Weilheim und Umgebung

Hot Chocolate und Broccoli

Jubiläumskonzert des Weilheimer Gesangvereins „Salto Vocale“

175 Jahre und es geht weiter. Zum Glück! Weg von alten Mustern stellte „Salto Vocale“ in der Limburghalle ein hochwertiges wie kurzweiliges Jubiläumskonzert des Gesangvereins 1840 Weilheim Teck zusammen.

Bunt und abwechslungsreich gestaltete sich das Jubiläumskonzert von „Salto Vocale“. Foto: Sabine Ackermann
Bunt und abwechslungsreich gestaltete sich das Jubiläumskonzert von „Salto Vocale“. Foto: Sabine Ackermann

Weilheim. Respekt dafür, welches Repertoire mittlerweile manche Chöre draufhaben und mit welchem Mut sie neue (Gesangs)Wege gehen. Leiden die meisten unter Überalterung und Mitgliederschwund, entwickeln sich auch viele weiter: So gehört bei dem sehr abwechslungsreichen Jubiläumskonzert „175 Jahre Gesangverein Weilheim Teck“ in der hiesigen Limburghalle.

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Vorsitzende Nicole Mütschele, bei der alle Fäden zusammenlaufen, hatte ein tolles Programm zusammengestellt und Sangesfreunde aus eigenen Reihen sowie motivierte Gastchöre gewinnen können. Komplettiert wurde der bunt gemischte Musikreigen von einem fantastischen Moderator – Michael Stülpnagel, der sich mit angenehmer Stimme klug, humorvoll und spannend durch den Abend rezitierte oder dichtete und es einfach mit Vollendung verstand, Geschichten zu erzählen. Schön, dass er mit von der Partie war. Den Beginn machten natürlich die Gastgeber „Salto Vocale“, die auch den Schluss zierten und sich an sechs englische Titel (von acht) herantrauten. Und die Mischung kam prima an, wobei natürlich der gefühlvoll gesungene Klassiker wie „Let it be“ von John Lennon und Paul McCartney ein besonderer Hörgenuss war.

Nachdem sie sich schwungvoll für die Blumen bedankten und gestehen mussten, noch niemals in New York gewesen zu sein, servierten die singfreudigen Damen ein köstliches Tässchen „Hot Chocolate“. Das wiederum animierte den pfiffigen Entertainer zu folgender Aussage: „Schokolade ist Gottes Entschuldigung für Broccoli.“ Dieser Spruch heimste viele Lacher ein, dann hielten „Mann O Mann“ das Level der guten Laune weiterhin hoch. „Was? Handwerker am Samstagabend? Womöglich Heizung ausgefallen oder gar ein Wasserrohrbruch?“ – versteckt sich doch hinter den rund zwanzig Herren in ihren knallroten Latzhosen ein superguter Chor. Was für eine Gaudi mit Stimme, als sie nach der Melodie „Skandal um Rosi“ (Spider Murphy Gang) ihren frechen „Mann O Mann-Song“ zum Besten gaben. Dafür haben sie zu Recht den meisten Beifall und Zugabe-Rufe bekommen. Sehr gut, weil traditionell, gefiel der relativ üppig ausgestattete Männerchor Cäcilia, der für die ruhigeren Momente sorgte. Gleichfalls stimmgewaltig mit gut fünf Dutzend Mitgliedern die Chorformation „Chor Vision und Just Music“, die erst über sieben Brücken gehen mussten, um in New York anzukommen.

Die wohl anspruchsvollsten Stücke präsentierten „Die Taktlosen“, die dank der hervorragenden Klavierbegleitung von Gregor Kissling nicht aus selbigem kamen. Während sich der Pianist auch bei anderen Chören an den Flügel setzte, gaben Viktor Hoffmann am Cajón und Trompeter Jannik Burkhardt nur ein kurzes Gastspiel. Nach knapp drei Stunden ging der musikalische Abend unter Beifallsstürmen viel zu schnell zu Ende.