Weilheim und Umgebung

Im Gemüserausch

Ernährung Brigitte Steinwender aus Owen ist die Qualität und Regionalität der Lebensmittel wichtig. Für den Oktober präsentiert sie ein buntes Gericht mit herbstlichen Zutaten. Von Cornelia Wahl

Kürbisverkaufstelle Dettingen, Morgenstimmung, 20.10.18, Ruoff
Kürbisverkaufstelle Dettingen. Foto: Ruoff

Wer im Oktober durch die Region fährt, dem fallen vielerorts die leuchtend orangefarbenen Kürbisse auf, die da­rauf warten, gekauft zu werden. Ein Produkt aus heimischem Anbau mit kurzen Wegen zum Verbraucher. Das ist ganz nach dem Geschmack von Agrarbotschafterin Brigitte Steinwender. Auf Ausstellungen, Messen oder im Einzelhandel bringt sie den Verbrauchern die Lebensmittel der Region näher. Sie will die Menschen sensibilisieren, regionale Produkte wertzuschätzen und somit die Nachhaltigkeit zu unterstützen, um die heimische Kulturlandschaft zu erhalten.

In die Wiege gelegt
Die regionalen Produkte, für die Brigitte Steinwender als Repräsentantin einsteht, tragen die Qualitätszeichen oder das Bio-Zeichen BadenWürttembergs. „Agrarbotschafterinnen“, sagt sie, „sind speziell geschulte Landfrauen. Die Ausbildung dauert sechs Tage. Geschult werden die Frauen sowohl in Theoriestunden als auch in der Praxis zum Thema ‚Gesunde Ernährung‘. Darüber hinaus auch in Warenkunde.“ Da passt es, dass das Ofengemüse-Rezept als Zutaten Kürbisse und Urkarotten enthält. Letztere sind dunkelrot oder violett. „Die Urkarotten haben mehr Vitamin C“, erzählt sie. „Sie sind gesünder, weil durch die Züchtungen Inhaltsstoffe verloren gehen. Man kommt wieder mehr zum Ursprünglichen zurück.“ Wer für das Ofengemüse jedoch keine Urkarotten zur Hand hat, der kann sie durch die gleiche Menge Karotten ersetzen. Das gleiche gilt auch für die Zucchini. „Die gelbe Zucchini hat ein zarteres Fruchtfleisch als die grüne“, weiß Brigitte Steinwender. Wer das Ofengemüse verfeinern möchte, kann dies „mit Hirtenkäse aus Kuhmilch tun, den ich nach 15 Minuten Backzeit drüberbrösele“, gibt sie den Tipp, „oder ich mache Fleischbällchen dazu.“

Die Owenerin ist seit 1995 Mitglied beim Landfrauenverein des Ortes und fast so lange im Vorstand tätig. Ein wenig scheint das Landfrauentum ihr in die Wiege gelegt zu sein. Ihre Eltern hatten einen landwirtschaftlichen Betrieb „mit Kühen und Milchwirtschaft“, erzählt sie.

Nie Langeweile als Botschafterin
Mit ihrer Mutter war sie eine Zeit lang gemeinsam im Vorstand tätig. Doch konnte sie sich nicht damit anfreunden, sich in den landwirtschaftlichen Betrieb der Eltern hauptberuflich einzubringen. Sie absolvierte eine Ausbildung zur technischen Zeichnerin und arbeitete in diesem Beruf. Über die Landfrauen wurde sie auf die Agrarbotschafterinnen aufmerksam. Nachdem ihr Sohn geboren war, entschloss sie sich zur Ausbildung. „So hatte ich auch etwas mit der Landwirtschaft zu tun, aber eben auf eine etwas andere Art“, blickt sie zufrieden zurück.

Diesen Job macht sie mittlerweile hauptberuflich. Langweilig scheint es Brigitte Steinwender nicht zu werden. Ihre Botschafterinnen-Aufgaben lassen sie weit reisen. So erzählt sie von einer Begebenheit auf der „Grünen Woche“ in Berlin vor vielen Jahren, wo sie für den Deutschen Landfrauenverband mit Kindern kochen durfte. Lachend erinnert sie sich daran, wie sie die Töpfe dafür im Handgepäck mitgenommen hat.

Milchbotschafterin auf Reisen
Doch nicht nur Berlin ist eine Reise wert. Auch auf dem landwirtschaftlichen Hauptfest in Stuttgart war sie heuer am Stand der Milchwirtschaft vertreten. Als Milchbotschafterin etwa besucht sie überdies vor Ort die Landfrauenvereine. Bedingung dafür ist, dass mindestens 30 Teilnehmerinnen gefunden werden.
Dort referiert sie oder ihre Kolleginnen über verschiedene Themen wie Käse, Sahne, Milchshake und andere Dinge, die das alltägliche Geschäft mit Milchprodukten betreffen. Und neuerdings auch über die Butter, „weil das zurzeit sogar der beliebteste Vortrag ist“, fügt sie hinzu. Das unterstreicht die Tatsache, dass die Milchbotschafterinnen für das kommende Jahr bereits ausgebucht sind.

Kürbis: Die gesunde Beerenfrucht

Groß, klein, rund oder zipfelig:
Der Kürbis hat viele Formen und im Oktober nicht nur zu Halloween auch viele Gesichter. Speisekürbisse enthalten wertvolle Inhaltsstoffe. So wird der Beerenfrucht nachgesagt, das Cholesterin zu senken sowie Nerven, Nieren und Blase zu stärken. Neben Ballaststoffen und Enzymen enthält der Speisekürbis Magnesium, Kalium, Eisen und Kupfer sowie die Vitamine A, C und E. Ein wahres Kraftpaket.

Zu 90 Prozent besteht sein Fruchtfleisch aus Wasser, weshalb der Kürbis mit nur 38 Kalorien bei 100 Gramm sehr leichte Kost ist. Auch die Kürbiskerne haben es in sich. Sie sind reich an ungesättigten Fettsäuren, enthalten Vitamin E und Pflanzenstoffe, welche die Blase und die Prostata schützen können. Zierkürbisse und Speisekürbisse können nur schwer unterschieden werden. Zierkürbisse sind meist hart und klein.

Bitterstoffe, sogenannte Cucurbitacine, sind die Ursache dafür, dass Zierkürbisse bitter schmecken. Ist dies der Fall, hat der Kürbis im Kochtopf nichts zu suchen. Speisekürbisse sollten kühl und frostfrei gelagert werden. Am besten im Keller. Dann können sie bis zu zehn Monate haltbar sein. Angeschnittener Kürbis kann im Gemüsefach des Kühlschranks aufbewahrt werden. Das hält ihn noch drei bis vier Tage frisch. cw

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