Weilheim und Umgebung

In der Mensa bleibt die Küche kalt

Betreuung Am Bildungszentrum Wühle in Weilheim wird es dieses Schuljahr offenbar keine Ganztagsangebote und wohl auch kein Mittagessen geben. Die Eltern hoffen noch auf eine Lösung. Von Bianca Lütz-Holoch

In der 2016 eröffneten Mensa am Bildungszentrum Wühle gehen zurzeit keine Menüs über den Tresen.Foto: Carsten Riedl
In der 2016 eröffneten Mensa am Bildungszentrum Wühle gehen zurzeit keine Menüs über den Tresen. Foto: Carsten Riedl

Normaler Schulalltag? Davon ist das Bildungszentrum Wühle in Weilheim trotz Präsenzunterricht und voll besetzten Klassenzimmern noch weit entfernt. So wie es aktuell aussieht, bleibt die Mensa dieses Schuljahr geschlossen. Auch Ganztagsangebote wird es keine geben. Das wollten die Eltern nicht einfach so hinnehmen und haben sich an die Stadt gewandt. „Wir fordern, dass die Mensa wieder aufmacht“, sagt die Elternbeiratsvorsitzende Simone Annerl-Birkenmaier. „Anderswo klappt das doch auch - trotz Corona-Verordnungen.“ Nun hat es ein Gespräch zwischen Elternvertretern, Schulleitung und Stadtverwaltung gegeben. Die Erkenntnisse sind ernüchternd.

Essen ist kaum gefragt

„Der Bedarf ist so gering, dass es sich nicht lohnt, die Mensa aufzumachen“, geht die Weilheimer Hauptamtsleiterin Daniela Braun auf die Hintergründe ein. Das Gleiche gilt für die Ganztagsangebote. „Lediglich für 18 Kinder wurde Bedarf angemeldet - und auch nicht jeden Tag“, sagt Ulrike Schmid, bei der Stadt Weilheim für Kindergärten und Schulen zuständig. Das sind noch weniger als im vergangenen Jahr, als 30 Kinder angemeldet waren. Dazu kommt, dass die Kinder in Pandemiezeiten nach Klassenstufen getrennt werden müssten. „Wir haben zudem Ausfälle beim Personal aufgrund von Risikofaktoren“, sagt Daniela Braun.

Was die gerade mal vor vier Jahren eröffnete Mensa angeht, lag der Bedarf bei der Befragung sogar noch niedriger. „Da wären wir pro Tag nicht mal auf zehn Essen gekommen“, nennt Ulrike Schmid Zahlen. Das ist ein Problem: „Unser Caterer liefert erst ab mindestens zehn Essen.“ Auch sonst wäre der Aufwand für lediglich eine Handvoll Kinder immens. „Aufgrund der Corona-Vorgaben bräuchten wir mehr Personal als vorher“, so Daniela Braun. Ganz anders sehe das an der Limburg-Grundschule aus: „Dort haben wir Zuwächse von 30 Prozent.“ Entsprechend werde das Mensapersonal nun dort eingesetzt. Abgesehen von der geschlossenen Mensa kritisieren die Eltern auch, dass sich die Schüler in der Mittagspause vor dem Nachmittagsunterricht nicht im Schulgebäude aufhalten dürfen. „Es gibt ja auch viele Schüler von außerhalb. Die sitzen jetzt vorm Bäcker oder dem Supermarkt, wo sie sich etwas zu essen gekauft haben“, schildert Simone Annerl-Birkenmaier die Situation und fügt hinzu: „Während der kalten Jahreszeit kann das so nicht weitergehen.“

Fertige Lösungen liegen noch nicht auf dem Tisch - aber die Hausaufgaben sind verteilt. „Es soll nochmals der Bedarf abgefragt werden“, sagt Daniela Braun. Auch prüfe die Stadt gemeinsam mit den Schulen, ob sich die Öffnung der Mensa an einem Tag lohnen würde. Nicht zuletzt soll diskutiert werden, ob man Schülern eventuell mit Aufsicht den Aufenthalt im Schulhaus über Mittag ermöglichen könnte.

Holprig angelaufen ist das Schuljahr im Bildungszentrum Wühle aber auch in anderer Hinsicht. „Im Sommer sind neue Kabel im Gebäude verlegt worden, und die Arbeiten sind noch nicht ganz fertig“, berichtet Robin Fehmer, Leiter der Weilheimer Realschule. Die Folge: In manchen Räumen gehen Lichter nicht, in drei Klassenzimmern gibt es im Moment gar keine Tafeln. Zu allem Übel ist die Schule auch noch Opfer eines Einbruchs geworden, bei dem die Laptops gestohlen wurden, mit denen die Lehrer die bisherigen Smartboards bedient haben. Und bis die neuen, multimedialen Tafeln, die „Active Panels“, eintreffen, dauert es noch. „Für die Übergangszeit haben wir jetzt einfache Whiteboards als Ersatz bestellt“, kündigt Robin Fehmer an: „Wir hoffen, dass nächste Woche wieder alles in geregelten Bahnen läuft.“

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