Weilheim und Umgebung

Internet in Weilheim wird schneller

Digitalisierung Bald sollen in Weilheim viele Privathaushalte mit höheren Übertragungsraten surfen können. In den Gewerbegebieten hält Glasfasernetz Einzug – das Interesse daran ist allerdings noch gering. Von Bianca Lütz-Holoch

Turbo-Internet für das Gewerbegebiet Au: Derzeit werden Glasfaserleitungen verlegt.
Turbo-Internet für das Gewerbegebiet Au: Derzeit werden Glasfaserleitungen verlegt.

In den vergangenen Wochen sind in Weilheim vielerorts Gehwege und Straße aufgegraben worden. Der Grund: Das Städtle bekommt mehr schnelles Internet. „Es bewegt sich ziemlich viel“, sagt Weilheims Bürgermeister Johannes Züfle. Aktuell arbeitet die Stadt Weilheim mit vier Telekommunikations-Dienstleistern zusammen, ein weiterer soll folgen. „Viele Haushalte können schon über Unity Media einen Anschluss ans schnelle Internet bekommen“, sagt Johannes Züfle. Das heißt, sie profitieren von Übertragungsraten von 100 Mbits pro Sekunde und mehr.

Die weißen Flecken, die es beispielsweise noch am Egelsberg und im Bereich Wühle gibt, sollen nach und nach verschwinden. Ein erster Schritt ist bereits getan. „Nachdem wir jahrelang auf die Telekom zugegangen sind, baut sie jetzt ihr Breitbandangebot aus“, so Züfle. Bis Ende dieses Jahres sollen die Baumaßnahmen abgeschlossen sein. „Rund 3 000 Haushalte können davon profitieren“, so Züfle. Allerdings werden sie nicht automatisch ans schnelle Internet angeschlossen. „Wer Interesse hat, muss selbst aktiv werden“, betont der Bürgermeister. 2018 setzt die Telekom den Ausbau noch weiter fort: „Wir wollen möglichst das ganze Stadtgebiet mit Breitband versorgen“, so Züfle.

Vielen Firmen in Weilheim soll künftig sogar Hochgeschwindigkeits-Internet zur Verfügung stehen. So wird im Gewerbegebiet Au derzeit Glasfasernetz verlegt. „Aktuell wird von Jesingen her aufgegraben und die Leitung verlegt“, so Züfle. Die Stadtverwaltung sei auf die 1 & 1 Versatel zugegangen und habe wegen „echter“ Glasfaseranschlüsse bis ins Haus nachgefragt, berichtet der Bürgermeister.

Von den Kosten abgeschreckt?

Bei den Abnehmern habe man nun aber gerade so das Minimum erreicht. „Ich bin bass erstaunt, dass nur sechs Betriebe solch eine Zukunftschance ergreifen“, sagt Johannes Züfle. Abgeschreckt haben könnten viele Unternehmer die Kosten. „Für einen Glasfaseranschluss fallen dreistellige Beträge pro Monat an“, weiß der Bürgermeister.

Zwischen echten Glasfaseranschlüssen und der neuen Vectoring-Technik können Unternehmen im Gewerbegebiet Tobelwasen wählen. Tätig ist dort die Firma imos Göppingen, an der die Energieversorgung Filstal (EVF) beteiligt ist. „Das Kabel wird von Aichelberg her verlegt“, informiert Johannes Züfle. Reißenden Absatz findet Glasfaser auch dort nicht: „Aktuell hat sich ein Betrieb dafür entschieden“, so Züfle.

Für den Bürgermeister zählt aber vor allem eines: „Wir sind gerüstet für die Zukunft“, sagt er und fügt hinzu: „Was die Kunden machen, ist deren Entscheidung.“ Erfreulich ist aus seiner Sicht, dass die Stadt für die Neuerungen in diesem Jahr keine Steuergelder aufwenden muss. „Der Ausbau trägt sich eigenwirtschaftlich“, so Züfle. Bereits gut mit schnellem Internet versorgt ist Hepsisau. Dort hatte die Stadt 2015 allerdings eine sechsstellige Summe in den Ausbau der Breitbandversorgung gesteckt. Bis auch innerorts Glasfaseranschlüsse angeboten werden können, wird es laut Johannes Züfle noch etwas dauern. Denn dazu müssen die schnellen Datenströme erst mal an die Ortschaften herangeführt werden. „Auf Kreis- und Regionsebene laufen dazu aber umfangreiche Planungen“, so der Bürgermeister.

Info Am Donnerstag, 23. November, um 19 Uhr bietet die Telekom im kleinen Saal der Limburghalle Weilheim eine Infoveranstaltung zum schnellen Internet an. Regio-Managerin Haike Wenisch stellt dabei den Ausbau und die damit verbundenen Möglichkeiten vor.

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