Weilheim und Umgebung

Humor war sein Markenzeichen

Nachruf Ohmdens Altbürgermeister und Ehrenbürger Walter Kröner ist im Alter von 90 Jahren gestorben.

Ohmden. Im Jahr 1953 nahm ein junger Mann aus Ulm die Geschicke der Gemeinde Ohmden entschlossen in die Hand: Walter Kröner wurde mit 26 Jahren Bürgermeister.

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Leicht war die Aufgabe für den jungen Mann in der Nachkriegszeit gewiss nicht, doch er meisterte die Herausforderungen mit Bravour. Der systematische Ausbau der Infrastruktur im Ort prägte ebenso seine Tätigkeit wie die Ausweisung von Baugebieten und einzelne Großprojekte wie etwa der Bau der Gemeindehalle.

Auch das Vereinsleben förderte Walter Kröner, wo er nur konnte. Unter seiner Ära wuchs die Einwohnerzahl der Gemeinde von knapp 1 000 auf 1 600. Noch wichtiger: Ohmden entwickelte eine eigene Identität. Das schrieben die Bürger zum großen Teil ihrem stets humorvollen, feinsinnigen Schultes zu, der auch Sinn und Liebe für Kunst und Literatur hatte.

Kein Wunder also, dass Walter Kröner mit fast 97 Prozent im Jahr 1983 in seine letzt Amtszeit gewählt wurde, die bis 1991 gehen sollte. Doch es kam anders: Nach einem Herzinfarkt im Jahr 1986 entschloss sich der Bürgermeister, dem Rat seines Arztes zu folgen und sich frühzeitig zur Ruhe zu setzen. - „Halbherzig“ seiner Arbeit nachzugehen, war für ihn keine Option.

30 Jahre sollten dem schaffigen Ex-Schultes und Ehrenbürger Ohmdens noch vergönnt sein. Diese Zeit nutzte er nicht zuletzt für „seine“ Gemeinde Ohmden, wo er unter anderem die Seniorengruppe leitete. Jetzt ist Walter Kröner im Alter von 90 Jahren infolge einer zunehmenden Erkrankung gestorben. Irene Strifler