Weilheim und Umgebung

Ins Foyer fällt künftig Tageslicht

Sanierung 48 Jahre haben ihre Spuren hinterlassen: Jetzt bekommt das Gemeindehaus der Holzmadener Stephanuskirche ein neues Dach. Von Max Carlo Pradler

Nicht nur optisch modern, sondern auch effizient: Das neue Flachdach des Holzmadener Gemeindehauses erhält mehrere Lichtkuppeln.
Nicht nur optisch modern, sondern auch effizient: Das neue Flachdach des Holzmadener Gemeindehauses erhält mehrere Lichtkuppeln.Foto: Markus Brändli

Wir hatten keine andere Wahl“, sagt Holzmadens Pfarrer Andreas Taut, während er vorsichtig das Baugerüst auf dem Dach des evangelischen Gemeindehauses betritt, „wir müssen das Dach jetzt einfach sanieren.“ Seit 1970 bedeckte das Kupferflachdach das Nebengebäude der Stephanuskirche. Eigentlich zu lang für das damals verwendete Baumaterial, wie Taut bestätigt: „Es hieß, dass das Dach maximal 40 Jahre funktionstüchtig sein würde. Jetzt waren es eben ein paar mehr.“ Doch eben diese acht zusätzlichen Jährchen haben ihre Spuren hinterlassen: Die Dämmung aus Kork war feucht und bot somit keinen Schutz mehr. Außerdem war die Bitumenschicht durch die Witterungseinflüsse brüchig und verhärtet. Ein kleines Leck vor zwei Jahren war folglich auch der ausschlaggebende Grund für eine zeitnahe Erneuerung.

Das neue Dach wird ebenfalls flach sein. „Das hat schlichtweg bautechnische Gründe, dass wir in der Ebene bleiben“, erklärt Taut. Flachdächer haben ein geringeres Eigengewicht und bieten mehr Möglichkeiten zur gestalterischen Freiheit. Die Oberfläche wird dann jedoch nicht mehr aus Bitumen und Kieselsteinen bestehen, sondern aus Edelstahl. Dies sei zwar teurer, dafür aber auch nachhaltiger. Zur optischen Auffrischung dienen neuerdings mehrere Lichtkuppeln, die ins Dach integriert sind. „So werden die Innenräume und das Foyer automatisch mit Tageslicht erhellt, und man muss nicht ständig den Lichtschalter betätigen“, erläutert der Pfarrer, „ganz davon abgesehen sieht es auch noch gut aus.“

Pünktlich zu Weihnachten soll die Sanierung abgeschlossen sein. Nach den Osterferien geht es in der zweiten Bauphase dann weiter mit der Terrasse und den Treppenanlagen vor dem Gemeindehaus. „Zum einen erfüllen die alten Konstruktionen nicht mehr die Sicherheitsstandards, zum anderen soll das Ganze in Zukunft auch deutlich moderner aussehen“, schildert Taut. Geplant seien unter anderem auch technische Erweiterungen. Möglich wäre beispielsweise eine Live-Übertragung des Gottesdienstes in den Jugendraum des Gemeindehauses.

Insgesamt kostet die Sanierung des Gebäudes rund 350 000 Euro. Von dieser Summe muss die Kirchengemeinde zwei Drittel aufbringen. Der Rest setzt sich aus Spenden zusammen. „2021 wird das Gebäude 50 Jahre alt. Zu diesem Jubiläum wollen wir schließlich ein schönes, neues Gemeindehaus haben“, freut sich Pfarrer Andreas Taut.

Anzeige