Weilheim und Umgebung

Jäger blasen zur Messe

Brauch Die Jäger halten den heiligen Hubertus hoch: Deshalb wird am Hubertustag, dem 3. November, in der Weilheimer Peterskirche stimmungsvoll gefeiert. Von Katharina Daiss

Jagdhörner sind Teil eines jagdlichen Brauchtums: Dazu gehören das etwas größere Parforcehorn sowie das handlichere Fürst-Pless-
Jagdhörner sind Teil eines jagdlichen Brauchtums: Dazu gehört auch das etwas größere Parforcehorn. Symbolfoto

Ein außergewöhnlicher Musikgenuss erwartet die Besucher der Weilheimer Peterskirche am Sonntag, 3. November. Um 17 Uhr beginnt die Messe am Hubertustag unter der Leitung von Pfarrer Matthias Hennig in der herbstlich geschmückten evangelischen Kirche.

Der jagdlich gestimmte Gottesdienst wird musikalisch von den Parforcehornbläsern der Jägervereinigung Nürtingen gestaltet. Die Jagdhornbläser folgen bei der Hubertusmesse dem alten Brauch, die im Wald fehlende Kirchenmusik bei der religiösen Zeremonie zu ersetzen. „Die weltbekannte Jägermesse von Reinhold Stief wird unter der musikalischen Leitung Eberhard Becks umgesetzt“, beschreibt Patrick Schwarz, der Bläserobmann der Jägervereinigung Kirchheim, das Spektakel.

Die Hubertusmesse findet zu Ehren des heiligen Hubertus, dem Schutzpatron der Jäger, in Dankbarkeit und der Bitte um Schutz statt. Die Legende geht auf Hubertus von Lüttich zurück, der als ausschweifender Jäger galt und das Wild nur zu seinem Vergnügen tötete. Als ihm ein Hirsch mit leuchtendem Kreuz zwischen dem prächtigen Geweih erschien, wurde er bekehrt und erkannte den göttlichen Ursprung in allen Geschöpfen. Die Hirschlegende gilt als Vorbild und Ansporn zur waidgerechten Jagd, also der Verpflichtung, sich gegenüber den Wildtieren und der Natur mit Anstand und Achtung zu verhalten.

Der heilige Hubertus gilt nicht nur als Schutzpatron der Jäger, sondern auch als Patron der Hunde, Schützen, Kürschner, Metzger, Metallarbeiter, Büchsenmacher, Optiker und Mathematiker. Salz, Brot und Wasser, das am Hubertustag gesegnet wurde, sollen die Menschen vor Hundebissen und die Hunde selbst vor Tollwut schützen.

Das Jagdhorn ist Teil des jagdlichen Brauchtums. Ursprünglich konnten so Befehle und Signale auch über große Distanzen hinweg gegeben werden. Doch die Blasinstrumente sind keineswegs veraltet, sondern werden noch heute vor allem auf Gesellschaftsjagden verwendet. Dabei änderte sich der zweckorientierte Nutzen hin zu einem ästhetischen Sinn. Die Bläser verwenden zumeist zwei verschiedene Jagdhörner: Das Parforcehorn und das Fürst-Pless-Horn.

Das große Parforcehorn hingegen wird vor allem in der konzertanten Jagdmusik genutzt und ist der Vorläufer des Waldhorns. Die große Windung des Instruments ermöglicht, Kopf und Arme hindurchzustecken und das Horn auf der Schulter zu tragen. Das kleinere und handliche Fürst-Pless-Horn ist das Standardinstrument der Jäger und am weitesten verbreitet. Es findet auch noch bei der Jagd Verwendung.

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