Weilheim und Umgebung

Im Wasser verstecken sich Schätze

Freizeittipp Der Neidlinger Wasserfall ist ein Ort der Idylle. Von mehreren Wanderparkplätzen geht es zum Ursprung der Lindach – ein perfekter Ausflug für die ganze Familie. Von Sabrina Kreuzer

Zugegeben, das beste Wetter haben wir uns für diesen Ausflug nicht ausgesucht: am Morgen Regen, am Mittag schwüle Hitze. Doch davon lassen wir uns nicht unterkriegen, packen Proviant, Handtücher und die Kinder ein und machen uns auf den Weg in Richtung Neidlingen. Der Neidlinger Wasserfall ist von den Wanderparkplätzen „Bahnhöfle“ oder „Braike“ aus zu erreichen. Vom Bahnhöfle läuft man ungefähr einen Kilometer bis zum Ziel, von der Braike doppelt so lange. Zwei Kilometer sind jedoch auch mit Kindern gut zu bewältigen - daher die längere Variante.

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Auf dem Weg zum Wasserfall lassen sich nicht nur die Natur und die Burgruine Reußenstein bestaunen - es gibt auch viel zu entdec
Auf dem Weg zum Wasserfall lassen sich nicht nur die Natur und die Burgruine Reußenstein bestaunen - es gibt auch viel zu entdecken.Fotos: Sabrina Kreuzer

Meine Nichten und Neffen im Alter von sechs bis elf Jahren haben ihren Spaß. Der Weg in Richtung Wasserfall ist geteert und geht die meiste Zeit ohne große Steigung geradeaus. Rechts fließt die Lindach in Richtung Neidlingen, ein guter Wegweiser zu den Wasserfällen. Wir machen Halt an einer Infotafel des Nabu, auf der Bilder von heimischen Singvögeln zu sehen sind. Die Kinder unterhalten sich darüber, welche Vögel sie kennen und schon gesehen haben. „Schau, das ist ein Star, den kenne ich“, erklärt mein ältester Neffe seinem kleinen Bruder.

Es ist auch für Erwachsene interessant, den Reußenstein einmal aus einem anderen Blickwinkel zu sehen. Denn er liegt direkt über dem Neidlinger Wasserfall. Die Sicht nach oben ist zwar ein wenig getrübt, doch trotzdem fasziniert der Anblick.

Auf dem Weg zum Wasserfall lassen sich nicht nur die Natur und die Burgruine Reußenstein bestaunen - es gibt auch viel zu entdec
Auf dem Weg zum Wasserfall lassen sich nicht nur die Natur und die Burgruine Reußenstein bestaunen - es gibt auch viel zu entdecken.Fotos: Sabrina Kreuzer

Nach ungefähr einem Kilometer bleiben wir an einer Gabelung stehen. Ein Wegweiser mit der Aufschrift „Wasserfall“ zeigt in die richtige Richtung. Leider nicht eindeutig genug. Wir beschließen einfach, uns weiter an die Lindach zu halten. Die Steigung des Feldweges wird stärker, und vor uns tun sich kleine Serpentinen auf. Kurze Zeit später geht es über eine Wiese, eine kleine Brücke und in den Wald hinein. Der Wasserfall ist schon zu hören, das Rauschen wird immer lauter.

Doch ab hier ist der Aufstieg mühsam. Ein kleiner Trampelpfad frisst sich durch den Wald. Über Wurzeln und Steine, später über provisorische Treppenstufen, steigen wir nach oben. Die Kinder sind die Ersten am Ziel und warten amüsiert auf die „Alten“. Der Aufstieg hat sich gelohnt. Überall aus dem Berg quillt das Wasser. Kleine Wasserfälle und winzige Tropfsteinhöhlen wohin man schaut. Die Kinder ziehen natürlich sofort die Schuhe und Socken aus und erkunden das kühle Nass. Das Wasser ist sehr kalt, daher stellen sie sich gegenseitig auf die Probe: Wer hält es am längsten darin aus? Eine Sache ist klar: Hier oben ist der perfekte Platz für ein Picknick. Zwei Bänke und die Brücke, die über das Wasser führt, bieten genügend Sitzgelegenheiten.

Auf dem Weg zum Wasserfall lassen sich nicht nur die Natur und die Burgruine Reußenstein bestaunen - es gibt auch viel zu entdec
Auf dem Weg zum Wasserfall lassen sich nicht nur die Natur und die Burgruine Reußenstein bestaunen - es gibt auch viel zu entdecken.Fotos: Sabrina Kreuzer

Gestärkt kann es dann weitergehen: Es muss noch einiges erkundet werden. Die Kinder machen sich auf die Suche nach kleinen Schätzen im Wasser. Was eigentlich als Spaß begonnen hat, trägt jedoch schnell Früchte. Mein jüngster Neffe rennt auf mich zu und ruft: „Schau mal, was ich gefunden habe!“ Er hält ein kleines Fossil in der Hand und grinst bis über beide Ohren.

Den Wasserfall kann man entweder von einer der beiden Bänke aus sehen oder wenn man von der Brücke hinunterschaut. Wer flink ist, kann auch durch den Wald marschieren und kommt zwischen den Bäumen direkt neben dem Wasserfall wieder heraus. Aber Vorsicht: Hier ist es rutschig.

Auf dem Weg zum Wasserfall lassen sich nicht nur die Natur und die Burgruine Reußenstein bestaunen - es gibt auch viel zu entdec
Auf dem Weg zum Wasserfall lassen sich nicht nur die Natur und die Burgruine Reußenstein bestaunen - es gibt auch viel zu entdecken.Fotos: Sabrina Kreuzer

Als wir uns auf den Rückweg machen, sind wir erleichtert, doch noch den richtigen Weg zu finden. Auf dem Waldweg ist es nicht rutschig, er ist breit genug für uns alle, und wir können entspannt miteinander reden. „Das war richtig anstrengend. Aber es hat sich gelohnt“, sagt die Jüngste in der Runde.

Auf dem Weg zum Wasserfall lassen sich nicht nur die Natur und die Burgruine Reußenstein bestaunen - es gibt auch viel zu entdec
Auf dem Weg zum Wasserfall lassen sich nicht nur die Natur und die Burgruine Reußenstein bestaunen - es gibt auch viel zu entdecken.Fotos: Sabrina Kreuzer