Weilheim und Umgebung

„Hope“ bringt Botschaft der Nächstenliebe

Konzert Die Geschichte eines afrikanischen Jungen wurde als multimediales Bühnenstück in Weilheim aufgeführt – mit viel Pathos, aber auch einigen Schönheitsfehlern. Von Hans-Günther Driess

Foto: Hans-Günther Driess
Foto: Hans-Günther Driess

Im multimedialen Bühnenstück „Hope“ erzählen Helmut Jost und Ruthild Wilson die Geschichte eines Jungen, der in ärmlichste Verhältnisse hineingeboren wird und dessen Leben von vorne herein zum Scheitern verurteilt ist. Unterstützt werden sie in der Weilheimer Limburghalle von ihrer Band „Gospelfire“ sowie dem Gospelprojektchor Holzmaden unter der Leitung von André Moselewski. Die musikalische Botschaft wird flankiert von beeindruckenden Bild-Projektionen und Filmen von Steve Volke. Ruthild Wilson und Helmut Jost sind Botschafter des „Compassion“-Patenschafts-programms. Mit „Hope“ wollen sie die Arbeit der Organisation bekannt machen.

In den Liedern wird das Leben eines Kindes nachgezeichnet. Hineingeboren in einen afrikanischen Großstadt-Slum, hat es das Glück, für ein „Compassion”-Patenschafts-Programm ausgewählt zu werden. Das Stück beschreibt einerseits die Biografie des Kindes und auf der anderen Seite skizzieren kontrastierende Songs die harte Wirklichkeit. Der Konzertgenuss ist in der Limburghalle allerdings stark beeinträchtigt durch schlechte Tontechnik. Den sehr gut vorbereiteten Chor hört man kaum, die Sänger können einem leid tun. Die viel zu laute Band und die voll aufgedrehten Mikros der fünf Gospelfire-Sänger degradieren sie zu Statisten.

Chorleiter André Moselewski hat zum Glück vor einigen Wochen in zwei Kirchenkonzerten bewiesen, wie er mit seinem hervorragenden Ensemble „unplugged“ sein Publikum begeistern kann. Dies ist an diesem Abend in Weilheim schwer möglich.

Die fünf Vokalisten brillieren mit hervorragenden Soulstimmen, solistisch wie auch im Zusammenklang. Die Textverständlichkeit ist allerdings wegen des zu laut eingestellten Pegels der Band miserabel. Selbst bei den deutschen Liedern können die Zuhörer häufig den Text nicht verstehen.

Auch hätte man sich einen höheren Anteil der in der Ankündigung versprochenen afrikanischen Elemente gewünscht. Der Drummer und Perkussionist beweist mit seinem atemberaubenden Solo im letzten Lied „Zum Geben bereit“ hohe Qualität.

Die von Helmut Jost komponierten und von seiner Ehefrau getexteten Lieder spiegeln eine große Bandbreite von Gefühlen wider. Wut und Verzweiflung werden von den Agierenden eindrucksvoll präsentiert bei den Themen Kinderarbeit, Kriminalität, Ausbeutung oder Flucht.

Durch das Engagement von „Compassion“ erhält das Kind zum ersten Mal einen richtigen Namen. Das verleiht ihm Würde. Der Junge wird mit Schulbildung, Kleidung und Essen versorgt und lernt durch die Zuwendung derer, die sich vor Ort um ihn kümmern, und durch seine Pateneltern, dass es einen liebenden Gott gibt. Endlich darf er von einem gelungenen Leben träumen: Im Duett „Stell dir vor, irgendwann“ zeigen die großartigen Solisten Einfühlungsvermögen und differenzierten Ausdruck. In bester „Rhythm-&-Blues-Manier“ erklingt nach der Pause „Sunday Morning“ im mitreißenden Wechselgesang zwischen Solisten und Chor.

Das ruhige Lied „Ihr gabt mir Leben“ wird im afrikanischen Duktus von Solisten, Chor und Band schön gestaltet. Die ergreifende Hymne „Zum Geben bereit“ sendet die wichtigste Botschaft des Abends in die Limburghalle: Ein Kind aus der Armut zu retten bereichert das Leben beider. Das Engagement aller Mitwirkenden ist ein vorbildliches Plädoyer für christliche Nächstenliebe.

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