Weilheim und Umgebung

In Holzmaden kommen die Daten in Fahrt

Netzausbau Von den bislang „unterversorgten“ Haushalten der Urwelt-Gemeinde wollen 92 Prozent Glasfaser haben.

Ortstafeln in Ochsenwang Ortseingangsschild
Ortstafeln in Ochsenwang Ortseingangsschild. Fotomontage

Holzmaden. Das Breitband-Internet kommt, und die Holzmadener empfangen ihn mit offenen Armen. In den vergangenen Monaten sind rund 170 Haushalte von der Gemeindeverwaltung angeschrieben worden. Dabei ging es zunächst um diejenigen Anwohner, die in „unterversorgten“ Gebieten wohnten und daher kostenlos einen Breitbandanschluss bekommen konnten. Als „unterversorgt“ gelten Gebiete, in denen die Internetübertragungsrate bei unter 30 Megabit/Sekunde liegt.

Das lukrative Angebot nehmen die meisten gerne an. Bürgermeisterin Susanne Irion freut sich nun, dass 92 Prozent einen Anschluss wünschen. „Es ist ja eine für die Bürger besonders komfortable und im Landkreis einmalige Situation, dass die Anschlüsse komplett kostenlos gebaut werden und das ohne jegliche weitere vertragliche Verpflichtung oder Bindung an einen Telekommunikationsanbieter“, erklärt die Gemeindechefin. Die Holzmadener profitieren gleich doppelt, denn sie dürfen sich nicht nur über ein schnelles Internet freuen, sondern auch über einen Wertzuwachs ihrer Grundstücke. Auch die Gemeinde hat einen Vorteil davon, denn da sie Eigentümerin der Glasfaser-Infrastruktur ist und das Netz mit einem Partner selbst betreiben wird, erhält sie Pachteinnahmen. „Die sollen im Sinne der Bürgerschaft wiederum in den weiteren Netzausbau investiert werden“, sagt Susanne Irion.

Künftig können noch knapp 200 weitere Haushalte in den Genuss eines Glasfaseranschlusses kommen, die an der neuen Glasfaser-Trasse liegen und die Tatsache nutzen können, dass ohnehin schon gebaut wird. Allerdings bekommen sie die Anschlüsse nicht zum Nulltarif, denn sie gelten als erschlossen, also „normal“ versorgt. Die Gemeinde wird lediglich 15 Prozent zum Hausanschluss zuschießen.

Der Baubeginn ist aber noch offen, weil das Ministerium die Fördergelder noch nicht freigegeben wird. „Wir warten seit Dezember auf die Freigabe aus Berlin“, sagt Susanne Irion. Erst wenn die genaue Höhe der Zuschüsse bekannt ist, wissen die Interessenten, wie viel sie genau bezahlen müssen. Thomas Zapp

Anzeige