem mit Falco, Udo Lindenberg, The Sweet und Jack Bruce. Mal schauen, ob er sein Versprechen wahr macht und im nächsten Jahr dann samt Streichorchester in Hepsisau auftritt.