Weilheim und Umgebung

Immer ein offenes Ohr bei Problemen

Pädagogik Schulsozialarbeiter Fabian Teimel spricht von einem steigenden Beratungsbedarf an den Weilheimer Schulen. Er hofft auf Entlastung durch eine neue Stelle an der Limburg-Grundschule. Von Bianca Lütz-Holoch

Im Jugendcafé am BZW können die Schüler mittags nicht nur zusammen mit anderen kickern und sich unterhalten. Sozialarbeiter Fabi
Im Jugendcafé am BZW können die Schüler mittags nicht nur zusammen mit anderen kickern und sich unterhalten. Sozialarbeiter Fabian Teimel (2.v.r.) ist auch für sie da, wenn es Probleme gibt.Foto: Jean-Luc Jacques

Streit mit den Freunden, Hänseleien, schlechte Noten oder Stress zuhause. Wenn die Schüler des Weilheimer Bildungszentrums Wühle Probleme haben, gibt es einen, der immer ein offenes Ohr für sie hat: Schulsozialarbeiter Fabian Teimel. Vier Jahre nach seiner Einstellung ist er gefragt wie nie: „Mein Büro ist in jeder Pause voll“, erzählt der 32-Jährige. Auch das Schülercafé, das er über Mittag im Bildungszentrum anbietet, lockt ganze Gruppen von Jugendlichen an. Die Tendenz ist aus Sicht des Sozialpädagogen eindeutig: „Der Beratungsbedarf steigt“, sagt er.

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Und nicht nur bei den Schülern. „Ich führe auch viele Gespräche mit Lehrern und gebe ihnen Tipps, wie sie bei Problemen helfen können.“ Da geht es mal um einzelne Streithähne, aber auch um den Zusammenhalt der Klasse allgemein. Medienpädagogische Themen kommen ebenso auf den Tisch wie Erziehungsfragen. Nicht zuletzt können sich auch Eltern an den Schulsozialarbeiter wenden, wenn sie sich um ihr Kind sorgen. „Ich biete Termine in meinem Büro an oder mache in Einzelfällen auch mal Hausbesuche.“ Kurz: Fabian Teimel ist neutraler Berater und Vermittler, Drehscheibe und Bindeglied zwischen Schule und Zuhause. Und er weiß auch, wann professionelle Hilfe gefragt ist, etwa von Psychologen oder der Suchtberatungsstelle. „Ich kann nicht jedes Problem lösen, aber ich kann immer helfen und weitervermitteln.“

Seit zwei Jahren kümmert sich Teimel auch um die Limburg-Grundschule. „Ich bin ein- bis zweimal die Woche dort und biete immer donnerstags eine bewegte Pause in der Sporthalle an.“ Ein Tropfen auf dem heißen Stein, wie der Sozialpädagoge betont: „Der Bedarf an der Grundschule ist wesentlich höher“, ist er überzeugt: „Viele Probleme könnten auch schon vor dem Wechsel in die weiterführenden Schulen angepackt werden.“ Deshalb hofft er darauf, dass die Grundschule eine eigene Teilzeitkraft bekommt. „Dann hätte ich auch eine Vertretung“, so Teimel. „Wenn ich krank bin, bleibt das Jugendcafé zum Beispiel ganz geschlossen.“

In die gleiche Kerbe schlägt Weilheims Bürgermeister Johannes Züfle: „Der Wunsch der Stadtverwaltung ist es, eine eigene 50-Prozent-Stelle für die Schulsozialarbeit an der Limburg-Grundschule zu schaffen.“ Einen entsprechenden Vorstoß hat er in seiner aktuellen Haushaltsrede gemacht. „Als wir die Schulsozialarbeit damals am Bildungszentrum eingeführt haben, haben wir mit uns gerungen, weil sie eine Freiwilligkeitsleistung ist und Geld kostet“, erinnert sich der Bürgermeister. Jetzt sei sie nicht mehr wegzudenken.

Zu tun gibt es für den Schul-Pädagogen also genug. Und auch für die Zukunft hat Fabian Teimel noch so einige Pläne: „Ich möchte gerne die medienpädagogischen Angebote für Schüler und Eltern verbessern“, kündigt er an. Es gehe auch darum, den Eltern im Bereich Smartphones und soziale Netzwerke Sicherheit zu geben, damit sie ihre Kinder entsprechend anleiten können. „Zudem ist das Projekt Streitschlichter immer noch in Planung“, so Teimel. Es sei jedoch schwierig, Schüler zu finden, die sich beteiligen wollen. Nicht zuletzt solle es ein neues Angebot speziell für die Papas geben. „Viele Väter halten sich immer noch sehr aus der alltäglichen Erziehung heraus und kommen nur dann ins Spiel, wenn es ans Sanktionieren geht“, weiß der Sozialpädagoge. Es wäre gut, so ist Fabian Teimel überzeugt, wenn sich das ändern würde.