Weilheim und Umgebung

Hier wird geschunkelt und gepogt

Festival Vom 2. bis 4. Juni findet auf dem Wanderparkplatz zwischen Weilheim und Neidlingen, direkt unter der Limburg, das 23. Kult-Ur-Open-Air statt. Wer tritt in diesem Jahr auf?

Kitty In A Casket spielen am Samstagabend auf dem Festivalgelände. Foto: pr

Das selbst ernannte „kultigste Festival im Süden“ setzt auch in diesem Jahr auf eine ausgewogene Mischung aus lokalen und national bekannten Künstlern. Von Freitag bis Sonntag nehmen Bands aus Rock, Metal, Punk und Ska die Zeltbühne unter der Limburg in Beschlag. Eröffnet wird das Festival wie jedes Jahr von x². Die beiden Spaß-Rocker sind seit der Gründung des Festivals dabei und gehören einfach dazu, wenn das Festival um 19.30 Uhr unter dem Motto „Weilheim Hardcore!“ eingeläutet wird. Insgesamt fünf Bands teilen sich am Freitag die Festivalbühne.

Mit Rebellious Spirit ist es gelungen, eine der vielversprechendsten Crossoverrock-Bands Süddeutschlands zu gewinnen. Ihre Songs erinnern an Metalbands wie Avenged Sevenfold, Disturbed oder In Flames. Mittlerweile haben Rebellious Spirit europaweit über 150 Konzerte absolviert. Auch eine weitere Bandgröße steht am Freitag, 2. Juni, auf der Weilheimer Bühne: Double Crush Syndrome - die Wiedergeburt des Rock‘n‘Roll, wie das Ruhrpotttrio oft genannt wird. Ihren Ruf als musizierendes Abrisskommando konnten Double Crush Syndrome bislang auf Tourneen mit J.B.O., Ohrenfeindt und vielen mehr unter Beweis stellen. Wer auf bis zum Umfallen ackernde Vollblut-Rocker mit tollen Songs und Hang zum Entkleiden steht, ist dort richtig.

Am Sonntag gibt‘s Blasmusik

Am Samstag geht es um 18 Uhr weiter. Vier Bands bereiten den Weg für die beiden Headliner des Abends. Die österreichische Punk‘n‘Roll-Band Kitty In A Casket kann sich wahrlich sehen lassen: Drei Alben in vier Jahren, die für internationale Beachtung gesorgt haben. Konzerte in ganz Europa, unter anderem mit Legenden wie The Exploited oder Dead Kennedys. Dazu eine 27 Shows umfassende Tournee durch Amerika plus Teilnahme an etlichen renommierten Festivals. Ihre mitreißende Vitalität und den herrlich morbiden Charme, den die Texte versprühen, darf man auf keinen Fall verpassen.

Hitzig, wuchtig und irrwitzig geht es weiter mit The Savants. Alternative, Punk, Rock, Ska, Pop und Folk - alles fließt hier reibungslos zusammen. Die Tübinger Band gehört mittlerweile zu den festen Größen in der Alternative-Szene. Das Geheimnis der Band liegt seit jeher zum einen im Abwechslungsreichtum ihrer Musik, die keine Genregrenzen kennt und doch ein rundes Ganzes ergibt. Supermelodiöse Ohrwürmer, eingängige Hymnen und jede Menge partytaugliche Songs zum hemmungslosen Abzappeln sind garantiert. The Savants stehen für eine mitreißende und spektakuläre Show.

Am Sonntagmorgen ab 11 Uhr sind dann auch alle Nicht-Rocker zum Weißwurstfrühstück mit Blasmusik unter der Limburg eingeladen. Die Original Dettinger Hohlwegrutscher sind inzwischen ein fester Bestandteil des Festival-Programms und werden auch in diesem Jahr wieder für „Heavy Metall“ zum Weißbier sorgen.

Am Abend wird es wieder tanzbar. Die Musik von Solle Vöhne lässt sich besser mit Worten wie authentisch, frei und unkonventionell beschreiben als mit herkömmlichen Musikstilen. Wer dies doch versucht, wird wohl zwischen Rock und Punk feststellen, dass Solle Vöhne viel mehr sind. Da legt sich eine virtuose Saxofonmelodie über einen wütenden Gesang in Orkanstärke, Gitarren und Keyboard stimmen ab und an Reggae- und Ska-Hymnen an, und jeder Zuhörer merkt, hier ist nicht berechnet oder konstruiert. Persönliche sozialkritische und teils poetische, deutsche Texte verschmelzen mit der unverwechselbaren Sound-Wand zu puren Emotionen, die sowohl vor als auch auf der Bühne immer wieder ihre Spuren hinterlassen.

Die Krönung des Sonntagabends und gleichzeitig das Ende des Kult-Ur-Open-Airs läuten Ivan Ivanovich & The Kreml Krauts ein, die inzwischen wie so viele andere Bands auch zu wahren Freunden geworden sind. Black-Tea-Flavoured Schnitzel-Beat. Ein Fetzen Ska, ein Splitter Russland und eine Lache aus verschüttetem Punk fließen aus elektrischen Gitarrenbässen über Horn und Saxofon. Darauf tanzen Ivan Ivanovich & The Kreml Krauts. Eine Posaune und ein Akkordeon, das des a-Molls nicht mächtig ist, bringen Ost-Europas Melodien ins Herz. Mit einer von Wein und Wolga ausgewaschenen Stimme singt Ivan Ivanovich dazu Lieder von Schnitzel, Wodka und Schmerz.

Neben den bereits genannten Bands werden Halifirien, Kalapi, Deface, Devil‘s Degression, Mofakette, Electric Love, Honeymoon Lecter, Gracefire, City Kids Feel The Beat und Stepfather Fred auf der Bühne stehen.

Das Kleingedruckte

Das Mehrgenerationenhaus Linde ist gemeinsam mit der Kulturinitiative Teck der Veranstalter des Open Air. Dort können auch Drei-Tages-Tickets im Vorverkauf gekauft werden. Außerdem gibt‘s Karten online unter www.kultur-openair.de.

Die Tickets enthalten den Eintritt für alle drei Tage inklusive Zutritt zum Campingplatz. Außerdem gibt es im Netz weitere Infos zum Festival, zu seiner Geschichte und natürlich den Bands.

Der Zutritt zum Festival ist ab 16 Jahren erlaubt. Camping ist erst ab 18 Jahren oder gemeinsam mit einem Erziehungsberechtigten gestattet.

Anzeige